Business-Liveticker: „Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise“ weitermachen | FAZ
Experte: Einige Galeria-Warenhäuser könnten weitermachen
Wie geht es weiter mit der Warenhauskette Galeria nach der jüngsten Insolvenz? „Ein vollständiges Aus ist möglich, aber keineswegs zwangsläufig“, sagte der Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er halte eine Fortführung mit deutlich weniger Standorten gerade für die Mitarbeiter für eine mögliche Lösung, „nicht jedoch eine dauerhafte Rettung des gesamten bisherigen Filialnetzes“.
Aktuell hat Galeria 83 Filialen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Am Freitag hatte es erneut Insolvenz angemeldet - zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren.
Voraussetzung für eine Fortführung sind laut Kortum „wirtschaftlich tragfähige Häuser, ein klares Sortimentsprofil und ausreichend Eigenkapital für Modernisierung und Umbauten“. Nötig sei dafür „endlich“ ein Eigentümer, der nicht nur kurzfristige finanzielle Interessen habe, sondern langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube.
Ifo: „Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise“
Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im September stark eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 35,0 Punkte, von minus 22,0 Zählern im August, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage so schlecht wie noch nie in diesem Jahr. Die Aussichten für die kommenden Monate waren schon im August drastisch gesunken und verharrten nun auf tiefem Niveau. „Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Diese Krisenstimmung lässt sich an vielen weiteren Indikatoren erkennen: So sackten die Exporterwartungen in der Autoindustrie ab, nachdem sie zuvor noch gestiegen waren. Ähnliches galt für die Beschäftigungserwartungen. Die Unternehmen bewerteten im September überdies ihren Auftragsbestand erneut schlechter als im Vormonat. Die Ertragslage, die immer vierteljährlich abgefragt wird, ist den Unternehmensangaben zufolge im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesunken.
100.000 Anträge für E-Auto-Prämie gestellt
Die im Mai freigeschaltete neue E-Auto-Prämie wurde nach Regierungsangaben bisher an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte der „Bild“-Zeitung, „das Förderprogramm hat unsere Erwartungen weit übertroffen und jetzt schon 100.000 Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Spritpreisen zu schützen“. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.
Das Geld komme Menschen zugute, die vorher nicht einmal daran gedacht hätten, sich ein E-Auto zu kaufen, sagte Schneider. Die Hälfte der Antragsteller hatte demnach ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel verdienten maximal 60.000 Euro. „Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt“, betonte Schneider.
Förderfähig sind Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen. Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres.
Mathias Peer
Starbucks wegen neuer Filialen in Xinjiang unter Druck
Die US-Kaffeekette Starbucks gerät wegen ihrer ersten Filialen in der chinesischen Region Xinjiang politisch unter Druck. Der Vorsitzende des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, forderte das Unternehmen auf, die Geschäfte angesichts der Unterdrückung der Uiguren wieder zu schließen. Der Republikaner bezeichnete die Eröffnung als „schockierend und moralisch bankrott“.
„Starbucks sollte unverzüglich den Kurs ändern und seine Filialen in Xinjiang schließen“, teilte Moolenaar in einer Stellungnahme mit. Mit jedem dort verkauften Becher werde eine bekannte amerikanische Marke mit dem brutalen Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren verknüpft. Starbucks hatte am Dienstag zwei Cafés in der Regionalhauptstadt Urumqi eröffnet: eines am Großen Basar und ein weiteres am internationalen Flughafen.
Bayer investiert 2,2 Milliarden Dollar in neues Werk in den USA
Der Pharmakonzern Bayer will 2,2 Milliarden Dollar in ein neues Werk in den USA investieren und so rund 600 Arbeitsplätze schaffen. Die Anlage solle in New Albany im US-Bundesstaat Ohio entstehen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Sebastian Guth, bei Bayer für das operative Geschäft der Pharmasparte zuständig, sagte, es sei eine ganz bewusste Entscheidung, die Präsenz in den USA zu stärken, „und das neben eine historisch starke Präsenz in Europa und eine starke Präsenz in Asien zu stellen“.
In dem Werk soll eine Reihe von Medikamenten hergestellt werden, darunter Kerendia zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen, Nubeqa gegen Prostatakrebs und das noch in der Entwicklung befindliche Mittel Asundexian zur Vorbeugung von Schlaganfällen.
