Contra Das, was alle machen, ist nicht immer das Beste: Französisch ist für das Saarland wichtiger als Englisch


Contra Das, was alle machen, ist nicht immer das Beste Französisch ist für das Saarland wichtiger als Englisch

Meinung | Saarbrücken · Französisch ist nicht nur wegen der Grenznähe aus gutem Grund erste Fremdsprache im Saarland. Profunde Französischkenntnisse können auch im Beruf nützen, denn Englisch können viele, Französisch vergleichsweise wenige.

07.08.2026 , 08:00 Uhr

 Französisch muss erste Fremdsprache im Saarland bleiben. Sie hilft bei der Arbeitsplatzsuche und sichert auch den Zusammenhalt in der Großregion.

Französisch muss erste Fremdsprache im Saarland bleiben. Sie hilft bei der Arbeitsplatzsuche und sichert auch den Zusammenhalt in der Großregion.

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Die Englisch-Befürworter, die so vehement für Englisch als erste Fremdsprache im Saarland plädieren, führen gern die immer selben Argumente ins Feld: Englisch sei weltweit die Sprache Nummer eins. Mit der man (fast) überall irgendwie durchkomme. Egal wo, irgendwer spräche zumindest ein paar Brocken Englisch. Und sofern im Job eine Fremdsprache gefordert werde, sei das meist Englisch.

Null Widerspruch. Alles richtig. Trotzdem ist die Schlussfolgerung grundfalsch, deshalb im Saarland die Sprachenfolge umzudrehen – und Französisch nach hinten durchzureichen. Schon weil in den anderen Bundesländern ja fast durchgängig Englisch vorne steht, wäre man, machte man das hier genauso, damit bloß Teil einer großen Menge. Profundere Französischkenntnisse aber haben nur wenige vorzuweisen, womit sich die Saarländer schon mal ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Wettbewerb verschaffen. Das nämlich wird bei aller Englisch-Fixiertheit übersehen: Französisch gehört zusammen mit Spanisch zu den Sprachen, die nach Englisch im Beruf besonders oft verlangt werden. Hinzu kommt: Viele Saarländerinnen und Saarländer sind heimattreu, bleiben bekanntlich in ihrem Bundesland – und hier sind Arbeitnehmer mit Französischkenntnissen sehr gefragt. Nicht nur in der Gastronomie und im Verkauf.

Last not least, oder besser enfin et surtout: Wer Französisch am besten schon von der Kita an lernt, mit der Sprache groß wird, kann sie hier an der Grenze nicht bloß täglich nutzen, man befördert damit auch die Zukunft eines demokratischen Europas. Denn, wer sich die Mühe macht, die Sprache unserer direkten Nachbarn zu erlernen, zeigt damit auch, dass ihm das Zusammenleben mit den Nachbarn sehr wichtig ist. So etwas verbindet.