Clever heizen: Was bringt die Nachtabsenkung wirklich?


Clever heizen: Was bringt die Nachtabsenkung wirklich?

21.10.2026 14:14 Uhr

Digitale Thermostate ermöglichen eine zeitgesteuerte Temperaturregelung in einzelnen Räumen ohne Zugang zur Heizungsanlage. © Karolin Krämer/dpa-tmn

Während man schläft Geld und Energie sparen? Wie das beim Heizen gelingt, was auch Mieter tun können - und was Sie jetzt rund um die Nachtabsenkung nicht vergessen sollten.

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Verfasst von:
dpa

Sie soll Energie sparen: die Nachtabsenkung der Heizung. Einstellen kann man sie zentral am Regelgerät der Heizungsanlage. Das reduziert dann den Heizbetrieb zu bestimmten Zeiten automatisch. Es wird darüber also etwa festgelegt, dass die Raumtemperatur eine Stunde vor der Zeit, zu der man üblicherweise ins Bett geht, von 18 auf 16 Grad gesenkt und eine Stunde vor dem Aufstehen automatisch wieder erhöht wird.

Anders als oft angenommen, verbraucht das spätere Wiederaufheizen des Hauses nach einer Absenkphase dann auch nicht mehr Energie, als zuvor eingespart wurde, so das Informationsprogramm Zukunft Altbau. Ganz im Gegenteil: Der Energieberatung der Verbraucherzentralen zufolge kann man über die zentrale Nachtabsenkung in Einfamilienhäusern fünf bis zwölf Prozent Heizenergie sparen. Bei trägen Systemen wie Fußbodenheizungen ist der Effekt allerdings geringer.

Wärme zur richtigen Zeit

Wer Sorge hat, dass die eingestellten Zeiten nicht an jedem Tag zum eigenen Rhythmus passen, kann die Zeitsteuerung oft so anpassen, dass sie einem abweichenden Tagesablauf am Wochenende folgt. Die Temperatur wird dann vielleicht am Samstag später am Abend gesenkt, weil man an diesem Tag länger wach bleibt. 

Nicht vergessen: Rund um die Zeitumstellung beziehungsweise den Beginn der Winterzeit (in diesem Jahr am 25. Oktober) sollte man auch die Zeitschaltuhr an der Heizung auf Winterzeit stellen. Das geschieht nämlich – anders als bei Smartphones, Laptops oder Funkuhren – häufig nicht automatisch. 

Vergisst man es, passen die programmierten Heizzeiten bis zur nächsten Zeitumstellung im Frühjahr nicht mehr zum gewohnten Tagesablauf, die Heizung erhöht also morgens eine Stunde zu früh die Temperatur. Das mag kaum auffallen. Abends fröstelt man dann aber womöglich, weil die Heizleistung beispielsweise schon um 21 Uhr statt wie zuvor um 22 Uhr runtergefahren wird. 

Was Mieter tun können

Gut zu wissen: Wer etwa als Mieter keinen Zugang zur Heizungsanlage hat, kann zwar keine zentrale Nachtabsenkung vornehmen. Man kann aber mit digitalen Thermostaten an den Heizkörpern arbeiten – und darüber zumindest die Heizzeiten in den einzelnen Räumen steuern.

Die batteriebetriebenen Geräte als Ersatz für die normalen Thermostate zum Drehen gibt es ohne zentrale Steuerung schon recht günstig im Baumarkt. Vernetzte Modelle mit App-Steuerung und Zusatzfunktionen können aber auch bis zu 50 Euro pro Einheit kosten. 

Laut der Energieberatung der Verbraucherzentralen ist der Einspareffekt dieser thermostatischen Nachtabsenkung vor allem in großen Mehrfamilienhäusern geringer als bei der Nachtabsenkung direkt an der Heizungsanlage. Die Heizkosten der Wohnung lassen sich so aber dennoch reduzieren.