Lohnverhandlungen bei Coop: Personal bekommt ab nächstem Jahr mindestens 1,1 Prozent


Publiziert23. Oktober 2026, 14:13

Unter 4900 FrankenCoop erhöht Löhne um mindestens 1,1 Prozent

Coop einigt sich mit den Sozialpartnern in den Lohnverhandlungen. In zehn Jahren stiegen die Löhne um 11,5 Prozent.

Fabian Pöschl

Darum gehts

Der Herbst ist die Zeit der Lohnverhandlungen. Viele Detailhändler informieren aktuell über ihr Verhandlungsergebnis mit den Gewerkschaften. Denner gab vor einer Woche bekannt, dass es nächstes Jahr eine Nullrunde gibt und dafür höhere Personalrabatte.

Am Freitag teilte nun Coop mit, dass das Personal mit Gesamtarbeitsvertrag und einem Monatslohn unter 4900 Franken ab nächstem Jahr mindestens 1,1 Prozent mehr bekommt. Die Saläre aller anderen Mitarbeitenden will Coop individuell anheben, wobei die Lohnsumme ebenfalls um 1,1 Prozent steigen soll.

Reallohn-Anstieg von 0,3 Prozent

Bei einer von der Nationalbank erwarteten Inflation von 0,8 Prozent resultiert also mindestens ein Lohnplus von 0,3 Prozent. In den letzten zehn Jahren stiegen die Löhne nach eigenen Angaben um 11,5 Prozent. Nach Abzug der Inflation entspreche das einer Reallohnerhöhung von 3 Prozent. Coop bezahlt ausserdem zwei Drittel der Pensionskassenbeiträge und bietet Treueprämien und Vergünstigungen an.

Die generellen Lohnerhöhungen sind aus Sicht der Sozialpartner ein wichtiger Schritt, insbesondere nach dem letzten Jahr mit ausschliesslich individuellen Erhöhungen, wie es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Unia heisst. Unia-Verhandlungsleiterin Leena Schmitter sagt: «Coop hat eine Vorbildfunktion im Schweizer Detailhandel. Wenn die Geschäftszahlen stimmen, erwarten die Mitarbeitenden zu Recht, dass sie auch am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben können.»

Was ist dir bei einem Job im Detailhandel am wichtigsten?

Ein Lohn, der mit den Lebenskosten mithält.

Planbare Arbeitszeiten und genug freie Tage.

Gute Vergünstigungen und Nebenleistungen.

Ein fairer Umgang mit dem Personal im Alltag.

Ich würde im Detailhandel nicht arbeiten wollen.

Hannes Elmer, Fachverantwortlicher Sozialpartnerschaft beim Kaufmännischen Verband Schweiz, sagt: «Gerade bei tiefen und mittleren Einkommen zählt jeder zusätzliche Franken. Dort ist der finanzielle Spielraum klein. Umso wichtiger ist eine stetige Lohnentwicklung, die diese Mehrbelastung auffängt und die Kaufkraft der Mitarbeitenden sichert.»

Die Migros gab bisher lediglich bekannt, dass sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Personalrabatt geben will. Wie hoch die Löhne 2027 sein werden, will die Gewerkschaft zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Auch die Discounter Aldi und Lidl haben noch nicht über ihren Lohnentscheid informiert.

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Fabian Pöschl

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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