Viele Kunden am ersten Tag: 2011 durfte Woolworth nicht nach Zweibrücken — Jetzt strahlen alle über die Eröffnung


Viele Kunden am ersten Tag 2011 durfte Woolworth nicht nach Zweibrücken — Jetzt strahlen alle über die Eröffnung

Zweibrücken · Merkur-Recherchen zeigen: Schon vor 15 Jahren wollte der Kaufhaus-Discounter nach Zweibrücken – wurde aber an gleich drei Standorten abgewiesen. Am Donnerstag konnte endlich Eröffnung gefeiert werden.

09.10.2026 , 01:50 Uhr

Bei ihrem Rundgang durch die neue Woolworth-Filiale (von links): Jörg Eschmann, Filialleiterin Tatjana Miller, Eik Schulte und Marold Wosnitza.

Bei ihrem Rundgang durch die neue Woolworth-Filiale (von links): Jörg Eschmann, Filialleiterin Tatjana Miller, Eik Schulte und Marold Wosnitza.

Foto: Ralf Linn

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt ein Sprichwort. Was das ehemalige Kaufhallen-Gebäude in der Zweibrücker Oberstadt betrifft, scheint sich dies jetzt zu bewahrheiten. Denn gut 22 Jahre nach der Schließung der Kaufhalle im Januar 2004 eröffnete am Donnerstag mit Woolworth hier erneut ein großes discountorientiertes Kaufhaus seine Pforten.

Und so hörte man zur Eröffnung viele glückliche Stimmen – bei Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD), beim Vermieter (Gewobau-Geschäftsführer Jörg Eschmann), bei vielen Kunden und auch bei Eik Schulte, dem „Head of Expansion/Real Estate Management“ von Woolworth in Deutschland. Denn bei Woolworth hatte man schon länger ein Auge auf Zweibrücken geworfen.

Größte Woolworth-Filiale der Region in Zweibrücken eröffnet

„Wir sind jetzt im Grunde genau da, wo wir hin wollten. Nur eben ohne den früheren typischen Brathähnchengeruch und die Softeismaschine in der Kaufhalle“, freute sich Wosnitza über das Zustandekommen des Deals mit dem Global Player Woolworth. Denn der steigt gleich groß in Zweibrücken ein. Auf zwei Stockwerken mit 1.650 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnete Woolworth in der Herzogstadt seine größte Filiale in der Region. 16.000 bis 18.000 Artikel auch für den schmalen Geldbeutel umfasst das Angebot getrennt in Hartware im Erdgeschoss und Textilware im Obergeschoss, bestätigt Schulte – wobei das Unternehmen vor allem letzteres Angebot in Zukunft noch ausweiten möchte. „Wir wollen über die Preisführerschaft zur Marktführerschaft ergänzte Schultes Marketing-Kollege Valeri Stepner das langfristige Ziel.

Zweibrücken sei sowohl von der Einwohnerzahl als auch vom großen Einzugsgebiet her als Standort für Woolworth interessant, erklärte Schulte.

2011 bemühte sich Woolworth vergeblich um Zweibrücken

Wohl auch deswegen hatte Woolworth schon vor vielen Jahren seine Fühler nach Zweibrücken ausgestreckt. Darauf ist unsere Zeitung nach einer Recherche im Merkur-Archiv gestoßen. Bereits 2011 richtete Woolworth demnach entsprechende Anfragen an die privaten neuen Eigentümer des ehemaligen Modehauses Goebes und des ehemaligen Kreissparkassen-Gebäudes, dem heutigen Behördenzentrum Max1 – holten sich aber eine Abfuhr mit der Begründung, dass „eine Billigkauhaus-Kette die Stadt nicht weitergebracht“ und die Oberstadt nicht genug weitergebracht hätte.

Auch am Kaufhallen-Gebäude, dem damals schon Ex-City-Outlet, bestand wohl Interesse, wie damals Werbegemeinschafts-Chef Mario Facco wusste. Allerdings galt 2011 noch die Priorität, ein Lebensmittelgeschäft im Untergeschoss und im Obergeschoss mehrere hochwertige Einzelhandelsgeschäfte anzusiedeln.

OB Wosnitza: „Ziel Belebung der Innenstadt voll erfüllt“

Heute sieht man das an verantwortlicher Stelle bei der Stadt etwas anders. „Wir wollten immer eine Belebung der Innenstadt – und dieses Ziel ist jetzt voll erfüllt“, sieht Wosnitza die Woolworth-Ansiedlung als Glücksfall. Man habe jetzt wieder ein Kaufhaus wie die früher so beliebte Kaufhalle, nur eben ohne Lebensmittel im Erdgeschoss. Aber durch die Eröffnung des Netto-Lebensmittelmarktes direkt nebenan sei das auch nicht mehr nötig, so der OB.

Schulte sieht das ähnlich. Ein Vertrag brauche eben auch die passenden Partner zur richtigen Zeit. Und als Zweibrücker freue er sich, dass das ehemalige Kaufhalle-Gebäude jetzt auch wieder als das genutzt werde, was es früher einmal war - ein Kaufhaus nämlich.

Ende des langen Leerstands entlastet Vermieter Gewobau

Auch Gewobau-Geschäftsführer Jörg Eschmann hatte bei der Eröffnung ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Ihn freut es zudem, dass das man über den neuen zweiten Eingang hinten am Gebäude jetzt nicht nur direkt das Parkhaus, sondern auch die Gewobau-Büros leichter erreichen kann.

Nach dem letztlich von wenig Erfolg gekürten City-Outlet und dem langen Leerstand des Gebäudes ist mit dem neuen Mieter auch die Gewobau-Kasse entlastet. Im Gespräch mit dem Merkur bezifferte Eschmann die durch den Leerstand verursachten monatlichen Kosten auf einen niedrigeren fünfstelligen Betrag.

Was die ersten Kunden sagen

Die trotz des Donnerstagstermins sehr zahlreich erschienenen Kunden am Eröffnungstag indes kümmerte das alles wenig. Sie nutzten vor allem die Gelegenheit, ausgiebig zu shoppen. Anja Leiner aus Winterbach etwa kam eigens zur Eröffnung angereist, um mit ihrem Sohn Mirko Leiner-Hennig Kleider zu kaufen. Entsprechend voll war ihr Einkaufskorb. Auch Peter Veit aus Zweibrücken trafen wir im Obergeschoss. Er lobte vor allem die große Auswahl an Bekleidung. Und wie er freute sich auch die Zweibrückerin Jutta Weber über das große Woolworth-Angebot: „Das hat in Zweibrücken einfach die ganze Zeit noch gefehlt.“