BUND sieht weitere Hindernisse für den späten Frankfurter Wärmeplan
Stand: 10.08.2026, 18:11 Uhr
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Dem Frankfurter Konzept mangele es an Klarheit über die Zukunft der Fernwärme – das könnte die Verabschiedung erneut verzögern.
Frankfurt hinkt mit seinem „Kommunalen Wärmeplan“ (KWP), Grundlage der künftigen klimaneutralen Versorgung, den meisten anderen Großstädten hinterher. Eigentlich sollte er am 30. Juni fertig und verabschiedet sein – nun ist geplant, dass er auf die Tagesordnung der Stadtverordneten am 1. Oktober kommt (die FR berichtete). Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert die Verzögerung vor allem wegen fehlender Unterlagen der Energieversorgerin Mainova.
Eine Verabschiedung könne „noch nicht erfolgen, solange der Fernwärmeplan der Mainova noch nicht voll veröffentlicht ist“, sagt Werner Neumann vom hessischen BUND-Landesvorstand, Sprecher des Arbeitskreises Energie im wissenschaftlichen Beirat der Umweltorganisation.
Mainova verweist auf Betriebsgeheimnisse
Neumann hatte sich bereits im Frühjahr an die Energieversorgerin gewandt. Er sah den BUND nicht in der Lage, eine Stellungnahme zum KWP abzugeben, ohne den Fernwärmetransformationsplan der Mainova zu kennen. Das Unternehmen antwortete, es könne nicht alle Details offenlegen, sondern „nur solche Informationen, die einen belastbaren, konsistenten und aktuellen Planungsstand abbilden, sowie keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse beinhalten“. Erst in einigen Monaten könnten mehr Informationen veröffentlicht werden, betonte die Mainova im Juli. Gegen Jahresende folge die Veröffentlichung gemäß Wärmeplanungsgesetz; sie zeige „den dann maßgeblichen, abgestimmten Planungsstand“.
„Genau dies war offensichtlich bisher nicht der Fall“, schlussfolgert BUND-Vorstand Neumann. Er sagt: „Wir begrüßen die Absicht der Veröffentlichung.“ Das sei ein großer Erfolg im Sinne von Transparenz, die der Akzeptanz des Wärmeplans diene. „Die Hauseigentümer müssen ja wissen, welche Pläne Mainova beim Ausbau der Fernwärme konkret verfolgt“, betont er. „Und davon hängt auch ab, welche Wärmequellen genutzt werden sollen.“
Aus Sicht Neumanns wäre es problematisch, den städtischen Wärmeplan ohne die Fortschreibung der Fernwärmevorhaben der Mainova zu verabschieden. Auch die Ortsbeiräte müssten einbezogen werden. „Dort stellt sich vor Ort die Frage, ob es eine Fernwärmeversorgung geben kann oder nicht.“
Dagegen sieht das städtische Klimareferat keinen Grund zur Sorge. Das Wärmeplanungsgesetz sehe zwar vor, dass parallel und eng verzahnt an KWP und Transformationsplänen der Versorger gearbeitet werde. „Das heißt aber nicht, dass Versorger Transformationspläne vor oder mit der Fertigstellung der ‚Kommunalen Wärmeplanung‘ vorlegen müssen“, sagt Abteilungsleiter Marc Gasper. Wärmenetzbetreiber müssten ihre Netzausbau- und Dekarbonisierungspläne erst bis 31. Dezember vorlegen und im Internet veröffentlichen.
In der Praxis funktioniere das „nicht als Einbahnstraße, sondern als wechselseitiger Austausch“: Ergebnisse des Wärmeplans flössen in den Transformationsplan ein. Am Ende orientiere sich der Umbauplan der Mainova an den Vorgaben der Wärmeplanung. Die relevante Frage laute, ob die KWP die Pläne der Mainova und ihres Tochterunternehmens Netzdienste Rhein-Main angemessen berücksichtigt habe. Gasper: „Diese Frage kann aus Sicht der Planer eindeutig mit Ja beantwortet werden.“
Nun ist die gesetzliche Frist zur Vorlage des Wärmeplans ohnehin längst überschritten. Der BUND plädiert dennoch „für Sorgfalt, Transparenz und breite Beteiligung der Bevölkerung“. Zudem sei es wichtig, zunächst zu erfahren, wie das Klimareferat mit den zahlreichen Einwendungen und Hinweisen aus der Phase der Offenlegung des Plans umgehe – und ob der Wärmeplan daher nochmals geändert werden könne. „Daher sollte die Diskussion über den Wärmeplan, verbunden mit der Veröffentlichung des Fernwärmeplans der Mainova, nochmals eröffnet werden“, regt Neumann an. „Dann kann es einen politisch abgestimmten Plan mit einer fachlich belastbaren Grundlage geben.“
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