Business-Liveticker: Taiwan erwartet 11 Prozent Wachstum | FAZ


Millionenbetrug an Bankkunden

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben eine internationale Betrügerbande aufgespürt, die Bankkunden um Millionen Euro geprellt haben soll, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Gemeinsam mit Behörden in Brasilien habe man nach mehrjährigen Ermittlungen ein kriminelles Netzwerk ausgehoben und zahlreiche Verdächtige festgenommen, wie BKA und Generalstaatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten. 

Demnach wurden wegen des Verdachts des Computerbetrugs im Online-Banking drei Tatverdächtige in Europa identifiziert. Sie würden nun in Spanien und Bulgarien zur Verantwortung gezogen. Die brasilianischen Behörden gingen zudem unterstützt vom BKA am Donnerstag bei einer Großaktion gegen das Netzwerk vor. Dabei wurden vier mutmaßliche Mitglieder verhaftet und 21 Objekte in sieben Städten durchsucht. 

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, im November 2023 binnen weniger Tage eine Vielzahl nicht autorisierter Abbuchungen von den Konten deutscher Online-Banking-Nutzer ausgeführt zu haben, hieß es. „Das Ausmaß des Schadens liegt im Millionenbereich." 

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Kriminellen eine Schwachstelle im Buchungsprozess bei einem Zahlungsdienstleister unmittelbar ausgenutzt, die durch ein fehlerhaftes Softwareupdate entstand. Die Täter leiteten demnach die Gelder hauptsächlich nach Brasilien, wo ein Großteil der Summe nach Verschleierungsversuchen ausgezahlt wurde. 

Ähnlich handelte die Bande mit einem kleineren Teil der Beute in vier europäischen Ländern. Angaben, welche Banken und wie viele Nutzer in Deutschland betroffen waren, wurden nicht gemacht. Die Erkenntnisse der Behörden aus Brasilien sollen nun in die Ermittlungen in Deutschland einfließen. 

Mathias Peer

Mathias Peer

Elon Musk besitzt laut Pflichtmitteilung 48,4 Prozent an SpaceX

Der Unternehmer Elon Musk hat einen ​Anteil von 48,4 Prozent an dem Raumfahrt- ⁠und KI-Konzern SpaceX offengelegt. Das Aktienpaket ist aktuell mehr als 900 Milliarden Dollar wert. Dies ‌geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Demnach übt Musk über die ‌Papiere die ‌alleinige Stimm- und Verfügungsgewalt aus und kommt insgesamt auf mehr als 82 Prozent der Stimmrechte, womit ​er sich weiterhin weitreichenden ⁠Einfluss sichert. SpaceX war am 12. Juni an die ​Börse gegangen und hatte dabei zeitweise ⁠einen Börsenwert von über ‌zwei Billionen Dollar erreicht. Nach anfänglichen Kursverlusten legte die Aktie im August wieder deutlich ⁠zu.

Ottobock wird optimistischer

Der Prothesenhersteller Ottobock wird nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal optimistischer für das laufende Jahr. „Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, in dem wir uns durch starkes organisches Wachstum schneller als der Markt entwickelt haben“, sagte Unternehmenschef Oliver Jakobi am Donnerstag laut Mitteilung. An der Börse kamen die Quartalszahlen zunächst gut an. Am Nachmittag drehte die Aktie aber in die Verlustzone.

Der Konzern steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis Ende Juni um 9,7 Prozent auf 458 Millionen Euro. Im Kerngeschäft erzielte Ottobock ein Plus von 10,7 Prozent auf 440 Millionen Euro. Dabei ist unter anderem das Rollstuhlgeschäft ausgeklammert, dessen Verkauf Mitte Juni mitgeteilt wurde. So konzentriert sich Ottobock auf wachstums- und margenstärkere Bereiche.

Im Kerngeschäft stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 23 Prozent auf 122,7 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg um 2,8 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 48,5 Millionen Euro gut viermal so viel wie im Vorjahr. Dabei profitierte Ottobock vor allem von guten Geschäften in der europäischen Region EMEA, während der Umsatz aus eigener Kraft in der Region Americas nur leicht zulegte und im asiatisch-pazifischen Raum sogar etwas sank. Letzteres liege aber auch an starken Vorjahreszahlen und Timing-Effekten, hieß es vom Unternehmen.

Ottobock-Chef Jacobi traut dem Unternehmen 2026 nun denn auch in der Tendenz mehr Wachstum sowie eine höhere Profitabilität zu als bisher. Für den Umsatz aus eigener Kraft im Kerngeschäft hob er das untere Ende der angepeilten Wachstumsspanne um einen Prozentpunkt an und geht von einem Plus von sechs bis acht Prozent aus.

