CSD-Anschlag: Baum an CSD-Gedenkstelle in Berliner Tiergarten herausgerissen


Nach der Regenbogenbank ist nun auch der Baum an der CSD-Gedenkstelle beschädigt. Berliner Abgeordnete verteidigen das Denkmal: »Wir pflanzen den Baum so oft wie nötig.«

Quelle: DIE ZEIT, AFP,

lrö

Aktualisiert am 6. September 2026, 11:57 Uhr

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In Gedenken an den CSD-Anschlag pflanzte der Bezirk einen Französischen Ahorn im Berliner Tiergarten. © Soeren Stache/​dpa

Im Berliner Tiergarten ist ein Baum zerstört worden, der an den Anschlag auf den Christopher Street Day erinnern sollte. Vor Tagen wurde bereits die Regenbogenbank neben dem Baum gewaltsam beschädigt. Der Bezirk Berlin-Mitte hatte den Ahorn erst Anfang August an der Stelle des Anschlags gepflanzt.

Der Polizeisprecherin zufolge wurden die Zerstörungen in der Nacht gegen 1.20 Uhr entdeckt. Unbekannte Täter hätten den Baum aus dem Erdreich gerissen. Zuerst hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg über die Tat berichtet.

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf zeigte sich erschüttert. »Ich bin voller Wut und Fassungslosigkeit, aber auch trotzig«, erklärte er. »Ich sage allen queeren Menschen in dieser Stadt: Ihr seid nicht allein.« Graf kündigte an: »Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist.«

Eine Tote und Dutzende Verletzte

Bei dem Anschlag vom 25. Juli hatte ein 21-Jähriger am Rande der CSD-Veranstaltung einen Lieferwagen in eine Menschenmenge und anschließend gegen einen Baum gesteuert. Danach attackierte er weitere Opfer mit einer Machete. Eine Frau aus Polen wurde getötet, 31 weitere Menschen verletzt.

Der Bezirk Mitte ersetzte den umgefahrenen Baum und stellte eine Bank in Regenbogenfarben am Anschlagsort auf. Damit wollte der Bezirk einen Ort für das Gedenken schaffen und ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und selbstbestimmtes Leben setzen.

Vor einigen Tagen wurden laut Polizei mehrere Holzlatten der Regenbogenbank »mit erheblicher körperlicher Gewalt« abgebrochen. Die Zerstörung sorgte parteiübergreifend für Entsetzen. Der Bezirk stellte Strafanzeige gegen Unbekannt und kündigte an, die Bank wieder aufzubauen.

Der polizeiliche Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt in dem Fall wegen Sachbeschädigung. Er übernahm nun auch die Ermittlungen wegen des zerstörten Ahornbaums.