Vor dem Spiel gegen Griechenland: Klopp setzt auf Urbig und äußert sich zur Kimmich-Diskussion
Jonas Urbig wird auch in Griechenland im Tor der Fußball-Nationalmannschaft stehen. Bundestrainer Jürgen Klopp kündigte den Einsatz des jungen Schlussmanns vom FC Bayern München für das Rückspiel in der Nations League am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Thessaloniki an.
Klopp begründete den zweiten Einsatz von Urbig nach dessen Debüt am Donnerstag in München gegen Serbien damit, dass der 23-Jährige beim FC Bayern als Ersatzmann von Manuel Neuer wenig Spielpraxis habe. „Die anderen Jungs, die jetzt dabei waren, die spielen alle regelmäßig, und das hat Jonas nicht getan, deshalb bekommt er das Spiel auch“, sagte der Bundestrainer.

MeinungDeutsche Nationalmannschaft
:Klopp testet die Entwöhnung von KimmichZuvor hatten Marc-André ter Stegen von Ajax Amsterdam beim 1:1 in den Niederlanden und Alexander Nübel von Besiktas Istanbul beim 0:1 im ersten Griechen-Duell im Tor der DFB-Elf gestanden. Zum Aufgebot gehörten zudem noch der Augsburger Finn Dahmen und Noah Atubolu von Eintracht Frankfurt.
Ein Indiz für die weitere Vergabe der Nummer eins sei die Entscheidung pro Urbig nicht, versicherte Klopp. Alle Torhüter hätten einen hervorragenden Eindruck gemacht. Bei der Nominierung hatte der Bundestrainer gesagt, ter Stegen sei „für den Moment“ die Nummer eins.
Viele weitere Informationen zu seiner Startelf gab Klopp nicht. Lediglich Alexander Pavlovic, der mit dem Bundestrainer bei der Pressekonferenz war, wurde ein Startelfeinsatz zugesagt. „Ich habe ihm vor der PK gesagt, er kann sich nicht mehr aus der Mannschaft quatschen“, scherzte der 59-Jährige.
Bislang hat Klopp in den drei Partien als Bundestrainer 34 Spieler eingesetzt. Ob weitere Akteure hinzukommen oder ob er auf die beim 2:0 gegen Serbien überzeugende Auswahl setzt, ist offen. Für den zur Belastungssteuerung aus dem DFB-Camp abgereisten Serge Gnabry dürfte dessen Münchner Club-Kollege Lennart Karl ins Team rutschen.
„Wir wollen eine Mannschaft auf den Platz bringen, die eine Chance, hat zu gewinnen“, sagte Klopp. In der Gruppe 2 der A-Liga liegt die DFB-Elf mit 4 Punkten hinter den Griechen (7 Punkte) und den Niederlanden (5) auf dem dritten Platz. Nur die beiden Topteams pro Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale.
Die Kimmich-Diskussion verfolgt Klopp
Mehrere Anläufe brauchte Klopp, um die Frage nach der Diskussion über Joshua Kimmich möglichst unverfänglich zu beantworten – dann ließ er es einfach. „Ich gebe auf. Offiziell. Jetzt schon. Macht, was ihr wollt“, sagte der Bundestrainer und lachte.
Nach dem 2:0 gegen Serbien war die Frage aufgekommen, ob der Kapitän Kimmich wohl seinen Stammplatz verlieren könnte. Florian Wirtz, Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic hatten in München vollauf überzeugt. „Ja, das Mittelfeld war top“, sagte Klopp, „aber jetzt stellt euch vor, wir hätten in Deutschland genau drei Mittelfeld-Spieler. Wie kacke wär das denn? Genau drei! Wir brauchen natürlich mehr.“
Er sei „mit der Situation sehr zufrieden. Das muss ich echt sagen. Keiner, der richtig kicken kann, muss sich Sorgen machen oder irgendetwas“, betonte Klopp. Er hoffe, „wir haben eine Auswahl. Das hoffe ich wirklich.“ Er brauche „Führungsspieler, laufstarke Spieler, kreative Spieler“, man brauche „alles Mögliche“. Er freue sich „auf die Zukunft mit den Jungs“.
Er habe keine Chance, die Frage so zu beantworten, dass keine Geschichte daraus entstehe, sagte der Bundestrainer: „Ich freue mich, dass Joshua Kimmich deutscher Nationalspieler ist - und alle anderen auch.“