Brandanschlag auf AfD-Auto – Bekennerschreiben veröffentlicht


Stand: 24.08.2026, 20:00 Uhr

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Das Auto der Darmstädter AfD brannte komplett aus, die beiden daneben stehenden Wagen wurden beschädigt.

Das Auto der Darmstädter AfD brannte komplett aus, die beiden daneben stehenden Wagen wurden beschädigt. © AfD Hessen

Ein Wagen des Darmstädter Kreisverbands der extrem rechten Partei brennt aus. Die Kriminalpolizei geht von Brandstiftung aus und der Staatsschutz ermittelt.

Nachdem am frühen Samstagmorgen in der Darmstädter Innenstadt ein Kleinwagen ausgebrannt ist, hat die Staatsschutzabteilung des Polizeipräsidiums Südhessen die Ermittlungen übernommen. Bei dem blauen Wagen der französischen Marke Citroën habe es sich um „das Auto des AfD-Kreisverbandes Darmstadt“ gehandelt, teilte Robert Lambrou, hessischer Co-Landessprecher der extrem rechten AfD, mit. Lambrou sprach von einem „Brandanschlag“. Die FR erreichte per E-Mail ein Bekennerschreiben eines „Darmstädter Aktionskollektivs“, das bislang nicht in Erscheinung getreten war. Das Schreiben wurde auch auf der Internetplattform indymedia.org, die als linksradikales Informationsforum fungiert, veröffentlicht.

Ein Polizeisprecher teilte am Montagnachmittag mit, nach dem Fahrzeugbrand an der Spreestraße, die parallel zur Darmstädter Rheinstraße verläuft, hätten Kriminalbeamtinnen und -beamte den komplett ausgebrannten Wagen inzwischen nach Spuren untersucht. Aufgrund der dabei gewonnenen Erkenntnisse gehe das Ermittlungsteam von Brandstiftung aus. Durch die Hitzeentwicklung seien zwei weitere Fahrzeuge beschädigt worden. Der Sachschaden werde derzeit auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

AfD-Kleinwagen brennt in Darmstadt aus – 10.000 Euro Belohnung für Hinweise

Laut AfD-Co-Landessprecher Lambrou soll der Schaden am ausgebrannten Wagen nach Auskunft des Darmstädter Kreisverbands rund 3.000 Euro betragen. Die AfD lobte 10.000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter oder des Täters führen. Lambrou äußerte, die Täter hätten in Kauf genommen, dass ein benachbartes Auto ebenfalls ausbrenne. Damit zeigten sie nicht nur, wie „skrupellos“ sie gegen Andersdenkende vorgingen, sondern auch, dass ihnen „Kollateralschäden egal“ seien.

In der Nähe des Tatorts kleben mehrere Anti-AfD-Aufkleber an Laternen- und Straßenmasten sowie auf Verkehrsschildern.

In der Nähe des Tatorts kleben mehrere Anti-AfD-Aufkleber an Laternen- und Straßenmasten sowie auf Verkehrsschildern. © Jens Joachim

„Darmstädter Aktionskollektiv“ bekennt sich

Die Ermittlungen zu Hintergründen und möglichen Tatverdächtigen dauern nach Auskunft des Polizeisprechers noch an. Die Authentizität des Bekennerschreibens soll überprüft werden. Zeuginnen und Zeugen, die gegen 4.25 Uhr am Samstagmorgen verdächtige Beobachtungen in der Nähe des Tatorts gemacht hätten oder Hinweise geben könnten, sollten sich unter der Telefonnummer 06151/9690 mit dem Ermittlungsteam in Verbindung setzen.

Unter der Überschrift „Auto eines AfD-Funktionärs in Brand gesetzt“ teilte das „Darmstädter Aktionskollektiv“ mit, in der Nacht zum Samstag sei das Auto des AfD-Funktionärs Christopher Groß in der Nähe seiner Wohnung in Brand gesetzt worden. Groß ist Vorsitzender der Darmstädter AfD-Stadtverordnetenfraktion und zweiter Sprecher des Darmstädter Kreisverbands der extrem rechten Partei. In dem Auto hätten sich „alle Materialien für einen Informationsstand“ befunden, der am Samstag in der Heimstättensiedlung aufgebaut wurde.

Nicht die erste Attacke auf AfD-Kommunalpolitiker in Darmstadt

In Anlehnung an Stadtrat und CDU-Parteichef Paul Georg Wandrey äußert eine gewisse „Lilly Wandrey“ in dem Bekennerschreiben: „Wie die jüngsten Ereignisse in Darmstadt zeigen, ist im Kampf gegen den Faschismus weder auf den Staat noch auf die Polizei zu vertrauen. Deshalb haben wir beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und etwas gegen faschistische Propaganda zu unternehmen.“ „Marcel Benz“ – dessen Aliasname offenbar an den Darmstädter Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) erinnern soll, ergänzt in dem Schreiben: „Wir sehen die AfD als Vorreiterin der allgemeinen Diskursverschiebung hin zu einer Politik, die auf Volksverachtung und Autoritarismus basiert. Dem müsse man sich entgegenstellen, egal wer sie propagiere oder umsetze.

Erst im Juli war in Marburg das Auto eines AfD-Kommunalpolitikers stark beschädigt worden. Scheiben wurden eingeschlagen, Autoreifen zerstochen. Zudem wurden Farbe und Buttersäure verteilt. In der Nacht zum 17. Februar 2026 waren Wohnhäuser der AfD-Spitzenkandidierenden zur Kommunalwahl mit roter Farbe und dem Schriftzug „Kein Vergeben, kein Vergessen! Nazis haben Namen und Adressen!“ beschmiert worden. Zudem wurde Buttersäure verteilt. Im Februar 2024 hatte es ähnliche Attacken auf Häuser von AfD-Mitgliedern in Darmstadt gegeben.

Zum Thema: AfD-Vertreter mit Wasserbomben attackiert - Staatsschutz ermittelt