Erste deutsche EM-Medaille seit 1993: Schwimm-Ass Köhler gelingt Karriere-Premiere


Deutsche Schwimmerin feiert bei EM grandiose Karriere-Premiere

Stand: 14.08.2026, 20:55 Uhr

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Angelina Köhler feiert bei der Schwimm-EM eine Premiere. Dabei überwindet sie auch ihr Trauma von vor zwei Jahren.

Paris – Kaum war sie aus dem Pool gestiegen, lief sie auf ihren Trainer zu und umarmte ihn herzlich. Angelina Köhler wirkte so, als könnte sie nach dem Finale über 100 Meter Schmetterling die ganze Welt umarmen. Überraschend ist das nicht, denn kurz zuvor gewann sie über ihre Paradedisziplin die Silbermedaille.

Angelina Köhler freut sich über EM-Silber

Angelina Köhler hat sich in Paris den Traum von einer EM-Medaille erfüllt. © dpa/Sebastien Bozon

„Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe“, jubelte sie im Anschluss am ARD-Mikrofon. „Es war so geil und hat einfach nur Spaß gemacht.“ Dabei offenbarte sie, dass sie im Vorfeld viel emotionale Arbeit dort reingesteckt hatte: „Ich habe angeschlagen und habe gedacht: ‚Gott sei Dank.‘“

Jubel über Silber: Schwimm-Ass Köhler beendet 33-jährige Durststrecke

Verwunderlich ist es nicht, denn vor zwei Jahren erlebte sie ausgerechnet in Paris einen bitteren Moment. Sie schlug über 100 Meter Schmetterling als Vierte an. Besonders ärgerlich: Vor ihr war mit Zhang Yufei eine der 21 chinesischen Sportlerinnen und Sportler, die vor Olympia 2021 positiv getestet worden waren, aber nie gesperrt wurden. Köhler machte im Nachgang ihrem Frust Luft und wurde auf Social Media von Bots beleidigt und bedroht.

Am Mittwoch hatte sie noch eine Medaille über 50 Meter Schmetterling verpasst. Als Sechste fehlten ihr am Ende 19 Hundertstel auf den dritten Platz. Tags zuvor war sie trotz guter Zeit mit der 4x100-Meter-Lagen-Mixed-Staffel auf dem fünften Platz gelandet.

Nun hat die 25-Jährige mutmaßlich Frieden mit dem Becken in der französischen Hauptstadt geschlossen. Schließlich ist sie die erste deutsche Schwimmerin seit 33 Jahren, die über diese Distanz eine EM-Medaille gewonnen hat. Zuletzt gelang dies einer gewissen Franziska van Almsick, die in Sheffield ebenfalls auf dem zweiten Platz landete.

Köhler sicherte für die deutschen Beckenschwimmer damit den sechsten Podestplatz bei den Titelkämpfen. Die Weltmeisterin von 2024 hat noch eine weitere Medaillenchance, denn am Sonntag steht die 4x100-Meter-Lagen-Staffel der Frauen an. Dort ist sie eine der Leistungsträgerinnen und soll dabei helfen, die nächste Staffel-Überraschung zu schaffen. Am ersten Wettkampftag hatten die deutschen Männer über 4x200m Bronze gewonnen. (smh)