Verdächtige Drohne über Patriot-Raketen-Werft gesichtet
Bundeswehr-Kaserne beschattet?
Verdächtige Drohne über Patriot-Raketen-Werkstatt gesichtet
In der Nacht auf Freitag wurden über der Bundeswehr-Kaserne in Mechernich mindestens sechs Drohnenüberflüge registriert. Die Anlage ist Europas einzige Werkstatt für Patriot-Abwehrraketen. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Spionage.
Publiziert: 19:46 Uhr
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Aktualisiert: 19:47 Uhr
Darum gehts
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- Sechs Drohnen überflogen eine Bundeswehr-Kaserne in Mechernich, Ermittlungen laufen
- Kaserne dient als einzige Patriot-Werft Europas, enthält kritische Ausrüstung
- USA haben laut Berichten Hälfte ihrer Patriot-Raketen verbraucht
Mattia JutzelerRedaktor News
Schon wieder gibt es Drohnen-Alarm in Deutschland. Erst in der Nacht auf Mittwoch wurde eine Drohnenbombe neben einem ukrainischen Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig entdeckt. Nur einen Tag später wurde mindestens ein verdächtiges Flugobjekt über der Bundeswehr-Kaserne in Mechernich beobachtet.
Der Standort im Westen des Landes ist eine Werkstatt für Patriot-Abwehrraketen. Laut der deutschen Tagesschau ist es wohl die einzige solche Anlage in Europa. Weiter lagern hier essenzielle Ausrüstungsgegenstände und Ersatzteile der Bundeswehr.
Polizei konnte Drohne beobachten
In der Nacht auf Freitag sollen Sicherheitskräfte der Kaserne wohl mindestens sechs Drohnenüberflüge beobachtet haben. Gleich nach der ersten Sichtung sei die Polizei aufgeboten worden. Die Beamten sollen im Anschluss wohl mindestens einen Überflug selbst gesehen haben. Eine Drohne soll sogar kurzzeitig über den Einsatzkräften gekreist haben, berichtet unter anderem die «Süddeutsche Zeitung».
Wer für die Überflüge in Mechernich verantwortlich ist, ist unklar. Die deutsche Polizei ermittelt aktuell wegen des Verdachts des sicherheitsgefährdenden Abbildens von militärischen Anlagen, Wehrmitteln oder sensiblen Bereichen.
Spionage wegen Patriot-Werft?
Ebenfalls ist noch offen, ob die verdächtigen Drohnenüberflüge etwas mit der Funktion der Kaserne als «Patriot-Werft» zu tun haben. In den vergangenen Monaten wurde immer wieder darüber berichtet, dass die weltweiten Bestände solcher Abwehrraketen zur Neige gehen. Dies unter anderem wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran.
Am Donnerstag berichteten etwa mehrere US-Medien, dass die Armee der Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorkriegsbestand die Hälfte ihrer Patriot-Raketen verballert hat. Diese Munitionsknappheit sorge auch bei den Verbündeten der USA für Bedenken. Viele Staaten am Persischen Golf, etwa Katar und Bahrain, sind auf US-Luftverteidigungssysteme angewiesen.