Container statt Wachstation: Schwierige Saison für DLRG in Kaltenbrunn
Stand: 09.09.2026, 07:30 Uhr
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Ausgerechnet im Hitzesommer 2026 musste der Ortsverband Gmund-Waakirchen der DLRG in Kaltenbrunn ohne Hütte samt Infrastruktur auskommen.
Kaltenbrunn – Die Hiobsbotschaft hatte den DLRG-Ortsverband Gmund-Waakirchen im Frühjahr unerwartet ereilt: Damals gab die Blue Lion GmbH der Familie Schörghuber als Eigentümerin bekannt, dass sie den geplanten Neubau im Strandbad Kaltenbrunn aus wirtschaftlichen Gründen vorläufig auf Eis legen werde. Der Abbruch der alten Gebäude, darunter die Hütte der DLRG, hatte da längst begonnen. Kurz vor Start der Badesaison stand die Rettungsorganisation damit ohne ein Dach über dem Kopf da.
Ab Ende Juli hatten die ehrenamtlichen Helfer zumindest zwei Container zur Verfügung. Die DLRG habe den Dienst über den Sommer hinweg zwar aufrechterhalten können, sagt Caroline Amann. Die Sprecherin des Ortsverbands macht aber auch deutlich: „Mit der Übergangswache arbeiten wir deutlich eingeschränkter als in den vergangenen Jahren.“
Die Container machten die Situation zumindest erträglich. Denn zu Saisonbeginn hatten die ehrenamtlichen Retter bei ihren Wachdiensten auf der Liegewiese im Freien ausharren müssen. „Das war immens schwierig“, berichtet Amann. Nicht nur, dass die Mitglieder und mögliche Patienten der prallen Sonne ausgesetzt waren, auch die Ausrüstung konnte nicht vor Ort untergebracht werden.
Ende Juni tat sich dann zumindest die Übergangslösung auf: Der Waakirchner Bauunternehmer Horst Babl stellte der DLRG zwei Container zur Verfügung. Nachdem Blue Lion und die Gemeinde ihr Okay gegeben hatten, konnten die Container am Strandbad aufgestellt werden – seit Ende Juli dienen sie den Helfern als Notbehausung.
„Die Ausstattung ist ein bisserl spartanisch, aber es ist in Ordnung“, erklärt Caroline Amann. Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände könnten nun wieder vor Ort verbleiben, auch eine Patientenliege zur Versorgung von Notfällen stehe dort bereit. Dennoch hat die fehlende Wachstation Auswirkungen auf die Arbeit der Ehrenamtlichen: Waren die Retter bisher durchgehend – also auch an Wochentagen – vor Ort, so habe sich der Wachdienst in Kaltenbrunn in diesem Sommer auf die Wochenenden und Feiertage beschränkt. „In der übrigen Zeit waren wir natürlich alarmbereit“, betont Amann.
Angesichts der langen Hitzeperioden in diesem Sommer waren das Strandbad und der See an vielen Tagen „sehr gut besucht“, berichtet die DLRG-Sprecherin. Umso erstaunlicher ist es auch für den Ortsverband, dass es bei den Einsatzzahlen keinen außergewöhnlichen Anstieg gab. „Die Zahlen bewegen sich ungefähr auf dem Niveau der Vorjahre“, berichtet Amann und fügt hinzu: „Darüber sind wir natürlich heilfroh.“
Amann hofft inständig, dass die Blue Lion GmbH ihre Neubaupläne doch noch in naher Zukunft umsetzt. Derzeit geht sie allerdings davon aus, dass sich die DLRG auch in der nächsten Saison mit Containern ohne Strom und fließend Wasser begnügen muss. Die derzeitige Notbehausung wird laut der Sprecherin über den Winter abgebaut, im nächsten Frühjahr müssten dann erneut Container aufgestellt werden.
Die Gemeinde äußerte sich auf Nachfrage froh darüber, dass es heuer für die DLRG wenigstens eine Containerlösung gegeben habe, „sodass die Sicherheit der Badegäste gewährleistet blieb und die DLRG einen Minimalstandard an Infrastruktur für ihre Wachsaison erhielt“. Die Genehmigung durch Blue Lion und die Gemeinde, so erklärt Rathaus-Sprecherin Maria Glas, sei problemlos verlaufen. Weiterhin unklar ist unterdessen, ob, wann und wie es mit den Neubauplänen im Strandbad Kaltenbrunn weitergeht. Eine Stellungnahme von Blue Lion blieb dazu vorläufig aus.