Bianca Nadermann hat ein Luxusproblem


Stand: 15.09.2026, 18:59 Uhr

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Ahlhorner SV, Faustball, weibliche U21, deutscher Meister 2026

Leisteten Großes in Großenaspe: Trainerin Bianca Nadermann (hinten von links), Thuong Nguyen, Co-Trainer Andrej Macht, Lena Meidenstein, Nasee Mahmood, Anastasia Will, Sophia Macht (vorne von links), Minh Anh Tran und Lea Delitzscher holten den 106. DM-Titel in der Vereinsgeschichte des Ahlhorner SV. © Uwe Spille

Die Faustballerinnen des Ahlhorner SV haben die Premiere der deutschen U 21-Meisterschaft gewonnen. Es ist der 106. DM-Titel in der Vereinsgeschichte.

Ahlhorn/Brettorf – Die U 21-Faustballerinnen des Ahlhorner SV haben einen Platz in den Geschichtsbüchern ihrer Sportart sicher. Bei der erstmals in dieser Altersklasse ausgetragenen deutschen Meisterschaft im schleswig-holsteinischen Großenaspe gewann die Crew von ASV-Trainerin Bianca Nadermann den Titel. Ihre männlichen Vereinskollegen holten ebenso Bronze wie die Juniorinnen des TV Brettorf.

Mit der Einführung des U 21-Wettbewerbs möchte Faustball Deutschland dem Nachwuchs eine weitere attraktive Perspektive über die U 18 hinaus bieten und den Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich erleichtern. Ein Schritt, der von vielen Vereinen begrüßt wird. „Die Idee finde ich richtig super“, sagt beispielsweise auch Nationalspielerin Ida Jungclaussen vom TV Brettorf.

Weibliche U 21

Bianca Nadermann hatte am Auftritt ihrer Schützlinge „nichts zu mäkeln“. Im Gegenteil: „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und im Finale unsere beste Leistung gezeigt. Ich hatte ein echtes Luxusproblem. Alle waren so gut, dass ich nicht wusste, wen ich wann und wo einsetzen sollte“, berichtete die erfahrene Übungsleiterin. Tatsächlich verfügt sie über einen Kader, der mit sechs Nationalspielerinnen gespickt ist. Zu den vier U 21-Europameisterinnen Lea Delitzscher, Minh Anh Tran, Lena Meidenstein und Anastasia Will sowie den U 18-Vizeweltmeisterinnen Thuong Nguyen und Sophia Macht gesellte sich noch Nasee Mahmood.

Die Vorrunde beendete der ASV nach Erfolgen über den TuS Empelde (11:4, 11:5) und TV Unterhaugstett (11:9, 11:8) sowie dem Remis gegen den VfL Kellinghusen (11:8, 10:12) als Gruppensieger. Die Viertelfinalhürde SV Energie Görlitz nahmen die Ahlhornerinnen mühelos (11:1, 11:5). Im Halbfinale hieß der Gegner erneut TV Unterhaugstett. Diesmal behauptete sich Ahlhorn mit 11:7, 11:7. „Wir waren von Anfang an konzentriert und haben Druck gemacht“, sagte Bianca Nadermann.

Auch die Endspielpaarung Ahlhorn gegen Kellinghusen hatte es in der Vorrunde schon einmal gegeben. Bei Regen und nassem Rasen entwickelte sich das Finale zu einem Angabenspiel. „Da gehört dann auch ein Quäntchen Glück dazu“, bekannte Bianca Nadermann. Während ASV-Schlagfrau Lena Meidenstein mit ihrem Service immer wieder die Lücken in der Kellinghuser Defensive fand, unterliefen VfL-Angreiferin Summer Bewernick zunehmend Fehler. „Außerdem stand unsere Abwehr besser“, erläuterte Bianca Nadermann. Schließlich triumphierte ihr Team mit 14:12, 11:9.

Auf dem Weg ins Endspiel hatte Kellinghusen im Halbfinale den TV Brettorf glatt mit 11:5, 11:4 ausgeschaltet. Die Brettorferinnen erkämpften sich anschließend trotz eines Satzrückstandes gegen Unterhaugstett die Bronzemedaille (8:11, 11:9, 11:9). Die Vorrunde hatte die Mannschaft des TVB-Trainerduos Ida und Johannes Jungclaussen nach Siegen über den TSV Essel (11:8, 11:6), Ohligser TV (11:4, 11:4) und Görlitz (11:4, 11:0) als Gruppenerster abgeschlossen. Im Viertelfinale setzten sich die Schwarz-Weißen dann mit 11:8, 11:2 gegen Empelde durch. „Der erste Tag war richtig, richtig stark. Am zweiten konnten wir leider nicht ganz abrufen, was wir draufhaben. Gegen Kellinghusen waren wir chancenlos. Aber auch der dritte Platz kann sich sehen lassen“, sagte Ida Jungclaussen.

TV Brettorf, Faustball, weibliche U21, DM-Dritter 2026

Bronze kann sich sehen lassen: Louisa Garms (von links), Leni Hasselberg, Jenna Weber, Jette Weber, Marla-Renee Schütte und Emma Ahrens vom TV Brettorf wurden DM-Dritte. © Uwe Spille

Männliche U 21

Hinter dem TV Stammheim und MTV Oldendorf durften sich Philip Behrenz, Jannes Tauscher, Lukas Paschen, Jesko Eiken, Ole Kaltenhauser und Leandro Schmidt über die Bronzemedaille freuen. Im kleinen Finale besiegten die Ahlhorner Junioren den SC DHfK Leipzig mit 11:7, 13:11. Ihr Traum von Gold war im Halbfinale gegen Oldendorf geplatzt (8:11, 11:8, 8:11). Nach der Auftaktniederlage gegen den späteren deutschen Meister aus Stammheim (7:11, 2:11) gewannen die Mannen von ASV-Coach Jan Gißler ihre beiden anderen Gruppenspiele gegen Ausrichter Großenasper SV (11:6, 11:4) und Leipzig (11:6, 12:10) sowie das Viertelfinale gegen den TuS Wakendorf (11:7, 11:8).

Ahlhorner SV, Faustball, männliche U21, DM-Bronze 2026

Brachten Bronze mit: Die U 21-Faustballer des Ahlhorner SV belegten bei der deutschen Meisterschaft den dritten Platz. © Uwe Spille