Guth verwies in einem Interview mit der Agentur Reuters auf das kräftige Wachstum von Bayer in den USA. 2018 habe das Unternehmen noch rund 20 Prozent des weltweiten Pharmaumsatzes in den USA erwirtschaftet, inzwischen seien es 35 Prozent. „Wir sehen, dass sich das Momentum auch jetzt weiter fortsetzt und haben die Devise ausgegeben, bis Ende des Jahrzehnts unser Geschäft in den Vereinigten Staaten noch einmal zu verdoppeln.“ Dahinter stehe eine Bereitschaft in den USA, für Innovationen zu bezahlen.
Reiche: Auch nach Diesel-Freigabe ausreichend Reserve
De Diesel-Versorgung steht nach den Worten von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auch nach der Freigabe eines Teils der Not-Reserven nicht in Frage. Es würden jetzt 100 Millionen Barrel über vier Monate koordiniert über die Internationale Energie-Agentur mobilisiert, teilte Reiche am Freitagabend mit. „Dabei bleibt jederzeit ausreichend Reserve zur Sicherung der Versorgung im System.“ Das werde fortlaufend überwacht.
Zugleich würden die G7-Staaten ihre Energieflüsse untereinander offen halten, die Kapazitäten der Raffinerien koordinieren und die Auslastung erhöhen, wo das möglich sei. „Damit bringen wir zusätzliches Angebot in den Markt, begrenzen weiteren Preisdruck und schaffen Verlässlichkeit – für Unternehmen und Verbraucher ebenso wie für unsere transatlantische Partnerschaft“, so Reiche.
Die G7-Staaten hatten sich zuvor auf die Freigabe von 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus ihren strategischen Reserven geeinigt. Damit reagiert das Bündnis auf den Druck der USA, das Angebot zu erhöhen. Die Hoffnung ist, dass die Kraftstoffpreise sinken, die unter anderem wegen des von den USA und Israel begonnen Irankriegs stark gestiegen sind.
US-Präsident Donald Trump steht unter Druck, die Kraftstoffkosten noch vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November zu senken. Die hohen Preise sind für Trump und seine Republikaner zu einem politischen Problem geworden - vor allem in den Agrarstaaten, in denen der Kraftstoff für die Landwirtschaft, den Lkw-Verkehr und das verarbeitende Gewerbe von großer Bedeutung ist.
Neuer US-Mediengigant heißt Skydance
Nach der milliardenschweren Übernahme von Warner Bros durch Paramount Skydance wird der fusionierte Medienkonzern künftig unter dem Namen Skydance firmieren. Dies gab Konzernchef David Ellison am Freitag bekannt. So sollten die eigenständigen Identitäten der traditionsreichen Filmstudios Paramount und Warner Bros bewahrt werden. „Wir wollten einen Namen, der dem fusionierten Unternehmen eine eigene Identität gibt“, erläuterte Ellison. Paramount und Warner Bros könnten so jeweils im Rampenlicht bleiben. Die rechtliche Umbenennung in Skydance ist für Dienstag geplant. Am selben Tag sollen die Aktien von der Technologiebörse Nasdaq an die New York Stock Exchange wechseln und dort unter dem neuen Kürzel „SKYD“ gehandelt werden.
Ein US-Richter hatte am Mittwoch den Weg für den Zusammenschluss endgültig freigemacht und damit eine monatelange Hängepartie beendet. Zuvor hatte sich das Unternehmen mit zwölf US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen die Fusion geklagt hatten. Sie hatten befürchtet, dass der neue Mediengigant die Preise für Filme und Fernsehserien in die Höhe treiben könnte.
Ellison hatte erst Anfang der Woche Ynon Kreiz, bisher Chef des Spielwarenkonzerns Mattel, zu seinem Co-CEO ernannt. Während Kreiz das Tagesgeschäft und die Integration leiten soll, will sich Ellison auf die kreative Ausrichtung und die Gesamtstrategie konzentrieren. Das Führungsduo steht vor der Herausforderung, Einsparungen von sechs Milliarden Dollar umzusetzen und einen gemeinsamen Schuldenberg von rund 80 Milliarden Dollar zu verwalten.
Schwacher US-Arbeitsmarkt: Nur 29.000 neue Stellen im September
Der amerikanische Arbeitsmarkt hat im September mit einem schwachen Stellenaufbau überrascht. Unter dem Strich entstanden nur 29.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Job-Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters zuvor befragte Fachleute hatten mit 90.000 Stellen gerechnet. Im August waren zudem nach revidierten Daten nur 133.000 Arbeitsplätze entstanden. Ursprünglich war ein Plus von 162.000 Jobs gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote stieg zudem im September auf 4,2 Prozent. Hier hatten Fachleute mit einem Verharren auf dem Vormonatswert gerechnet.
