Irres Bild in Altona: Sternbrücke schwebt los
Hamburg
Die Sternbrücke rollt: Heute Nacht wird sie eingehoben!
Die neue Sternbrücke in Altona liegt auf der Zielgeraden, am Donnerstag geht es für das 108 Meter lange Brückenkonstrukt über die Max-Brauer-Allee.
Es ist wirklich ein absurdes Bild, das sich in der Max-Brauer-Allee, Höhe Schulterblatt am Donnerstagmorgen bietet: Die neue Sternbrücke, ihres Zeichens 108 Meter lang und 25 Meter hoch, wurde über Nacht auf sechs Meter Höhe gepumpt. Jetzt geht es auf die Schlussgerade in Richtung der Kreuzung zur Stresemannstraße. Nach einer langen Pause ist der Transport gegen 20 Uhr wieder angelaufen.
„Jan, es kann losgehen!“, mit diesen Worten gibt Projektleiterin Janna Wiedmaier (36) den Startschuss für den Transport der neuen Sternbrücke. Diese steht am Donnerstagmorgen in sechs Metern luftiger Höhe auf sogenannten „Tausendfüßlern“, Fahrzeugen für extrem sperrige und schwere Lasten.
Sternbrücke setzt sich am Donnerstagmorgen in Bewegung
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Es rumort laut, dann setzen sich die vielen Räder tatsächlich langsam in Bewegung. Gesteuert werden sie von einem Menschen mit Fernbedienung. Stück für Stück schiebt sich das riesige Konstrukt in Richtung der Zielkreuzung – bis es dann plötzlich nach knapp 20 Minuten wieder stoppt. „Wir liegen sehr gut in der Zeit und haben viel Puffer eingeplant“, erklärt die Projektleiterin. Dabei ist auch das angekündigte Gewitter für heute einberechnet, in der Zeit kann die Brücke einfach abwarten.“
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An der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße muss noch der letzte Schutt vom Abriss der alten Brücke weggeräumt werden, bevor die neue eingesetzt werden kann. Das dauert jetzt doch länger als geplant: Die Deutsche Bahn hatte damit gerechnet, bis spätestens Mitternacht das Spektakel über die Bühne zu bringen – jetzt geht es für die Brücke erst um 20 Uhr, statt wie geplant um 13 Uhr, weiter in Richtung Zielkreuzung.
„Dass wir früher fertig werden als gedacht, ist damit aufgelöst“, erklärt die Projektleiterin. „Aber wir liegen damit wieder im ursprünglichen Zeitplan.“ Um 3 Uhr morgens soll die Brücke dann final eingehoben werden.
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In den sieben Stunden davor wird jedoch noch fleißig gearbeitet: Nachdem die Brücke bis 20 Uhr stillstand, rollt sie zwei bis drei Stunden lang im Schneckentempo weiter, wird dann eine Stunde lang an der Kreuzung gedreht und zwei bis drei Stunden später eingehoben. Der Zeitplan könne eingehalten werden, „die Brücke rollt“, sagte der Bahn-Sprecher der MOPO am Abend.
Tjarks: Neue Sternbrücke könnte ein neues Wahrzeichen für Hamburg werden
„Das ist wirklich ein absoluter Höhepunkt jahrelanger Planung“, bilanziert DB-Infra-Go-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte. „Dahinter stecken nicht nur 3700 Tonnen Stahl und mehr als 1000 Schweißnähte, sondern vor allem höchste Ingenieurskunst. Wir bedanken uns vor allem auch bei den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis.“
1000 Züge sollen künftig täglich über die neue Brücke fahren, etwa 100 mehr als zuvor. Immerhin handelt es sich bei der Strecke laut Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) um einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz. Hier fahren fast alle Züge in Richtung Skandinavien, dazu die täglichen S-Bahnen und Regios.
„Die alte Brücke war eine Ingenieurskunst der 1920er Jahre und hat 100 Jahre gute Dienste geleistet“, fährt Tjarks fort. „Eine tolle, schöne Brücke – aber sie war nicht mehr reparabel.“ Die neue Sternbrücke könnte laut ihm zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt werden.