Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test


BYD macht sich auch in Europa nicht nur im Volumensegment breit, sondern schockt die edle Konkurrenz mit seinem Denza Z: einem Sportwagen, der Grenzen verschiebt. Wir haben den neuen Supersportler aus China einem ersten Test unterzogen und sind begeistert – nicht nur wegen der Akkutechnik.

Geht es um spektakuläre Sportwagen, kommen einem Porsche 911 Turbo, Corvette Z06, Ferrari-Boliden oder vielleicht noch ein Mercedes AMG GT in den Sinn. Doch Denza, edler Markenableger der chinesischen BYD-Familie, schert sich nicht um Normen, Dogmen oder gar eine gelebte Rangordnung, seit Jahrzehnten speziell in Europa gelebt. So pustet der Denza Z mit seinem 1604 PS starken Elektroantrieb nicht nur die internationale Verbrennerkonkurrenz in Nirwana.

Denza werden bisher die wenigsten Autofahrer schon einmal gehört haben. Der Kunstbegriff ist die automobile Edeltochter des chinesischen BYD Konzerns und ist mit Lexus (von Toyota), Acura (von Honda) oder Genesis (von Hyundai) zu vergleichen. Das bedeutet Modelle aus dem oberen Preissegment mit Luxusanspruch, entsprechendem Design und einem Zielpublikum in der Premiumklasse. Doch der 4,78 Meter lange Denza Z, als Coupé, Cabriolet und R-Version zu bekommen, pulverisiert mit seiner Symbiose aus Fahrleistungen, schmuckem Design und einem Preis von kaum mehr als 160.000 Euro die etablierte Konkurrenz.

Denza

„Der Denza Z steht für kompromisslose Leistungsfähigkeit und wurde entwickelt, um neue Standards zu setzen. Mit beeindruckender Leistung, kraftvoller Beschleunigung und außergewöhnlicher Fahrdynamik definiert er die Maßstäbe für elektrische Supersportwagen neu“, erläutert Stella Li, Executive Vice President von BYD, „die Flash-Charging-Technologie macht ihn zudem zum ersten seiner Art, der maximale Leistung ohne Einschränkungen ermöglicht. Der Denza Z zeigt eindrucksvoll, wie unser technologieorientierter Ansatz in jedem Segment neue Maßstäbe setzt.“

Erste Fahrt: Der Denza Z schockt mit Fahrleistungen

Hört sich alles imposant an, doch was kann der Denza Z wirklich? Zumindest einen ersten Eindruck konnten wir uns bei ein paar Runden auf der kompakten Rennstrecke von Goodwood in Südengland verschaffen: Helm auf, festgeschnallt und ab geht die Post. Bequeme Sitze, etwas unübersichtliche Displays, viel edles Leder und eine sehenswerte Verarbeitung. Der erste Eindruck des Z passt, auch wenn es mit Helm für Personen über 1,85 Metern durch die niedrige Dachlinie eng wird. Fahrprogramm eingelegt, langsam aus der Boxengasse gerollt und ohne Tastendruck auf den Booster am Lenkrad die erste Beschleunigung. Bis zur ersten Rechtskurve ist es nicht weit und die Bremsen sind noch nicht warm.

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Der Schub des Elektrosportlers ist selbst mit weniger als einem halben Gaspedaltritt gewaltig. Zwei Motoren an der Hinterachse (jeweils 340 kW / 460 PS) und ein weiterer vorn (500 kW / 680 PS) sorgen nicht nur für 1180 kW / 1604 PS, sondern insbesondere für ein gigantisches Drehmoment von 1240 Nm, das gefühlt knapp über der Nulllinie anliegt. Kein Wunder, dass BYD für den Denza Z ein Beschleunigungspotenzial von 0 auf Tempo 100 in rund zwei Sekunden verspricht. Wer kraftvoll beschleunigt, dem entgleisen wahrhaft die Gesichtszüge. Die Bremsen gewinnen schnell an Temperatur und entsprechendem Verzögerungsvermögen.

Der kurze Rundkurs von Goodwood kann flott gefahren werden – ohne arg enge Schikanen und Handlingpassagen. Das gefällt Fahrer und Elektrosportler gleichermaßen, und so ist der Rhythmus schnell gefunden. Die Bremspunkte werden später, die Beschleunigungen stärker. Der Schub ist ohne jeden Vollgasanspruch und eine Maximalgeschwindigkeit von abgeregelten 300 km/h einfach wild. Etwas mehr Seitenhalt im Gestühl dürfte bei dieser Gangart durchaus sein – mehr Lenkgefühl auch.

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Der Testingenieur auf dem Beifahrersitz beharrt darauf, alle Regelsysteme eingeschaltet zu lassen, und so zuckt das Steuer vor dem Einlenken beim Kontakt mit den Begrenzungslinien nervöser als gewünscht, während die Kohlefaserbremse (sechs Kolben vorn / vier Kolben hinten) sehr stabil arbeitet und die Sportreifen eine gute Rückmeldung von der Fahrbahnoberfläche geben.

Chinas Antwort auf den Supersportwagen

Erst Bremsen und dann Einlenken – hier auf dem Goodwood Circuit kein Problem. Doch so sehr der Schub aus den unteren und mittleren Tempi auch begeistert, lässt die Lenkung jene präzise Kalkulierbarkeit vermissen, die ein über 2,2 Tonnen schwerer Sportwagen dieser Leistungsklasse seinem Piloten bieten sollte. Scheitelpunkt und wieder die nächste rechts, dann eine schnelle links und das Gas kräftig durchdrücken – die mehr als 1100 kW fühlen sich bereits jetzt an wie in einem Neutronenbeschleuniger. Der Beifahrer wird schon unruhig und ermahnt stoisch zur Ruhe, die Fahrer und Auto im mittleren Tempobereich gleichermaßen ausstrahlen.

Lässig und souverän bringt der flache China-Sportler seinen Schub an die beiden Hinterräder, führt eher beiläufig mit den vorderen Hufen durch die Kurve und schiebt wieder los. Wild, heftig – aber kalkulierbar. Das Komfortniveau ist dabei beeindruckend, auch weil das Fahrwerk des Z nicht nur über eine Doppelquerlenker-Aufhängung vorn und Mehrlenkerachse hinten, sondern Dank E3-Plattform auch über eine Luftfederung verfügt.

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Nach ein paar flotten, aber niemals schnellen Runden geht es zurück in die betagte, enge Boxengasse des Goodwood Circuit. Wer wirklich auf die Rennstrecke will, kann sich für den Denza Z Racing entscheiden, der leicht verlängert über eine abgepasste Aerodynamik mit Spoilern nebst Heckflügel verfügt und die Luftfederung sinnvollerweise durch Schraubenfedern ersetzt. So sind bis zu 350 km/h Spitze drin – na dann. Nachladen kann der sportlichste Denza aller Zeiten übrigens kaum langsamer, denn Dank Flash-Charging erstarkt das nur 78 kWh große Batteriepaket im Unterboden mit bis zu 1500 kW. Von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten – ein Wert, der die Konkurrenz genauso staunend zurücklässt wie bei den Fahrleistungen.

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