Davon sollen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten nun mehr als 27 Prozent übrig bleiben. Zuvor hatte das Management mehr als 26,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Wie Hapag-Lloyd durch Dürre und Krieg navigiert

Die Hochseereederei Hapag-Lloyd muss wegen des Wassermangels im Rhein für den ​Weitertransport ihrer Container ins Landesinnere umdisponieren. „Die extrem niedrigen Wasserstände auf dem Rhein ⁠wirken sich bereits auf die Transportketten aus“, erklärte Ralf Stüwe, Director Operations Area Germany and Central Europe, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur ‌Reuters.

Transporte von Rotterdam und Antwerpen nach Duisburg seien weiter möglich. Für Ziele am Mittel- und Oberrhein müssten Container jedoch zunehmend auf die ‌Schiene oder den ‌Lkw verlagert werden.

Auch international kämpft die Hapag-Lloyd mit der Blockade von Handelswegen, etwa an der Straße von Hormus im Persischen Golf. Die Meerenge ist wegen des Irankriegs zum Brennpunkt geworden. Die steigenden Kosten standen am Mittwoch im Mittelpunkt der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. Dank gestiegener Frachtraten legte Hapag-Lloyd trotz der Krisen positive Geschäftszahlen vor.

Für die Binnenschifffahrt am Rhein haben sich die Frachtraten ebenfalls stark verdoppelt. Der Lieferkettendatendienstleister spricht von einem Anstieg um 250 Prozent. Wegen des niedrigen Wassers können Schiffe nur zehn bis 20 Prozent der üblichen Menge laden. Chemiefabriken und Stahlwerke müssen ihre Produktion drosseln, weil sie nicht mehr mit der gewohnten Menge an Rohstoffen beliefert werden.

Roger Federer ist kein Milliardär mehr

Der frühere Tennisspieler Roger Federer hat nach Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ seinen Milliardärsstatus verloren. Grund dafür sei der stark gefallene Aktienkurs des Sportbekleidungsherstellers On Holding, an dem Federer beteiligt ist. Nachdem die von dem Schweizer Unternehmen vorgestellten Quartalszahlen hinter den Erwartungen geblieben waren, fiel der Wert des Papiers am Dienstag zeitweise um etwa 19 Prozent auf unter 30 US-Dollar. Damit soll sich Federers Vermögen laut dem Magazin auf 952,4 Millionen US-Dollar dezimiert haben – ein Verlust von mindestens 52 Millionen. Der frühere Tennisprofi soll einen Anteil von 2,5 Prozent an On Holding halten.

Das Schweizer Unternehmen hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres einen Nettoumsatz von 850,4 Millionen Franken (rund 907,7 Millionen Euro) erwirtschaftet, was einem Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Marktbeobachter hatten jedoch rund 30 Millionen Franken Umsatz mehr erwartet. Beim Nettogewinn verbesserte sich der Sportbekleidungshersteller jedoch stark. Insgesamt fuhr On Holding 105 Millionen Franken (112 Millionen Euro) ein, während im Vorjahresquartal noch ein Verlust von rund 41 Millionen Franken (44 Millionen Euro) zu Buche schlug. Auch die Bruttogewinnmarge erreichte 65,4 Prozent.

Minderheitsaktionär Federer erlangte im Jahr 2025 erstmals den Milliardärsstatus. Die Tennislegende, die ihre Karriere im Jahr 2022 beendete und 20 Grand-Slam-Titel gewann, soll während dieser Zeit rund 131 Millionen US-Dollar an Preisgeld gewonnen haben. Heute vergrößern sein Vermögen vor allem Werbeverträge mit Unternehmen. Neben On Holding gehört dazu auch das japanische Modelabel Uniqlo.

Bauflaute trifft Wienerberger

Der börsennotierte Baustoffkonzern Wienerberger leidet unter einer schwachen Baukonjunktur. Zum Halbjahr bilanziert der weltgrößte Ziegelhersteller ohne Gewinn. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch 106 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der Vorstandsvorsitzende Heimo Scheuch zog sich am Montag aus gesundheitlichen Gründen von der Konzernspitze zurück.

Der Gewinnausblick für das Gesamtjahr wurde im Juli gesenkt und am Mittwoch bestätigt. Entsprechend erwartet das Management ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 700 Millionen Euro – bis Juli war mit rund 100 Millionen Euro mehr gerechnet worden. Von Januar bis Juni sank diese Kennzahl um 15 Prozent auf 326 Millionen. 

Den Konzern mit fast 21.000 Mitarbeitern belastet der schwächer als erwartete Wohnungsneubau vor allem in den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien sowie die erhöhte Kosteninflation infolge geopolitischer Konflikte.

Eon-Chef Birnbaum: Gibt keinen vollständigen Schutz gegen bösartige Drohnenattacken

Leonhard Birnbaum, der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, sieht nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen sichtbaren Handlungsbedarf im Schutz gegen Attacken: "Wir schaffen es nicht mal, unsere wenigen Flughäfen zu sichern, wie soll ich da sagen, dass alle hunderte Verteilzentren gesichert sind?", sagte Birnbaum in einer Videokonferenz anlässlich der Halbjahresbilanz am Mittwoch.

