„Das ist doch eine riesige Schweinerei“: Deutschlandticket wird bald teurer und kostet dann so viel mehr


Deutschlandticket soll in wenigen Monaten teurer werden: „Das ist doch eine riesige Schweinerei“

Stand: 03.08.2026, 18:08 Uhr

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Das Deutschlandticket wird teurer. Grund ist ein neuer Preisindex, der die Monatskosten weiter steigen lässt. Nun zeigen Berechnungen, um wie viel.

Das Deutschlandticket kostete mal 9 Euro, dann 49 Euro, 58 Euro und seit dem Jahreswechsel 63 Euro im Monat. Bahnfahrer müssen sich bald aber auf die nächste Preissteigerung einstellen, bei 63 Euro wird es 2027 aller Voraussicht nach nicht bleiben. Grund ist ein neues Berechnungsmodell der Verkehrsminister, auf das sich die Länder im Frühjahr geeinigt hatten. Der Abopreis soll nicht mehr politisch, sondern anhand eines Index aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten bestimmt werden.

Deutschlandticket nach Sylt

Mit dem Deutschlandticket durch die ganze Republik, wie hier mit dem Regio nach Sylt. Der Preis erhöht sich aber schon bald. © IMAGO / spfimages//IMAGO / Bihlmayerfotografie (Montage)

Wie sich dieses Modell auf den endgültigen Preis auswirkt, ist noch nicht fix. Nach Informationen unserer Redaktion soll im September Klarheit herrschen. Schon jetzt zeigen aber Berechnungen des Tagesspiegel, dass der Preis steigen wird. Demnach wird das Deutschlandticket um etwa 3,40 Euro teurer, die Kosten des Abos würden also auf 66,40 Euro monatlich steigen.

Deutschlandticket: „Müssen weiterhin die Preise erhöhen“

Kritik an der mutmaßlichen Preiserhöhung kommt von der Linken: „Das ist doch eine riesige Schweinerei“, sagt Linke-Co-Chef Luigi Pantisano der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. „Alles wird teurer, und ausgerechnet bei der Mobilität sollen die Menschen schon wieder draufzahlen.“ So werde Mobilität zum Luxus. „Die Bundesregierung redet über Klimaschutz und bezahlbare Mobilität, und gleichzeitig wird eines der erfolgreichsten Instrumente immer teurer“, sagt Pantisano, der gegenüber unserer Redaktion eine Rückkehr zum alten Modell fordert. „Die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets und einer bundesweiten Preisgarantie wäre eine echte Kehrtwende der Vernunft und könnte die Sternstunde des neuen Verkehrsministers Bilger werden.“

Schon im Januar deuteten Verkehrsverbände eine Erhöhung an. „Ich bin der Auffassung, dass wir die Preise weiterhin erhöhen müssen“, sagte Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), bei deren Jahrespressekonferenz. Einen konkreten Preis nannte er nicht, forderte aber „einen nachvollziehbaren Preisindex, der die Inflation abbildet, ohne dass er zu absurden Erhöhungen führt“. Eine Anpassung im „angemessenen Rahmen“ würde von den Fahrgästen akzeptiert werden. „Ich glaube, das verstehen auch die Menschen, wenn man das nicht überproportional macht.“ Auch mit 66,40 Euro bliebe das Deutschlandticket vielerorts weiterhin günstiger als klassische Monatskarten im regionalen Nahverkehr.

Im Koalitionsvertrag einigte sich die Bundesregierung auf eine Fortführung des Deutschlandtickets, kündigte aber kontinuierliche Preiserhöhungen an. „Um Planungssicherheit für die Kunden beim Ticket, aber auch für Bund und Länder bei der Finanzierung zu gewährleisten, werden die Kosten für das Ticket nach einem festen Schlüssel aufgeteilt“, hieß es.

Am Donnerstag treffen sich die Verkehrsminister zu einer Sonderkonferenz. Dabei soll es eigentlich vorwiegend um die Erhöhung der Trassenpreise im Regionalverkehr gehen. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) machte bereits Druck auf seine Amtskollegen und forderte öffentlich Gespräche zur Finanzierung des Schienenverkehrs. Es sei die Aufgabe des neuen Bundesverkehrsministers Steffen Bilger (CDU), mit den Ländern „eine vernünftige, für alle Seiten tragbare Finanzierung abzustimmen“, betonte Crumbach gegenüber der dpa. Die schlechtesten Möglichkeiten seien, dass Bundesländer Verkehr abbestellen müssten oder das Deutschlandticket entfällt, warnte er. Aktuell zeichnet sich ein Wegfall des Deutschlandtickets eher nicht ab. Teuer werden wird das Abo-Modell aber vermutlich schon. (Quellen: Tagesspiegel, dpa, Luigi Pantisano, eigene Recherchen)