BMW zieht Angebot zurück: AfD-Landtagspräsident bald ohne Dienstwagen
BMW zieht Angebot zurück
AfD-Landtagspräsident braucht neuen Dienstwagen
09.10.2026 - 01:50 UhrLesedauer: 2 Min.
BMW zieht die Reißleine: Der Konzern stellt dem neuen Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt kein Fahrzeug mehr.
BMW hat sein Leasingangebot für einen Dienstwagen des sachsen-anhaltischen Landtagspräsidenten zurückgezogen. Laut einem Bericht der "Zeit" geschah dies am 6. Oktober. Nur wenige Stunden zuvor war Tobias Rausch zum ersten AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Parlaments gewählt worden.
Die Landtagsverwaltung bestätigte den Schritt gegenüber der Zeitung. Ein Sprecher des Münchner Konzerns erklärte lediglich: "Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen."
Doch der Zeitpunkt scheint kein Zufall zu sein. BMW-Vorstandschef Milan Nedeljković hatte erst vor wenigen Tagen den Rechtspopulismus und Nationalismus in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" als "Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort" bezeichnet. Wer Abschottung und Isolationismus fordere, handele nicht im Interesse des Standorts Deutschland.
Erstmals in Deutschland wurde am Dienstag in Sachsen-Anhalt ein Politiker der in Teilen rechtsextremistischen AfD zum Landtagspräsidenten gewählt. Der 35-jährige Abgeordnete Rausch erhielt im Magdeburger Landtag 48 Stimmen. Neun Stimmen kamen aus anderen Fraktionen.
Kein Angebot von anderem deutschen Autohersteller
Rausch übernimmt das Amt von seinem christdemokratischen Vorgänger – und mit ihm zunächst auch dessen Dienstwagen, einen gebrauchten 7er-BMW. Doch der Leasingvertrag für das Fahrzeug läuft bereits Mitte November aus. Gelingt es der Verwaltung nicht, bis dahin ein Ersatzfahrzeug zu organisieren, stünde Rausch ohne eigenen Dienstwagen da.
Bisher stellte BMW einen Großteil des Fuhrparks von Landtag und Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Doch bislang gibt es offenbar keine Alternative: Wie die Landtagsverwaltung "Zeit" mitteilte, lag kein weiteres Angebot eines namhaften deutschen Herstellers vor. Weder Mercedes noch Audi haben sich gemeldet. Rausch könnte theoretisch auf ein ausländisches Modell zurückgreifen. Doch das wäre ein Bruch mit der Tradition. Frühere Landtagspräsidenten fuhren zeitweise Audi, auch ein Elektrofahrzeug war bereits im Einsatz.