An Krebs erkrankt: Frisch operierter Papst feiert Messe im Krankenhaus


Bewegung, Mahlzeiten und eine Messe: Die Genesung des Papstes nach seiner Lungenoperation in der römischen Gemelli-Klinik verläuft laut dem Vatikan und seinen Ärzten planmäßig. »Der Papst ist in guter Stimmung«, sagte Vatikansprecher Matteo Bruni am Mittwoch. Am Abend erklärte er, Leo XIV. habe die heilige Messe in einem eigens dafür eingerichteten Raum auf seiner Kliniketage konzelebriert, also gemeinsam mit einem oder mehreren Priestern Gottesdienst gefeiert.

Der »Papst-Trakt« einschließlich der zugehörigen kleinen Kapelle im zehnten Stock des katholischen Krankenhauses wird derzeit renoviert. Insbesondere Johannes Paul II. (1978–2005) und Franziskus (2013–2025) wurden häufiger in der Klinik im Nordwesten Roms behandelt. Am Mittwochmorgen wurden bei Papst Leo die für die Zeit nach dem Eingriff vorgesehenen Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs vorgenommen. Die Ergebnisse hätten einen regulären postoperativen Verlauf bestätigt, so die behandelnden Ärzte. Die Werte lägen im Normbereich für die Art des Eingriffs.

Das 71-jährige Kirchenoberhaupt habe Atemübungen absolviert und begonnen, im Zimmer umherzugehen. Zudem nehme der Papst wieder normale Mahlzeiten ein, so der Vatikan. Dem gebürtigen Chicagoer war am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt worden. Bei der rund 90-minütigen Operation wurde auch der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich das Adenokarzinom befand.

Bitte um Gebet

Am Mittwochabend wurde zudem eine Botschaft des Papstes zum Abschluss der Konferenz zum zehnten Jahrestag des Dokuments »Amoris laetitia« von Papst Franziskus veröffentlicht. Darin würdigte Leo XIV. den Beitrag von Familien für eine lebendige Ortskirche. Er dankte den rund 200 Teilnehmern der einwöchigen Konferenz. Neben Familien und weiteren Fachleuten waren dies Vorsitzende der Bischofskonferenzen sowie Oberhäupter der katholischen Ostkirchen.

Er bat die Teilnehmenden, »für mich zu beten, so wie ich für euch bete«. Die Bitte um ein Gebet hatte Papst Franziskus stets bei Audienzen und anderen Gelegenheiten geäußert; von Leo XIV. ist sie bisher kaum bekannt. Die Botschaft hatte Leo bereits am Dienstag im Vatikan unterzeichnet.

Aufgrund seines Klinikaufenthalts konnte der Papst auch nicht die Abschlussmesse der Konferenz am Mittwochmorgen auf dem Petersplatz feiern. Dies übernahm für ihn der kürzlich ernannte Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Luis Antonio Tagle, der auch die Predigt von Papst Leo XIV. verlas.

Laut Vatikan-Angaben soll Leo XIV. etwa eine Woche in der Klinik bleiben. Welche weiteren Behandlungen sich nach der vollständigen Entfernung des Adenokarzinoms ergeben, sollen unter anderem histologische Befunde in den nächsten Tagen zeigen. Ob Leo XIV. an seiner geplanten Südamerika-Reise vom 6. bis 17. November wird festhalten können, ist unklar.