Bürgermeister findet massenweise Unterhosen an Zugspitz-See – und hat eine überraschende Erklärung
Stand: 12.09.2026, 14:05 Uhr
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Am Tiroler Seebensee lagen diesen Sommer Slips und Herrenunterhosen verstreut am Ufer. Der örtliche Bürgermeister packte sie in eine Mülltüte – und hat eine interessante Theorie.
Ehrwald – Es ist einer der schönsten Flecken der Zugspitzregion: der auf 1657 Meter Höhe gelegene Seebensee am Nordhang der Mieminger Berge im Norden Tirols, der für sein grünes Wasser und den prachtvollen Blick auf Deutschlands höchsten Berg bekannt ist. Der See gehört zur Gemeinde Ehrwald, die am Fuß der Zugspitze liegt.

Bürgermeister entdeckt am Zugspitzsee immer wieder Unterhosen am Ufer – er hat eine Theorie
Bürgermeister Markus Köck kennt den See seit seiner Kindheit und dreht selbst gerne mal eine Runde an dem türkisblauen Gewässer, in dem sich die Zugspitze so malerisch spiegelt. Doch diesen Sommer traute er bei seinen Spaziergängen seinen Augen nicht: „Rund um den See verstreut habe ich 16 Unterhosen gefunden, als ich oben war“, berichtet das Gemeindeoberhaupt.
Herrenunterhosen, Damenslips, rot, blau – allesamt lagen sie verstreut am Ufer. Scheinbar ein Rätsel. Doch Köck hat eine Erklärung für die seltsamen Funde: „Normalerweise ist der See im Sommer 12 bis 14 Grad warm, doch dieses Jahr war er viel wärmer. Vermutlich waren das Wanderer oder Radfahrer, die sich spontan zu einem Bad in der Unterhose entschlossen und dann ihre nasse Wäsche auszogen.“

Vielleicht sollten die Slips in der Sonne trocknen, vermutet der Bürgermeister. „Doch das geht dann doch nicht so schnell.“ Dann muss es ohne Unterhose wieder ins Tal gegangen sein. Verständnis hat der Bürgermeister, der die Slips in eine Mülltüte packte und im Tal entsorgte, nicht: „Das ist ein Bergsee und kein Badesee, es gibt im Tal genügend Bademöglichkeiten, wie den Blindsee oder den Heiterwanger See.“ Doch selbst im 250 Meter höher gelegenen Drachensee seien in diesem Sommer Badegäste gewesen. Köck: „Nächstes Jahr wird kontrolliert.“
Sticker an Wegweisern, YouTuber in bizarren Kostümen: Den Bürgermeister wundert gar nichts mehr
Insgesamt war der Bürgermeister aber mit dem Müllaufkommen halbwegs zufrieden: „Für das, was heuer los war, geht es noch.“ Jausendosen, Trinkflaschen, Sonnenbrillen, Kappen: „Es kann mal passieren, dass man etwas verliert.“ Ansonsten gebe es Mülleimer, die die Gemeinde regelmäßig leere. Aber eines nervt ihn schon: „Die Abziehbilder, mit denen die Deutschen alles zupicken, und die Rückseiten aus Plastik dann einfach ins Gebüsch werfen.“ Die Herkunft der Sticker ist meistens den Aufklebern selbst zu entnehmen. Gipfelkreuze oder Wegweiser werden in den gesamten Alpen zugeklebt. Auch Schutzhütten sind betroffen. Andernorts wie in Südtirol klagen Betreiber über übelsten Vandalismus auf Berghütten.
Köck wundert sich aber über gar nichts mehr: „Neulich habe ich am See eine YouTuber-Gruppe gesehen, die mit Wolfs- und Katzenschwänzen bekleidet ein Filmchen gedreht hat.“