Zwar arbeiteten Energiekonzerne und Verteilnetzbetreiber eng mit der Politik zusammen, jedoch sei der technische Fortschritt von Drohnen enorm schnell. "Einen vollständigen Schutz gegen bösartige Drohnenattacken können wir nicht gewährleisten derzeit. Wir können aber sicherstellen, nach erfolgreichen Attacken eine Versorgung schnell wieder herzustellen", sagte Birnbaum. Gerade Hochspannungsleitungen mit 110.000 Volt seien schließlich attraktive Ziele, weshalb sich die Übertragungsnetzbetreiber ihrer Rolle bewusst seien, wenngleich der Schutz des Luftraums staatliche Aufgabe sei.

Hoffnung macht dem Vorstandschef des Dax-Konzerns, dass ein Problembewusstsein für die zunehmende Bedrohungslage vorhanden sei. "Wir haben systematische Drohnenüberflüge unserer kritischen Infrastruktur seit Jahren erlebt. Es wird Zeit, dass wir darauf entschlossen reagieren", sagte Birnbaum.

Immer mehr etablierte Unternehmen rutschen in Insolvenz

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf 9557 Fälle gestiegen. Das ist laut dem Wirtschaftsdatendienst Dun & Bradstreet der höchste Stand seit fünf Jahren. Die Zahl der Pleiten hat sich demnach gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 verdoppelt. Die Insolvenzwelle in Deutschland nimmt laut einer Pressemitteilung von Dun & Bradstreet Rekordtempo auf.

Woran liegt das? „Die Ursachen für den Anstieg der Insolvenzen liegen in einer Kombination aus anhaltend schwachem Wachstum, hohen Energie- und Lohnkosten sowie einer gedämpften Nachfrage", sagt Dirk Radetzki von Dun & Bradstreet Deutschland. Hinzu kämen die Nachwirkungen der zuvor hohen Zinsen und anhaltende geopolitische Unsicherheiten.

Auffällig sei, dass die Insolvenzwelle zunehmend ältere und etablierte Unternehmen erfasse. Inzwischen haben Firmen, die schon länger als zehn Jahre am Markt sind, laut Dun & Bradstreet einen Anteil von fast 34 Prozent an den Insolvenzfällen. Vor fünf Jahren habe ihr Anteil noch bei rund 29 Prozent gelegen.

Viele der etablierten Betriebe haben laut dem Wirtschaftsdatendienstleister ihr Geschäftsmodell unter deutlich anderen Kosten- und Finanzierungsbedingungen aufgebaut und stünden nun vor strukturellen Umbrüchen, wie der Digitalisierung, der Energiewende und dem Fachkräftemangel. Hinzu kommt laut Radetzki, dass mehrere Jahre mit schwachem Wachstum die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit vieler Unternehmen ausgehöhlt hätten.

Mathias Peer

Mathias Peer

Paramount stellt Weichen für Wegzug aus Kalifornien

Der Unterhaltungskonzern Paramount stellt laut Medienberichten die Weichen für einen Wegzug aus Kalifornien. Der Auslöser des Schritts soll eine Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers sein. Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, berichteten unter anderem die Website „Puck“ und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.

Von Paramount gab es dazu zunächst keine Stellungnahme. Den Berichten zufolge sprach Paramount-Chef David Ellison von einem auf fünf Jahre ausgelegten Plan, bei dem der Großteil der Jobs im Film- und TV-Bereich den Standort wechseln soll. Sollte die Warner-Übernahme gelingen, könne auch ein Studiogelände in Hollywood verkauft werden.

Mathias Peer

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Anthropic will KI-Texte mit unsichtbarem Wasserzeichen versehen

Das US-Unternehmen Anthropic hat angekündigt, Texte seines Chatbots Claude mit einem unsichtbaren Wasserzeichen zu versehen, um den EU-Vorgaben zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu entsprechen. Die Funktion ist für Nutzer unsichtbar und bleibt auch dann erhalten, wenn ein Text kopiert und an anderer Stelle wieder eingefügt wird, teilte das Unternehmen mit.

Das Wasserzeichens bedeute nicht unbedingt, dass Claude den Text erstellt habe. Womöglich sei dieser nur von dem KI-Chatbot Claude bearbeitet oder Korrektur gelesen worden, führte Anthropic weiter aus. Die Kennzeichnung erfolgt, indem Claude Texte oder Bilder mit Metadaten versieht. In nach dem 2. August veröffentlichte Claude-Versionen ist das Wasserzeichen dem Unternehmen zufolge bereits integriert. Ältere Versionen sollen später entsprechend aktualisiert werden.

Mit den Änderungen kommt Anthropic EU-Anforderungen nach. Brüssel verlangt, dass KI-generierte Inhalte von Maschinen zu erfassende Kennzeichnungen aufweisen müssen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen. Einen freiwilligen Verhaltenskodex haben bereits 190 Unternehmen unterschrieben, darunter Google, Meta, Microsoft, Mistral und OpenAI.

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