Die US-Notenbank Federal Reserve soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen und achtet somit genau auf die Arbeitsmarktdaten. Sie hat den Leitzins zuletzt auf die neue Spanne von 3,75 bis 4 Prozent angehoben. Sie stemmte sich damit gegen den Inflationsschub - eine Folge des Iran-Krieges und der damit stark gestiegenen Ölpreise. Die Notenbank bescheinigte dem Arbeitsmarkt zugleich Mitte September, dass der Beschäftigungszuwachs mit dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung Schritt gehalten habe. Der Chef der New Yorker Fed, John Williams, hat jüngst erklärt, er sehe derzeit keine Eile für eine weitere Verschärfung der Geldpolitik.
Altkanzler Schröder wird Aufsichtsrat bei russischer Globus
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist in Russland zum Mitglied des Aufsichtsrats des russischen Ablegers der Globus-Gruppe geworden. Das bestätigte die russische Hyperglobus GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Schröder sei von den Anteilseignern schon am 30. September in den Aufsichtsrat aufgenommen worden. Der Altkanzler werde an der allgemeinen Unternehmensführung teilnehmen und die strategische Entwicklung der Firma in Russland leiten, hieß es.
Eine Bestätigung des 82-Jährigen, der mit Kremlchef Wladimir Putin befreundet ist, lag zunächst nicht vor. Zur Frage, ob die Personalie mit den kürzlich vom russischen Präsidenten angeordneten Zwangsverwaltungen ausländischer Firmen wie Metro, Auchan oder Nestlé im Zusammenhang steht, äußerte sich Pressedienst der Hyperglobus nicht. Den Angaben nach wurde der russische Ableger seit Januar 2025 von der deutschen Holding abgetrennt und agiert „juristisch und organisatorisch“ eigenständig in Russland.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Zum Ende seiner Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der Ostseepipeline Nord Stream; nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm er Funktionen bei Nord Stream und dem russischen Energiekonzern Rosneft. Seine enge Verbindung zu Putin und sein Engagement für russische Energieunternehmen stehen seit Jahren in der Kritik. Auch während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.
Bauhaus darf acht Standorte der insolventen Hellweg-Gruppe übernehmen
Nach der Insolvenz der Baumarktkette Hellweg darf der Konkurrent Bauhaus acht Standorte übernehmen. „Das Zusammenschlussvorhaben ist wettbewerblich unbedenklich“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Freitag in Bonn. Betroffen sind die Standorte in Backnang, Beckum, Berlin-Köpenick, Dahlwitz-Hoppegarten, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen, Iserlohn und Potsdam.
Das Unternehmen Hellweg betrieb zuletzt unter den Marken Hellweg und BayWa Bau & Garten 113 Bau- und Gartenmärkte in Deutschland. Das Unternehmen hatte im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bauhaus ist eine der führenden Baumarktketten in Deutschland. Das Unternehmen betreibt rund 290 Standorte in Deutschland sowie im europäischen Ausland.
Bundesregierung hebt wohl Wachstumsprognosen kräftig an
Die Bundesregierung folgt den Wirtschaftsforschungsinstituten und wird ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich anheben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wird nun mit einem Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,1 Prozent im kommenden Jahr gerechnet. Erst 2028 wird das Bruttoinlandsprodukt spürbar langsamer zulegen, mit dann geschätzten 0,6 Prozent.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Herbstprojektion nächste Woche vorstellen. Seit dem Frühjahr hatte die Regierung aus Union und SPD für 2026 mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet, 2027 dann von 0,9 Prozent. Doch der Nahost-Krieg hat die deutsche Wirtschaft anders als befürchtet nicht so stark gebremst.
Der Aufschwung wird vor allem durch die schuldenfinanzierten Investitionen des Staates in die Infrastruktur und die Aufrüstung der Bundeswehr befeuert. So gehen von den Konsumausgaben der öffentlichen Hand vor allem 2026 wesentlich stärkere Impulse als von den privaten Haushalten aus. 2027 dürfte der Unterschied zwar kleiner werden, aber immer noch deutlich sein. Die schwarz-rote Koalition hat sich nach den hohen Schulden in vielen Politikfeldern auch Strukturreformen vorgenommen. Bei der Umsetzung stockt es aber immer wieder.
