Ceuta-Krise: Spanien führt Grenzkontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein
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Italien will die Grenzkontrollen für Menschen aus Spanien trotz Warnung fortführen. Nun reagiert Spanien seinerseits mit Grenzkontrollen für Italiener.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters,
tlf
Aktualisiert am 7. August 2026, 22:10 Uhr
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201 KommentareSpanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen in der Nacht zum Samstag beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium mit. Italien hatte nach der Krise in der spanischen Exklave Ceuta Grenzkontrollen eingeführt und damit einen Streit ausgelöst.
Die spanische Regierung stellte zuletzt ein Ultimatum an Italien, die Grenzkontrollen wieder aufzuheben. Aus Sicht der Regierung sind die italienischen Grenzkontrollen »unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung«. Spanien und Italien haben keine Landgrenze.
Italien möchte Grenzkontrollen bis 15. August fortsetzen
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wies die Forderung zurück. Das Land akzeptiere »keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft«, hieß es in einer Erklärung aus Melonis Büro. Die Kontrollen würden erst wieder aufgehoben, »wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen«. Die Grenzkontrollen sollen laut Melonis Büro mindestens bis zum 15. August gehen.
In der vergangenen Woche hatten nach Angaben der spanischen Regierung rund 72.000 Menschen die spanische Exklave Ceuta schwimmend erreicht, um auf das spanische Festland zu kommen. Die meisten Personen kehrten inzwischen wieder nach Marokko zurück. Etwa 100 Menschen kamen nach spanischen Angaben ums Leben, Menschenrechtsorganisationen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus. Hintergrund ist nach übereinstimmenden Angaben aus Spanien und Marokko die Verbreitung falscher Informationen auf Grundlage eines Gerichtsurteils, das die sofortige Rückführung auf See abgefangener Migrantinnen und Migranten verbiete.