Zittersieg beim Drittligisten: Johannesson-Doppelpack rettet Köln in Würzburg
Zittersieg beim Drittligisten Johannesson-Doppelpack rettet Köln in Würzburg
Stand: 24.08.2026 • 20:00 Uhr
Der 1. FC Köln schrammt beim Drittligisten Würzburger Kickers knapp an einer Pokal-Blamage vorbei - ein Doppelpack von Isak Johannesson rettet die Kölner am Ende beim 2:1-Erfolg.
Nach Würzburgs Führungstor durch David Abrangao in der 18. Minute sah es lange nach einer möglichen Pokal-Sensation aus. Isak Johannesson beruhigte mit seinem Ausgleichstreffer (62.) die Nerven beim Bundesligisten aus Köln - und drehte das Spiel dann auch mit seinem zweiten Treffer (77.).
Kölns Matchwinner Johannesson: "Erste Runde im Pokal ist immer schwer"
"Die erste Runde im Pokal ist immer schwer. Wir hatten in der ersten Halbzeit viele Möglichkeiten, aber der Ball wollte nicht rein. Am Ende war es das Wichtigste, in die nächste Runde zu kommen", sagte Kölns Doppel-Torschütze und Matchwinner im Sportschau-Interview. "Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte."
Der FC hatte von Beginn an mehr Spielanteile und kam früh zu Chancen: Nach einer Ecke von Alessio Castro-Montes spielte Ragnar Ache in der 8. Minute erstmals seine Stärke in der Luft aus, köpfte aufs lange Eck – Würzburgs Keeper Marko Rajkovacic verhinderte mit einer starken Reaktion den frühen Rückstand.
Im Anschluss startete Said El Mala seinen ersten schnellen Antritt und kam zum Abschluss, der Ball wurde noch abgefälscht und senkte sich gefährlich, Würzburgs Keeper durfte sich erneut auszeichnen (9.).
Kölner Blackout ermöglicht Würzburgs Führung
Köln hatte das Spiel scheinbar unter Kontrolle, leistete sich dann aber beim ersten ernsthaften Vorstoß der Kickers einen schwer erklärlichen Blackout in der Defensive, den der Außenseiter zur Führung nutzte: Gideon Mensah, einer von zwei Neuzugängen in der Viererkette, verursachte mit einem ungeschickten Einsatz am Strafraumeck einen Freistoß für Würzburg. Beim anschließenden Eckball bekamen die Kölner die Situation nicht geklärt. Die Flanke von Tim Kraus rutschte durch bis an den Fünfmeterraum, Abrangao schaltete am schnellsten, drückte den Ball aus allerdings abseitsverdächtiger Position über die Linie.
Köln ohne Tempo und Kreativität
Die Kölner Fankurve ließ erst einmal Tennisbälle auf den Rasen regnen - wohl aus Protest gegen die unbeliebte Spielansetzung am Montagabend. Für den FC war es jetzt ein richtig unangenehmes Spiel. Würzburg, gepusht von der Führung, stand defensiv gut organisiert und machte vor allem das Zentrum erfolgreich dicht.
Dem Kölner Spiel fehlte es aber auch deutlich an Tempo und Kreativität. Fast alles lief über die linke Seite und El Mala, der es dort meistens mit mehreren Würzburgern zu tun bekam, sich aber trotzdem Chancen erarbeitete: Nach 27 Minuten zog der Flügelstürmer mit seinem Lieblings-Move nach innen, rutschte dann aber beim Schuss weg, Rajkovavic konnte parieren. 60 Sekunden später brach Kölns Hoffnungsträger erneut durch, legte von der Grundlinie zurück auf Bülter, der den Ball aber in Rücklage übers Tor jagte.
Insgesamt aber brachten die Kölner viel zu selten gefährliche Bälle in die Tiefe. Erst in der 45. Minute kam einmal ein guter Ball hinter die Würzburger Kette, Bülter (45.) war durch, legte den Ball an Rajkovacic vorbei, aber auch knapp über die Latte.
Johannesson-Doppelpack - Kölns Comeback nach der Pause
Kölns Coach René Wagner beließ es zu Beginn der 2. Halbzeit erst einmal bei seiner Startformation, die aber weiter nach Ideen suchte. Der Ausgleich fiel eher überraschend, erzwungen durch ein entschlossenes Nachsetzen von El Mala und mit einer gehörigen Portion Glück: Bülter flankte gefährlich vors Tor, Ache traf den Ball nicht richtig, schaffte aber irgendwie noch die Ablage zu Johannesson, der aus kurzer Distanz vollendete.
Eine Minute nach dem Ausgleich lag der Ball erneut im Würzburger Netz. Erneut traf Johannesson, der eine Vorlage von Castro-Montes verwertete - dabei stand er aber im Abseits.
Auf einmal lief der Ball bei den Kölnern, bei Würzburg schien der Energielevel auch nach unten zu gehen. Ache hatte die Führung auf dem Fuß, seinen platzierten Schuss vom Strafraumeck parierte aber erneut Keeper Rajkovacic.
FC-Coach Wagner brachte in der Schlussviertelstunde mit Neuzugang Thijs Dallinga und Linton Maina zwei frische Offensivkräfte, das zahlte sich schnell aus: Maina brachte sich auf der rechten Seite gut in Position, legte dann mit viel Übersicht zurück auf Johannesson, und der Isländer schlenzte den Ball perfekt und unhaltbar für Rajkovacic ins Eck.
Kölns Matchwinner Johannesson (r.), Vorlagengeber Maina
Würzburger Pfostentreffer in der Nachspielzeit - Dusel-Sieg für Köln
In der Schlussphase versuchte der Drittligist nochmal ein Comeback zu starten, Würzburgs Coach brachte gleich drei neue Kräfte. Doch erst einmal verpasste der FC die Vorentscheidung: Maina leitete den Konter ein, El Mala brachte den Ball perfekt nach innen, Dallinga setzte den Ball aus kurzer Distanz über den Kasten.
So mussten die Kölner tatsächlich noch bis in die Nachspielzeit zittern - und hatten Riesen-Glück: Liam Omore erwischte eine Flanke von links, der Pfosten verhinderte den Würzburger Ausgleich.