Die 4 Phasen der Wechseljahre: Wann sie beginnen und was im Körper passiert


Stand: 20.08.2026, 20:00 Uhr

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Die Wechseljahre verlaufen nicht nach einem festen Zeitplan. Was in Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause passiert – und welche Symptome typisch sind.

München – Die Wechseljahre werden oft auf Hitzewallungen und das Ende der Menstruation reduziert. Tatsächlich beginnt die hormonelle Umstellung meist Jahre vor der letzten Regelblutung und verläuft sehr viel weniger geradlinig, als der Begriff vermuten lässt.

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Hormone schwanken, der Zyklus verändert sich, Beschwerden können kommen und wieder verschwinden. Manche Frauen spüren davon kaum etwas, andere erleben diese Zeit als deutlichen körperlichen und emotionalen Einschnitt. Medizinisch werden die Jahre rund um die letzte Regelblutung genauer unterschieden.

Uterus und Eierstock aus Blumen

Die Perimenopause ist eine Phase, die jede Frau auf ihre eigene Weise erlebt. © Christin Klose/dpa-tmn

Häufig ist von den vier Phasen der Wechseljahre die Rede: Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Die Einteilung ist hilfreich, allerdings nicht ganz so eindeutig, wie sie zunächst klingt. Denn die Menopause ist streng genommen keine Phase, sondern ein einzelner Zeitpunkt: die letzte spontane Regelblutung. Und auch die Übergänge davor und danach lassen sich nicht an einem bestimmten Geburtstag festmachen.

Die 4 Phasen der Wechseljahre im Überblick

Vereinfacht sieht der Verlauf so aus:

Wann diese Abschnitte beginnen und wie sie sich bemerkbar machen, lässt sich nicht auf ein bestimmtes Alter festlegen.

1. Prämenopause: Die Zeit vor der eigentlichen Umstellung

Bei der Prämenopause beginnt bereits die erste begriffliche Schwierigkeit. Umgangssprachlich wird sie oft als erste Phase der Wechseljahre verstanden. Medizinisch bezeichnet „prämenopausal“ zunächst einmal die Zeit vor der Menopause. In der international gebräuchlichen STRAW+10-Klassifikation wird deshalb genauer zwischen der reproduktiven Phase und dem eigentlichen menopausalen Übergang unterschieden.

Schon lange bevor die letzte Regelblutung näher rückt, verändert sich die Eierstockreserve: Zahl und Qualität der Follikel nehmen mit zunehmendem Alter ab. Der Menstruationszyklus kann dabei zunächst noch regelmäßig verlaufen, bestimmte Hormonwerte verändern sich, allerdings ohne dass daraus bereits abgelesen werden könnte, ob eine Frau „in den Wechseljahren“ ist.

Für den Alltag ist deshalb vor allem die Abgrenzung zur nächsten Phase wichtig: Wenn der bislang gewohnte Zyklus zunehmend unregelmäßig wird, beginnt der eigentliche menopausale Übergang.

2. Perimenopause: Wenn die Hormone aus dem Takt geraten

Die Perimenopause ist für viele Frauen das, was sie im Alltag unter den Wechseljahren verstehen. Sie umfasst den eigentlichen Übergang zur Menopause und die ersten zwölf Monate nach der letzten Regelblutung.

Hormonell ist diese Zeit komplexer als die verbreitete Vorstellung, der Östrogenspiegel sinke nun langsam und kontinuierlich. Tatsächlich können die Werte gerade in der Perimenopause stark schwanken. Die Zahl der Follikel nimmt weiter ab, Eisprünge werden unregelmäßiger und Zyklen ohne Eisprung häufiger.

Dadurch verändert sich auch die Progesteronproduktion. Gleichzeitig kann der Östrogenspiegel zeitweise noch hoch sein und anschließend stark absinken. Erst im weiteren Verlauf setzt sich der Rückgang der Östrogenproduktion zunehmend durch.

Diese Dynamik erklärt, warum Beschwerden nicht unbedingt gleichmäßig stärker werden. Eine Frau kann sich einige Wochen oder Monate ausgesprochen gut fühlen und dann plötzlich wieder mit Schlafproblemen oder Hitzewallungen zu tun haben.

Der Zyklus verändert sich

Ein besonders wichtiger Hinweis auf die Perimenopause ist deshalb nicht ein einzelner Laborwert, sondern der Menstruationszyklus. In der frühen Übergangsphase verändert sich die Länge des Zyklus zunehmend. Später können zwischen zwei Blutungen auch längere Pausen von 60 Tagen oder mehr liegen. Blutungen können stärker oder schwächer werden und unterschiedlich lange dauern.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede ungewöhnliche Blutung automatisch auf die Wechseljahre zurückzuführen ist. Sehr starke, auffällige oder neu auftretende Blutungsstörungen sollten gynäkologisch abgeklärt werden.

Welche Symptome sind in der Perimenopause typisch?

Am bekanntesten sind Hitzewallungen und Nachtschweiß, medizinisch vasomotorische Symptome genannt. Sie können bereits auftreten, während eine Frau noch regelmäßig oder zumindest gelegentlich ihre Periode bekommt. Häufig kommen Schlafstörungen hinzu.

Auch psychische Veränderungen können in dieser Lebensphase eine Rolle spielen. Manche Frauen berichten über stärkere Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit oder depressive Verstimmungen. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, häufig als „Brain Fog“ beschrieben, werden ebenfalls häufig genannt. Daneben können unter anderem Kopf- und Gelenkbeschwerden auftreten.

