DDR5-9000 aus China: CXMT knackt die Marke, nicht die Preise


Colorful hat den Rekordlauf auf dem hauseigenen Overclocking-Mainboard iGame X870E Vulcan W OC erzielt. Zum Einsatz kam ein 48 GiB großes Speicherkit der Serie iGame Shadow II mit DRAM-ICs von CXMT ("ChangXin Memory Technologies"). Vor rund einem Monat markierte DDR5-8600 noch die absolute Bestmarke für die Speicherchips aus China, Anfang August folgten dann 8.800 MT/s.

China-RAM mit Speicherbausteinen ('ICs') machen große Fortschritte und erreichen DDR5-9000.

Bildquelle: Colorful

China-RAM mit Speicherbausteinen (“ICs”) machen große Fortschritte und erreichen DDR5-9000.

Die offizielle Spezifikation des chinesischen Herstellers bleibt davon unberührt bei 8.000 MT/s. Genau hier liegt die Einschränkung: Der Rekord zeigt ein selektiertes DDR5-Speicherkit auf einer sündhaft teuren Hauptplatine für Übertakter, keine Serieneigenschaften. Die Entwicklung ist dennoch äußerst interessant.

DDR5-9000 auf einem OC-Mainboard mit zwei DIMM-Slots

CPU-Z protokolliert einen realen Speichertakt von 4.507 MHz und damit effektive 9.014 MT/s. Zum Einsatz kamen zwei Module mit jeweils 24 GiB. Bestückt sind sie mit CXMT-Speicherbausteinen ("ICs") einer Dichte von 24 Gbit (3 GiB). Das iGame X870E Vulcan W OC besitzt lediglich zwei Speicherbänke. Die dadurch deutlich verbesserte Topologie durch die kürzeren Signalwege machen eine solche Taktfrequenz überhaupt erst stabil im Alltagsbetrieb möglich.

Colorful erreicht erstmals überhaupt DDR5-9000 mit Speicherbausteinen von CXMT.

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Colorful erreicht erstmals überhaupt DDR5-9000 mit Speicherbausteinen von CXMT.

Ab Werk tragen die Module ein EXPO-Profil mit DDR5-6000. Der Rekordlauf erfolgte mit Latenzen von CL46-58-58-126-216. Als Stabilitätsnachweis nennt Colorful eine Abdeckung von 114,6 Prozent im RunMemtestPro. Als Prozessor kam dabei ein pfeilschneller AMD Ryzen 7 9800X3D mit 3D V-Cache zum Einsatz.

Interessanter als die reine Taktfrequenz ist die absolute Zugriffszeit. Bei 4.507 MHz entsprechen CL46 rund 10,2 Nanosekunden. Bei DDR5-8600 CL46 waren es noch 10,7 ns. Die Bausteine gewinnen damit nicht nur Bandbreite, sondern verkürzen zugleich auch die Speicherlatenz weiter. China-RAM macht hier deutliche Fortschritte.

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil CXMT weiterhin ohne EUV-Belichter fertigt. SK Hynix legt seine 24-Gbit-Bausteine dagegen auf einem EUV-Prozess auf und hat dementsprechend schon aufgrund der Fertigung einen Wettbewerbsvorteil.

DDR5-6000 CL28: China-Speicher greift die Latenzen an

Bei DDR5-6000 erreichen Kits mit CXMT-Bestückung inzwischen CL28 statt der bislang üblichen CL36. Die so wichtige Speicherlatenz sinkt damit von 12,0 auf 9,3 Nanosekunden. Demonstriert wurde das mit einem 32 GiB großen iGame Shadow II mit 2 × 16 GiB auf Mainboards mit Z890, X870E und B850.

Asus demonstriert DDR5-6000 mit einer CAS-Latenz von 28 Taktzyklen auf Basis von CXMT-ICs.

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Asus demonstriert DDR5-6000 mit einer CAS-Latenz von 28 Taktzyklen auf Basis von CXMT-ICs.

Ein EXPO-Profil mit DDR5-6000 CL30 absolvierte zudem verlängerte Stabilitätstests. Der taiwanische Mainboard-Hersteller Asus hatte zuvor bereits ein CXMT-BIOS für seine aktuellen AM5-Mainboards verteilt.

Für Spieler auf Sockel AM5 (“LGA-1718”) ist diese zweite Zahl wichtiger. Der hohe Speichertakt zwingt den Speichercontroller in ein Verhältnis von 2:1 zwischen Speichertakt (“MCLK”) und dem internen Speichercontrollertakt (“UCLK”).

DDR5-6000 hält dagegen den verlustärmeren 1:1-Modus. Rechnerisch stehen 144 GByte/s theoretischer Bandbreite gegen 96 GByte/s. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent, das eine Ryzen-CPU mit 3D-V-Cache allerdings nur selten in zusätzliche Bildraten umsetzt.

Ein früherer Overclocking-Vergleich hatte zudem gezeigt, dass die Chips aus China weder auf höhere VDIMM noch auf gestraffte Sub-Timings nennenswert reagieren.

Deutschland: Rekordpreise bei DDR5, kein Handelsweg für CXMT

Ein Kit mit 32 GiB DDR5-6000 CL30 kostet im deutschen Einzelhandel im August 2026 zwischen 475 und 540 Euro. Speicherkits mit CXMT-Speicherbausteinen (“ICs”) sind hierzulande weiterhin nicht regulär gelistet.

Der Absatz konzentriert sich fast vollständig auf den chinesischen Binnenmarkt und selbst dort bleibt der Preisvorteil gegenüber Samsung, SK Hynix und Micron bestenfalls einstellig.

Technisch schließt CXMT schneller auf, als viele erwartet haben. An der Rechnung an der Ladentheke ändert der Rekordlauf vorerst nichts.

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Quelle: Colorful on Weibo, ASUS on Bilibili via TechPowerUp