Der Export dürfte ein Treiber der Wirtschaft bleiben. Hier rechnet die Regierung laut dem Entwurf der Herbstprojektion mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent. 2027 und 2028 dürften es dann noch 2,1 und 1,1 Prozent sein. Die Baubranche dürfte 2027 die Wende schaffen. Nach Jahren mit rückläufigen Investitionen wird kommendes Jahr mit einem Plus gerechnet, 2028 ebenfalls.
Der Nahost-Krieg trifft viele Verbraucher über die Inflation, vor allem die stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Die Regierung rechnet dem Insider zufolge 2026 mit einer Teuerungsrate von 2,7 Prozent, 2027 dann von 3,0 Prozent. 2028 dürften es noch 2,2 Prozent sein. Die Europäische Zentralbank strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft zwei Prozent an. Bei höheren Werten steuert sie in der Regel mit höheren Zinsen dagegen.
Die führenden Forschungsinstitute hatten ihre gemeinsame Prognose zuletzt ebenfalls nach oben geschraubt. Sie erwarten auch ein Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,1 Prozent im nächsten Jahr. Für 2028 sind die Ökonomen aber skeptischer und rechnen nur mit 0,4 Prozent.
Julius Bär kündigt Aktienrückkauf über 600 Millionen Franken an
Die Schweizer Privatbank Julius Bär will eigene Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückkaufen. Das Programm solle in den kommenden Wochen starten und innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, teilte das Institut am Freitag mit. Der Rückkauf solle über eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX erfolgen. Zudem überarbeite die Bank ihre Ausschüttungspolitik. Demnach wolle Julius Bär die Dividendenausschüttungsquote zwischen 40 und 60 Prozent des Konzerngewinns beibehalten, strebe jedoch eine progressive Dividende je Aktie an. Die harte Kernkapitalquote (CET1) solle weiterhin bei 15 Prozent liegen.
Kürzlich hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma ein Untersuchungsverfahren gegen Bär abgeschlossen und damit auch Aktienrückkäufe wieder möglich gemacht. „Der Verwaltungsrat ist erfreut über die Fortschritte, die Stefan Bollinger und das Führungsteam bei der Bewältigung von Altlasten erzielt haben, sowie über den offenen und transparenten Dialog, der während des gesamten Prozesses mit der Aufsichtsbehörde gepflegt wurde“, erklärte Verwaltungsratspräsident Noel Quinn. Überschüssiges Kapital werde an die Aktionäre zurückgezahlt, während gleichzeitig die finanzielle Stärke für die Ziele des Zyklus von 2026 bis 2028 gewahrt bleibe.
Polen führt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein
Um die Preise für Benzin und Diesel senken zu können, führt Polen eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein. Er habe ein entsprechendes Gesetzesprojekt unterschrieben, sagte Präsident Karol Nawrocki in einer Ansprache am Donnerstagabend. „Jeder Zloty, der dank dieses Gesetzes eingenommen wird, muss für die Senkung der Treibstoffpreise ausgegeben werden.“
Die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk will mit den Einnahmen aus der Übergewinnsteuer eine Neuauflage des Spritpreispakets finanzieren. Finanzminister Andrzej Domanski rechnet damit, dass die Treibstoffpreise noch bis Ende dieser Woche um umgerechnet 23 Cent je Liter fallen werden. In Polen kostet Superbenzin gegenwärtig im Schnitt umgerechnet 2,05 Euro je Liter und Diesel 2,06 Euro je Liter.
Um das Gesetz zur Einführung der Übergewinnsteuer hatte es in Polen politisches Gezerre zwischen der Regierung und dem rechtskonservativen Präsidenten gegeben. Einen ersten Anlauf der Regierung hatte Nawrocki im Sommer per Veto gekippt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit unterzeichnete er das Gesetz nun zwar, beauftragte aber gleichzeitig das Verfassungsgericht mit der Überprüfung.
Auch in Deutschland wird seit Monaten über eine Übergewinnsteuer diskutiert. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) lehnen sie ab, die SPD von Vizekanzler Lars Klingbeil ist dafür. Ein Vorstoß des Finanzministers auf EU-Ebene wurde von EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis vorläufig abgelehnt. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) forderte, die Steuer notfalls national einzuführen.
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