Belgien will Autobahn-Vignette einführen: Bis zu 125 Euro pro Jahr für deutsche Urlauber


Stand: 11.07.2026, 11:48 Uhr

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Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sollen je nach Abgasnorm zwischen 90 und 125 Euro jährlich zahlen. Es gibt aber auch Optionen für 24 Stunden, zehn Tage und zwei Monate.

Brüssel – Wer mit dem Auto nach Belgien fährt, konnte bisher die Autobahnen kostenlos nutzen. Damit ist wohl bald Schluss: Ab dem 1. Januar 2027 soll eine Vignette für alle Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zur Pflicht werden. Die drei belgischen Landesteile – Brüssel, Flandern und Wallonien – einigten sich nun auf die neue Regelung. Die Kosten für die Jahresvignette hängen vom Fahrzeugmodell und dessen Emissionen ab. Für „emissionsfreie“ Fahrzeuge wie Elektroautos werden 90 Euro fällig.

Ein Grenzschild in Belgien an der Grenze bei Büllingen (BE) und Hellenthal (DE).

Belgische Autobahnen könnten ab 1. Januar 2027 nicht mehr kostenfrei sein (Symbolbild). © Manngold/IMAGO

Ältere Modelle mit höherem Schadstoffausstoß nach den Abgasnormen Euro 0 bis 3 kosten bis zu 125 Euro pro Jahr. Neben der Jahresvignette soll es auch kürzere Optionen geben: eine 24-Stunden-Variante, eine Zehn-Tages-Vignette sowie ein Zwei-Monats-Modell. „Jeder, der unsere Straßen nutzt, muss einen fairen Beitrag zu deren Unterhalt leisten“, erklärte der wallonische Minister für Infrastruktur und Mobilität, François Desquesnes, bei der Vorstellung der Pläne am Freitag (10. Juli), wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

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Die Vignetten sollen online erhältlich sein. Ein Videosystem überwacht die Einhaltung der Mautpflicht. Bei Verstößen drohen Bußgelder von 70 Euro. Die belgischen Pläne müssen allerdings noch von den europäischen Behörden bestätigt werden. Georges-Louis Bouchez, Vorsitzender der liberalen Partei Mouvement Réformateur, schrieb auf der Plattform X, die Vignette sei dazu gedacht, „Menschen, die nicht in Belgien wohnen, für die Nutzung unserer Autobahnen zahlen zu lassen.“ Für belgische Bürger gebe es „keinen Grund zur Sorge: Wir werden andere Steuern senken, damit dies keine Auswirkungen auf Ihre Geldbörse hat.“

Auch der wallonische Ministerpräsident Adrien Dolimont vertritt diese Linie. In Wallonien wird diskutiert, die Kosten durch eine Überprüfung der Kfz-Steuersätze auszugleichen, wie die Luxembourg Times berichtete. Die Europäische Union verbietet allerdings eine Ungleichbehandlung aufgrund der Nationalität. Deutschland hatte bereits versucht, ein ähnliches System einzuführen und deutsche Autohalter über die Kfz-Steuer zu entlasten. Der Europäische Gerichtshof beurteilte das 2019 als diskriminierend, da die „wirtschaftliche Belastung faktisch ausschließlich von den Haltern und Fahrern von Fahrzeugen getragen wird, die in anderen Mitgliedstaaten zugelassen sind“. (Quellen: Europäischer Gerichtshof, AFP, Luxembourg Times, X) (bme)