DFB-Pokal im Osten: Urs Fischer wird in Brandenburg zum Spielverderber


Urs Fischer könnte die Reise bekannt vorgekommen sein, die er vor dem DFB-Pokal-Duell gegen den VfB Krieschow antreten musste. Mit seinem Verein, dem FSV Mainz 05, musste er bei Fünftligist VfB Krieschow antreten. Und der 560 Einwohner kleine Ortsteil von Kolkwitz liegt keine hundert Kilometer entfernt von Fischers altem Einsatzort: dem Stadion An der Alten Försterei. Dem Ort also, an dem er den 1. FC Union Berlin einst in die Champions League führte.

Eine ganz so große Bühne erwartete ihn und den FSV Mainz 05 beim 0:9 (0:5) nicht. Im Gegenteil: Nie fand ein Spiel im DFB-Pokal an einem Ort statt, der kleiner ist als Krieschow. Mit der Hilfe von Ehrenamtlichen baute der Dorfklub aber mobile Tribünen auf, dank derer statt 2.000 Fans die doppelte Anzahl Menschen einen Platz finden konnte.

Fischer lässt Krieschower Träume platzen

Sie sahen eine Partie, zu deren Beginn der VfB tatsächlich den Eindruck machte, als könnte erden Bundesligisten ein wenig ärgern. Im Falle eines Sieges erwartete die Spieler eine Reise nach Mallorca. Und im Brandenburger Landespokalfinale gegen den FC Energie Cottbus hatte Krieschow schon gezeigt, dass der Klub höherklassige Gegner schlagen kann. Diesmal klappte das nicht.

Phillip Tietz (Mitte) jubelt nach seinem Tor zum 0:1 mit Phillipp Mwene (r) und Nadiem Amiri.

Phillip Tietz (Mitte) jubelt nach seinem Tor zum 0:1 mit Phillipp Mwene (r) und Nadiem Amiri.

© Robert Michael/dpa

In den ersten 15 Minuten hatte der Gastgeber zwar sogar noch die besseren Chancen. Die Realität aber rollte kurz danach auf die Amateurkicker zu – und wie: Dreimal Phillip Tietz (19., 26., 32.), einmal Nadiem Amiri (39.) und einmal Ex-Unioner Sheraldo Becker (43.) ließen mit ihren Toren die Krieschower Träume platzen. Schon zur Halbzeit stand es also 5:0 für Mainz. Amiri (48.), Tietz (57.), Ransdorf Königsdörffer (73.) und William Böving (88.) erhöhten in der 2. Halbzeit auf 9:0.

Die Reise nach Mallorca also verhinderten die 05er und Fischer. Immerhin ein zweistelliges Ergebnis aber konnten die Brandenburger vermeiden.

Deutliche Siege für Dynamo und FCM

Ähnlich deutlich wie Fischers Mainzer machten es auch die ostdeutschen Profiklubs. Dynamo Dresden setzte sich bei Westfalia Rhynern aus der Regionalliga West mit 6:0 (5:0) durch. Schon in der 8. Minute hatte Jonas Sterner die Gäste in Führung gebracht. Niklas Hauptmann stellte kurz danach mit dem 2:0 eine komfortable Führung her (18.). Vincent Vermeij (30.), Ben Bobzien (34.) und Kaan Inanoglu sorgten zur Halbzeit für klare Verhältnisse. In der 2. Hälfte traf Robert Wagner (54.) zum 6:0-Endstand.

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Noch schneller ging es für den 1. FC Magdeburg beim 4:0 (3:0)-Erfolg beim Bahlinger SC. Gegen das Team aus der Oberliga Baden-Württemberg traf Mateusz Zukowski schon nach vier Minuten zum 1:0 für den Zweitligisten. Falko Michel (31.) und erneut Zukowski (44.) erhöhten zur Halbzeit auf 3:0. Tobias Müller ließ nach der Pause das 4:0 folgen (77.). Der große Sturmlauf, wie jene, die Dynamo und Mainz zeigten, wurde es aber nicht.

Jena jubelt kurz

Nur kurz Freude beim Zusehen hatten jene, die es mit dem FC Carl Zeiss Jena halten. Der Regionalligist aus dem Paradies musste sich im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 mit 1:2 (1:2) geschlagen geben.

Milan Smit hatte die Lilien früh in Führung gebracht (11.). Für das größte Highlight des Spiels aber sorgte Jena.

Elias Löder jubelt nach seinem Treffer zum 1:1.

Elias Löder jubelt nach seinem Treffer zum 1:1.

© Jan Woitas/dpa

Elias Löder stand mit dem Rücken zum Tor, als ihn ein langer Abschlag von Keeper Marius Liesegang erreichte. Mit einem Kontakt kontrollierte er den Ball, ließ ihn einmal auftropfen, um sich umzudrehen, und schoss den Ball dann volley in den Winkel zum Ausgleich (39.).

Die Freude hielt jedoch nur kurz: Lance Duijvestijn brachte Darmstadt zwei Minuten später wieder in Führung (41.). Jena blieb zwar lange im Spiel und verhinderte einen größeren Rückstand. Das Aus in der ersten Pokalrunde war aber nicht mehr zu verhindern.

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