Durch die veränderte Östrogenwirkung können vaginale Trockenheit und Veränderungen der Sexualität bereits in dieser Phase auftreten.

Wie stark Frauen diese Phase erleben, unterscheidet sich erheblich. Manche haben kaum Beschwerden, andere fühlen sich über Jahre deutlich beeinträchtigt. Auch Dauer und Kombination der Symptome sind individuell.

Und noch etwas ist wichtig: Eine zunehmend unregelmäßige oder zeitweise ausbleibende Periode bedeutet nicht, dass die fruchtbare Zeit bereits beendet ist. Solange noch Eisprünge auftreten, ist eine Schwangerschaft grundsätzlich möglich.

3. Menopause: Ein einziger Zeitpunkt

Die Menopause bezeichnet genau die letzte spontane Regelblutung. Das Besondere daran: In dem Moment selbst weiß eine Frau noch nicht, dass sie gerade ihre Menopause erlebt hat. Erst wenn anschließend zwölf Monate lang keine weitere Menstruation auftritt und es dafür keine andere Ursache gibt, lässt sich der Zeitpunkt rückblickend bestimmen.

Im Durchschnitt tritt die natürliche Menopause ungefähr mit 51 Jahren ein. Die Spannbreite ist jedoch groß. Findet sie vor dem 45. Lebensjahr statt, spricht man von einer frühen Menopause. Ein Verlust der Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr wird als prämature Ovarialinsuffizienz (POI) bezeichnet und sollte medizinisch abgeklärt werden.

Wann die Menopause eintritt, wird wesentlich von genetischen Faktoren beeinflusst. Daneben spielen weitere Faktoren eine Rolle. Rauchen beispielsweise ist mit einer früheren natürlichen Menopause verbunden. Operationen an den Eierstöcken sowie bestimmte medizinische Behandlungen können den Zeitpunkt ebenfalls beeinflussen oder eine Menopause auslösen.

4. Postmenopause: Was danach wichtig wird

Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. Sie dauert nicht, wie gelegentlich zu lesen ist, zehn oder 15 Jahre, sondern bezeichnet die gesamte Lebenszeit nach der Menopause.

Die starken hormonellen Schwankungen der Perimenopause lassen nun nach. Die Eierstöcke produzieren nur noch geringe Mengen Östrogen und Progesteron; gleichzeitig sind die Spiegel der Steuerhormone FSH und LH erhöht. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass alle Beschwerden verschwinden. Hitzewallungen und Nachtschweiß können noch mehrere Jahre anhalten.

Gleichzeitig können andere Folgen des Östrogenmangels stärker in den Vordergrund treten. Die Schleimhäute im Genital- und Harntrakt verändern sich, was unter anderem vaginale Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Sex, häufigeren Harndrang oder wiederkehrende Harnwegsbeschwerden begünstigt. Fachleute fassen diese Veränderungen unter dem Begriff „genitourinäres Menopausensyndrom“ (GSM) zusammen.

Auch die langfristige Gesundheit rückt stärker in den Blick. Durch den Wegfall der schützenden Östrogenwirkung beschleunigt sich insbesondere in den Jahren rund um die Menopause der Knochenabbau; langfristig steigt damit das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Gleichzeitig verändern sich mit zunehmendem Alter Muskelmasse und Körperzusammensetzung.

Das kardiovaskuläre Risikoprofil verändert sich ebenfalls nach der Menopause. Bewegung und insbesondere Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Vorsorge gewinnen deshalb zusätzlich an Bedeutung.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Bei vielen Frauen beginnt der menopausale Übergang in den 40ern. Manche bemerken Veränderungen früher, andere später. Einen bestimmten Geburtstag, ab dem eine Frau „in den Wechseljahren“ ist, gibt es nicht. Für die medizinische Einordnung sind neben dem Alter vor allem Veränderungen des Zyklus und typische Beschwerden entscheidend.

Bei Frauen ab 45 Jahren mit typischen Beschwerden lässt sich die Perimenopause häufig klinisch anhand von Alter, Zyklus und Symptomen einordnen. Ein einzelner Hormontest schafft dagegen nicht unbedingt Klarheit: FSH und Östrogen können während der Perimenopause so stark schwanken, dass eine einzelne Messung nur eine Momentaufnahme liefert.

Routinemäßige Hormonbestimmungen sind deshalb bei ansonsten gesunden Frauen über 45 mit typischem Verlauf in der Regel nicht notwendig. Treten entsprechende Veränderungen deutlich vor dem 45. Lebensjahr auf oder bleibt die Menstruation vor dem 40. Lebensjahr aus, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Auch dafür gibt es keine Zahl, die für alle Frauen gilt. Der menopausale Übergang erstreckt sich meist über mehrere Jahre. Die Postmenopause wiederum ist keine zeitlich begrenzte Schlussphase.

Einzelne Beschwerden können leider noch lange bestehen bleiben. Die Frage „Wie lange dauern die Wechseljahre?“ hat deshalb keine einfache medizinische Antwort. Entscheidend ist, ob damit die hormonelle Übergangsphase oder die Dauer der Symptome gemeint ist.

Fazit: Vier Phasen, aber kein Fahrplan

Die vier Phasen der Wechseljahre sind vor allem eine Orientierung. Biologisch verläuft der Übergang sehr viel fließender. Besonders die Perimenopause ist von starken hormonellen Schwankungen geprägt, während nach der Menopause andere gesundheitliche Aspekte stärker in den Vordergrund treten.

Und wenn Hitzewallungen, Schlafprobleme oder andere Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen, müssen Frauen sie nicht einfach hinnehmen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden, dem Alter und der individuellen gesundheitlichen Situation ab.