Bergheim: Weiteres Umspannwerk von Störung betroffen
Weniger als einen Tag nach dem Fund einer Sprengvorrichtung an einem Umspannwerk in Brandenburg ermittelt die Polizei in Bergheim bei Köln in einem ähnlichen Fall. Dort sei an einem Umspannwerk eine Störung aufgetreten.
»Wir gehen nach aktuellem Ermittlungsstand nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat, einer Straftat, aus«, sagte ein Sprecher der Polizei Essen auf Anfrage. Ursache und Hintergründe des Vorfalls im Rhein-Erft-Kreis seien noch unklar. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.
Die Polizei war dem Sprecher zufolge am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk im Bergheimer Ortsteil Rheidt gerufen worden. Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen. Zu einem Ausfall der allgemeinen Stromversorgung kam es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Nach Angaben des Energiekonzerns RWE waren fünf Kraftwerksblöcke betroffen. Insgesamt sei eine Kraftwerkskapazität von 4200 Megawatt vom Netz genommen worden, teilte RWE am Mittwochmorgen in Essen mit. Zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 20.00 Uhr hätten diese rund 3000 Megawatt Leistung ins Stromnetz eingespeist. Zwei der Blöcke sollen im Verlauf des Vormittags wieder ans Netz gehen, bei den übrigen sei damit wohl erst am Wochenende zu rechnen.
Anlageausfälle bei RWE
Das Werk gehört zum Energieversorger Amprion, der den Vorfall bestätigte. »Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte«, heiß es am frühen Morgen. In der Folge sei es zu Anlagenausfällen bei der RWE Power gekommen. »Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist von einer Fremdeinwirkung auszugehen.«
Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betonte: »Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet.« Expertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten. Die Polizei Essen tauscht sich dem Sprecher zufolge eng mit Amprion und dem Netzbetreiber RWE aus.
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Erst am Dienstagmorgen hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage. Dem WDR zufolge sagte ein Polizeisprecher, es sei noch zu früh zu sagen, ob es einen Zusammenhang zu der Sabotage gebe.
In den vergangenen Monaten gab es weitere Vorfälle an der Strominfrastruktur. So zündeten im Januar mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an.