Wandern für Anfänger: Diese Fehler können den Einstieg erschweren


Bereit für den Berg? 3 Fehler, die Wanderanfänger oft ausbremsen

Stand: 29.08.2026, 17:09 Uhr

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Wandererin rastet auf Almwiese; Herbstfarben am Falensee in Appenzell, Schweiz,

Es muss nicht gleich ein Gipfel sein: Wanderanfänger sollten mit sanften Touren starten und sich konditionell vorbereiten. © IMAGO/Zoonar

Steile Anstiege, schwerer Rucksack, ungewohnte Belastung: So vermeiden Wanderanfänger Überforderung und Schmerzen – mit Trainingsplan.

Der Spätsommer läutet die Hauptwandersaison ein. Und Wandern liegt im Trend. Doch Anfängerinnen und Anfänger sollten die Belastung nicht unterschätzen: Mehrstündige Touren, steile Anstiege, lange Abstiege und ein schwerer Rucksack fordern Ausdauer, Kraft, Balance und Stabilität. Wer ohne Vorbereitung aufbricht, kann sich schnell überfordern. Besonders Knie, Sprunggelenke, Hüfte und Rücken müssen beim Wandern einiges leisten. Drei typische Fehler treten bei Einsteigern besonders häufig auf.

Fehler 1: Von null auf hundert starten

Viele Wanderer beginnen direkt mit dem ersten Anstieg. Das kann sich zwar zunächst problemlos anfühlen, doch Muskeln, Sehnen und Gelenke sind noch nicht auf die Belastung eingestellt. Ebenso sollte nach einer anspruchsvollen Tour die Belastung nicht abrupt enden. Ein kurzes Cool-down mit lockerem Gehen und sanften Stretching-Bewegungen hilft dabei, den Körper wieder herunterzufahren.

Tipp: Als Wander-Anfänger sollten Sie generell mit sanften Touren starten, die Sie konditionell nicht überfordern. Bei jeder Wanderung gilt: Beginnen Sie ruhig und geben Sie Ihrem Körper Zeit, in die Belastung hineinzufinden. Wenn es die Strecke erlaubt, wandern Sie zunächst ein Stück im flachen oder leicht ansteigenden Gelände, bevor längere oder steile Anstiege, unwegsame Passagen oder viele Stufen folgen. Einige lockere Mobilisationsbewegungen für Sprunggelenke, Knie, Hüfte, Rücken und Schultern (z. B. lockeres Kreisen Beugen oder Seitneigen) können vor dem Losgehen zusätzlich sinnvoll sein. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie sich steif fühlen oder beispielsweise bei der Anreise lange gesessen haben.

Fit fürs Wandern

Das Titelbild des Trainingsplans „Fit fürs Wandern“

Mit dem Trainingsplan werden Kraft, Ausdauer und Stabilität im Rumpf und Gelenken gestärkt. © Ippen.Media & Panthermedia/Imago

Dieser 12-Wochen-Trainingsplan bereitet Sie perfekt auf die Wandersaison vor. Kraft, Ausdauer und Stabilität werden gestärkt – gegen Schmerzen in Rücken und Knien, für mehr Spaß in den Bergen.

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Fehler 2: Die Grundlagenausdauer fehlt

Ein kleiner Anstieg, und schon schießt der Puls in die Höhe? Für viele Anfänger ist das ein Zeichen, dass die Kondition noch nicht für längere Bergtouren reicht. Wer trotzdem weitermacht, kommt schnell an seine Belastungsgrenze und hat wenig Spaß. Für das Wandern ist eine solide Grundlagenausdauer wichtig. Wer auch bergauf ein Tempo findet, bei welchem eine Unterhaltung möglich ist, ist bereit für anspruchsvollere Touren.

Tipp: Verbessern Sie mit gezielten Einheiten die Grundlagenausdauer, bevor Sie lange Touren am Berg angehen. Je nach Fitness eignen sich zum Beispiel 30 Minuten lockeres Joggen oder 45 Minuten zügiges Spazierengehen. Wer nicht joggen möchte, kann auch Rad fahren, walken oder schwimmen. Entscheidend ist, regelmäßig zu trainieren.

Fehler 3: Es wird durchgezogen – und Schmerzen ignoriert

Langes Gehen, steile Anstiege, schwerer Rucksack: Nach ungewohnter Belastung dürfen Muskeln brennen und müde sein. Ein Ziehen in der Muskulatur kann auf Muskelkater hindeuten. Plötzliche, stechende oder anhaltende Schmerzen während und nach der Belastung sind jedoch etwas anderes und sollten nicht einfach ignoriert werden. Wer trotz Schmerzen weitergeht, kann eine Überlastung verschlimmern oder eine ernste Verletzung provozieren. Das gilt insbesondere für Beschwerden an Knie, Sprunggelenk, Hüfte oder Rücken. Auch Schwindel, ungewöhnliche Atemnot oder ein allgemeines Krankheitsgefühl sind Warnsignale.

Tipp: Bei solchen Warnsignalen sollte man die Wanderung sofort abbrechen (falls möglich umkehren oder Hilfe holen) bzw. gar nicht erst losgehen. Die Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Wandern mit (leichtem) Muskelkater ist in Ordnung und kann sogar bei der Linderung der Schmerzen unterstützen, wenn es lockeres Wandern ist.

So gelingt der Einstieg: Belastung langsam steigern

Ein strukturierter Trainingsplan hilft dabei, Ausdauer, Kraft und Stabilität Schritt für Schritt aufzubauen. Unser 12-Wochen-Plan (erstellt von Fitnesstrainerin Alexandra Grauvogl) kombiniert deshalb zwei bis drei Ausdauereinheiten pro Woche mit zwei Kraft- und Stabilitätseinheiten. Die einzelnen Einheiten dauern etwa 30 bis 90 Minuten.

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In den ersten sechs Wochen liegt der Schwerpunkt auf lockeren Ausdauereinheiten sowie grundlegenden Übungen für Beine, Rumpf und Oberkörper. Dazu gehören unter anderem Kniebeugen, Ausfallschritte, Wadenheben, Liegestütze und Übungen für die Körpermitte. Ab Woche sieben wird das Training anspruchsvoller. Auch Übungen mit dem Theraband, einbeinige Bewegungen und stabilisierende Übungen für die Sprung- und Kniegelenke werden integriert.

Hinweis: Wer bisher wenig trainiert hat, nach längerer Pause wieder einsteigt oder gesundheitliche Beschwerden hat, sollte vor Beginn des Programms die Sporttauglichkeit ärztlich überprüfen lassen. Das gilt besonders, wenn Vorerkrankungen bestehen oder während des Trainings ungewöhnliche Beschwerden auftreten.

Fazit

Eine gute Kondition ist Voraussetzung für weniger Schmerzen und mehr Spaß beim Wandern. Doch eine gute Vorbereitung ersetzt keine realistische Tourenplanung: Strecke, Höhenmeter, Wetter, Ausrüstung und das eigene Leistungsniveau sollten zusammenpassen. Für die erste Bergtour ist eine kürzere Route mit moderaten Anstiegen meist die bessere Wahl als eine anspruchsvolle Gipfelbesteigung.