Bereitschaftsdienst: So entlastet das Spital Sitten die Notaufnahme
Bereitschaftsdienst Wie das Spital Sitten seine Notaufnahme entlasten will
Um die Notaufnahme zu entlasten, hat das Spital Sitten einen Bereitschaftsdienst eingeführt. Damit soll die Wartezeit am Abend reduziert werden.
11.10.2026, 17:57
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Seit dem 1. September leisten 80 Ärztinnen und Ärzte zwischen Martigny und Siders an sieben Tagen die Woche von 18 bis 22 Uhr einen Bereitschaftsdienst für das Spital Sitten. Da die neu eröffnete Räumlichkeit nahe der bisherigen Notaufnahme liegt, ist die Koordination einfach, und auch schwere Fälle können rasch betreut werden.
In der regulären Notaufnahme werden die Patientinnen und Patienten nach der Schwere ihres Falles triagiert – lebensbedrohliche Notfälle haben Vorrang, andere müssen warten. «Wenn man eine lange Liste im Wartezimmer hat, weiss man, dass alle mit dieser Wartezeit unzufrieden sein werden», sagt Florence Sierro gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Sie arbeitet als Allgemeinärztin. «Wenn man dann plötzlich sieht, dass Personen umgeleitet werden und schneller drankommen, ist das sehr befriedigend – für alle.»
Pilotprojekt von 2024
Der Kanton Wallis, das Spital Wallis und die Walliser Ärztegesellschaft haben dieses System eines Bereitschaftshauses eingeführt und sind dabei einem Modell gefolgt, das bereits im Spital von Visp im Oberwallis und im Freiburger Spital Riaz existiert. In Sitten wurde damit 2024 ein Pilotprojekt durchgeführt, und die Resultate waren zufriedenstellend.
In der Walliser Hauptstadt scheint das neue System das Personal der Notaufnahme zu entlasten. Das bestätigt auch die Ärztin Florence Sierro: «Auf familiärer Ebene hat man Zeit, sich zu organisieren, man kann Dinge vorausplanen. Man weiss, wann man anfängt und wann man aufhört. Das war früher nicht immer der Fall.»
Um seine Notaufnahme zu entlasten, hat das Spital Sitten im September ein Bereitschaftshaus eröffnet.
KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Doch nicht alle sind mit dem neuen Modell zufrieden. Ende September berichtete die Zeitung «Nouvelliste» von einem gewissen Unmut bei den Ärztinnen und Ärzten, die diesen Bereitschaftsdienst leisten müssen. Gemäss einer Umfrage bei den 80 Betroffenen seien 22 von ihnen dagegen, 38 dafür, und 20 wollten sich nicht äussern.
Sanktionen drohen
Mehrere von RTS kontaktierte Ärztinnen und Ärzte bedauern die Schnelligkeit, mit der das System eingeführt wurde. «Von einem Tag auf den anderen schickt man uns Termine, und wir müssen uns organisieren. Sie kommen zu unseren übrigen Diensten hinzu», erklärt einer von ihnen. Eine andere spricht von Arbeitsüberlastung und der Schwierigkeit, das mit der Betreuung der eigenen Kinder zu vereinbaren.
Pierre Arnold, Präsident der Bereitschaftskommission der Walliser Ärztegemeinschaft, erinnert daran, dass Ärztinnen oder Ärzte, die diesen Bereitschaftsdienst ablehnen, ihn auch gegen eine alternative Bereitschaft tauschen und in ihrer Praxis von 7 bis 22 Uhr Bereitschaft leisten können. Ansonsten riskiere man aber Sanktionen: eine Verwarnung, eine Busse oder, im schlimmsten Fall, die Meldung an den Kanton, der wiederum über eine vorläufige Aussetzung der Praxisbewilligung entscheiden könnte.
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RTS La Matinale, 8.10.2026, 7:25 Uhr