Verurteilte Mörderin überlebt zwei Giftspritzen: Nun kämpfen Ärzte um ihr Leben – neue Details


Behörden versuchten über eine Stunde, Christa Pike hinzurichten – neue Details zu aktuellem Zustand

Stand: 02.10.2026, 07:47 Uhr

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Christa Pike

Die verurteilte Mörderin Christa Pike liegt nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch in einem kritischen Zustand im Krankenhaus. (Archivfoto) © Uncredited/Tennessee Department of Correction/AP/dpa

Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen, nun kämpfen Ärzte im Krankenhaus um ihr Leben. Ihre Verteidiger erheben schwere Vorwürfe.

Nashville – Christa Pike sollte am Mittwoch, 30. September 2026, im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Doch die verurteilte Mörderin überlebte zwei gesetzte Giftspritzen. Ihr Herz schlug noch, als sie nach über einer Stunde in eine Klinik gebracht wurde. Laut ihren Anwälten befindet sich Pike noch immer in einem kritischen Zustand in einer Klinik. Nach Angaben ihres Anwalts Randy Spivey bei einer Pressekonferenz erhalte die 50-Jährige in einem Krankenhaus eine lebensrettende Behandlung. Eine verlässliche Prognose über ihre Gesundheit liege noch nicht vor. Zuvor hatten Justizbehörden mehr als eine Stunde lang versucht, Pike hinzurichten.

Anwälte schildern qualvolle Szenen im Hinrichtungsraum

Die Anwälte Pikes berichteten von zahlreichen Problemen während der versuchten Hinrichtung. Demnach dauerte es etwa eine Stunde, die intravenösen Zugänge zu legen. Allein an Pikes linkem Arm habe er sieben Einstiche gezählt, so Spivey. Eine der verwendeten Nadeln sei beim Herausziehen offenbar verbogen gewesen. Während der Verabreichung der Medikamente habe sich ihr rechter Arm zunehmend violett verfärbt. Inzwischen gebe es nach Angaben der Verteidigung Blasen und Verbrennungen rund um die Einstichstellen.

Spivey sagte zudem, er habe Pike nach der ersten Verabreichung noch sprechen und singen gehört. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Verurteilte eigentlich gar nicht mehr bei Bewusstsein sein. Die Anwälte kritisierten auch mangelnde Transparenz während des Ablaufs: Der Vorhang zum Zeugenraum sei über längere Zeit geschlossen gewesen, Informationen seien nur verzögert weitergegeben worden. Erst viel zu spät habe man erfahren, dass ein Krankenwagen unterwegs sei.

„Grausam und qualvoll“: Justizbehörde versuchte Christa Pike über eine Stunde hinzurichten

„Was gestern Abend passiert ist, war nicht nur ineffizient, sondern grausam und qualvoll“, sagte Spivey. Die Verteidigung forderte Tennessees Gouverneur Bill Lee auf, Pikes Todesstrafe aufzuheben und sie stattdessen lebenslang in Haft zu lassen. Weitere juristische Schritte sollen folgen, sobald sich Pikes Zustand soweit stabilisiert hat, dass sie über das Vorgehen mitentscheiden kann. Gouverneur Lee hatte unmittelbar nach dem Abbruch reagiert und angeordnet, alle weiteren für das Jahr 2026 geplanten Hinrichtungen in Tennessee vorerst auszusetzen und den Vorfall unabhängig untersuchen zu lassen.

Christa Pike sitzt seit 1996 im Todestrakt. Sie war im Alter von 18 Jahren für die grausame Ermordung der 19-jährigen Colleen Slemmer im Jahr 1995 verurteilt worden. Pike ist die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee, ihre Hinrichtung wäre die erste Vollstreckung eines Todesurteils an einer Frau in diesem Bundesstaat seit mehr als 200 Jahren gewesen. (Quellen: dpa) (jl)