Berliner Stadtkinder siegen beim Otterfinger Challenge-Cup – und staunen über Kühe
Stand: 15.09.2026, 07:39 Uhr
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Union Berlin hat den 23. Otterfinger Challenge-Cup gewonnen. Im Finale trafen die Berliner ausgerechnet auf Stadtrivale Hertha BSC.
Otterfing – „Super Wetter, reibungsloser Ablauf, gute Stimmung“, fasst Turnierleiter Till Behler den 23. Otterfinger Challenge-Cup zusammen. Der war auch heuer wieder beste Werbung für den Nachwuchsfußball. Sieger wurde Neuling 1. FC Union Berlin, der ein überzeugendes Turnier spielte und auch abseits des Feldes eine Bereicherung war.

Dem Landwirt in Bergham, der am Sonntag plötzlich eine ganze Fußballmannschaft im Stall stehen hatte, wird das Turnier sicher lange in Erinnerung bleiben. Weil die Berliner zwischen dem letzten Gruppenspiel und dem Finale viel Zeit hatten, wollten sie die Gegend erkunden und machten sich mit einem Otterfinger Jugendtrainer auf den Weg durchs Dorf. Höhepunkt für die Stadtkinder waren ganz klar die Kühe, die manchen Nachwuchskicker noch mehr beeindruckten, als der Sieg in einem Turnier.
„Gut, aber nicht top“ war Titelverteidiger Frankfurt laut Behler in diesem Jahr. Dass sie im letzten Spiel der Hauptrunde 1:0 gegen Union Berlin gewannen, reichte nach den Unentschieden gegen Hoffenheim (0:0) und FK Vojvodina Novi Sad (1:1) nicht. Auch die Serben feierten in Otterfing Premiere und hinterließen einen guten Eindruck. Mit vollem Einsatz kämpften sie sich in die Hauptrunde und standen im Spiel um Platz fünf, das Red Bull Salzburg 2:0 für sich entschied.
In der 23. Auflage des Turniers, dessen Bedeutung Bürgermeister und Schirmherr Michael Falkenhahn bei der Eröffnung hervorhob, weil der Ort damit auch sportlich einen großen Akzent setze, gab es nicht nur Neulinge auf dem Feld. Erstmals leuchtete über dem Nordring auch Pyrotechnik. Die starke Abordnung Grazer Fans hatte besondere Akzente gesetzt – aber auch Verständnis dafür, dass beim Nachwuchsturnier aus Sicherheitsgründen nur ein kurzes Aufflackern erlaubt war.
Gut aus der Affäre zogen sich die Gastgeber. Das Team von Andreas Ther kämpfte mit großer Leidenschaft, vermied deutliche Niederlagen, erzielte gegen Wien sogar einen Ehrentreffer und genoss besonders das Vorrundenspiel gegen Zürich (0:3), weil einige von ihnen Schweizer Gäste beherbergten. Und während daheim die Kinder vom Fußball fachsimpelten, trafen sich Trainer und Betreuer zum Austausch beim Gasthaus Baumann, wo manche schon seit Jahrzehnten bekannt sind – wie etwa die Gäste aus Zürich und Düsseldorf.
In den Zuschauerzahlen machte sich das Fehlen dreier alter Bekannter bemerkbar. Der FC Augsburg und die Stuttgarter Kickers hatten nicht gemeldet, weil regulär im U13-Bereich nicht mehr Elf gegen Elf auf dem Großfeld gespielt wird. Der FC Bayern München hatte gleichzeitig eine Einladung zu einem hochkarätigen Turnier in den Niederlanden mit internationalen Spitzenklubs und Turnierpaten wie Zlatan Ibrahimović oder Thierry Henry.
Ob die Bayern im nächsten Jahr wieder dabei sein werden? Auf jeden Fall würden viele Teams gern an der 24. Auflage teilnehmen. Unter anderem haben sich bereits ein dänisches Team, sowie eine Fußballschule aus Korea angemeldet. Auch die Titelverteidiger haben bereits Interesse an einem neuerlichen Ausflug nach Otterfing bekundet.
„Wir hatten einen regelrechten Union-Hype bei den Gasteltern und Familien“, schmunzelt Behler über die sympathische Mannschaft, die mit ihrem großen, gut gelaunten Anhang die Herzen im Sturm erobert hatte. Nur eines gefiel dem Challenge-Cup-Sieger nicht ganz so gut: 600 Kilometer von daheim entfernt hätten sie sich im Finale ein anderes Team erhofft, als ausgerechnet Hertha BSC.