Die Sussexes haben eine einfache Wahl: das Windsor-Spiel mitspielen oder auf die Titel verzichten


Stand: 31.08.2026, 13:50 Uhr

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Prinz Harry und Herzogin Meghan

Die erwartete Rückkehr von Prinz Harry und Herzogin Meghan schlägt in Großbritannien hohe Wellen. (Archivfoto) © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Wenn die Krone das Problem ist, warum sind sie dann so entschlossen, weiterhin von ihrem Namen zu profitieren. Ein Kommentar von Camilla Tominey.

Selbst nachdem Prinz Harry mich in seinen Memoiren „Spare“ als „abscheulich“ bezeichnet hatte, habe ich nie gefordert, dem Herzog und der Herzogin von Sussex ihre königlichen Titel abzuerkennen. Das Herzogtum wurde ihnen von der verstorbenen Königin an ihrem Hochzeitstag verliehen – in guten wie in schlechten Zeiten – und ein Entzug würde einen formellen Parlamentsakt erfordern. Dennoch taucht mit ihrer Rückkehr nach Großbritannien eine entscheidende Frage wieder auf: Warum an diesen monarchischen Bezeichnungen festhalten, während man öffentlich alles verurteilt, wofür die Institution steht?

Wenn angeblich „unbewusst voreingenommene“ Mitglieder der königlichen Familie ernsthaft Archies Hautfarbe in Frage stellten, noch bevor er geboren war, warum beansprucht man dann so eifrig den Titel „Prinz“ für ihn? Ebenso: Warum Lilibet nach ihrer Urgroßmutter benennen und darauf bestehen, sie als Prinzessin zu titulieren, wenn „The Firm“ so inhärent böse sein soll, dass sie Meghan beinahe in den Suizid getrieben hätte?

Ihre Entscheidung, wieder britischen Boden zu betreten, sorgt für dringend benötigte Klarheit. In ihrem Oprah-Interview 2021, der Netflix-Dokuserie 2022 und in „Spare“ führten die beiden immer wieder Medienintrusion und den Entzug des offiziellen royalen Personenschutzes als gravierende Gefährdung ihrer Sicherheit und psychischen Gesundheit an.

Die Rückkehr ins Epizentrum dieses Leidens deutet auf eine kalkulierte Entscheidung hin und bestätigt, was die meisten von uns die ganze Zeit gesagt haben – dass ihre royale Identität ihre wichtigste Währung bleibt. Als „Megxit“ im Jahr 2020 seinen Lauf nahm, drehte sich die offizielle Erzählung darum, „finanzielle Unabhängigkeit“ zu erlangen, während sie ihre junge Familie fernab des unerbittlichen britischen Boulevardlichts in Kalifornien großziehen.

Zu diesem Zweck wollten sie von den USA aus ein kommerzielles und philanthropisches Imperium rund um Archewell, Spotify und Netflix aufbauen. Sie verdienten Unsummen, und Meghan hat ihr As-Ever-Marmeladen-Imperium inzwischen zu einer lukrativen Form des gehobenen Online-Influencer-Geschäfts ausgebaut.

Abhängigkeit von der Marke Windsor

Ihre Rückkehr nach Großbritannien konfrontiert sie jedoch mit einer grundlegenden Realität: dass ihre persönliche Marke untrennbar mit genau jener Institution verbunden ist und stets verbunden bleiben wird, die sie sechs Jahre lang kritisierten. Die Einschulung ihrer Kinder an einer englischen Vorbereitungsschule unterstreicht zusätzlich den Wunsch, die Verbindung zu ihrem royalen Erbe aufrechtzuerhalten. Schließlich: Welchen Wert hat es, königliche Titel zu tragen, wenn man völlig von der Monarchie losgelöst bleibt?

Letztlich können sie sich nicht vollständig vom Haus Windsor lösen, ohne das Risiko einzugehen, vollkommen in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Trotz wiederholter Beteuerungen, ihr Privatleben schützen zu wollen, hatten sie nie den Wunsch, anonym zu sein. Was sie wollen, ist maximale Aufmerksamkeit – vorausgesetzt, sie fällt überwiegend positiv aus. Es ist alles, was sie je wollten: die gute Publicity, aber nicht die schlechte.

Die Unvereinbarkeit von Prominenz und Klagegesang

Dieser Widerspruch war immer vorhanden, doch er tritt auf britischem Boden deutlich schärfer hervor, wo es eine klare Trennlinie zwischen Prominenz und Königswürde gibt. Nun, da sie wieder in „Blighty“ sind, stehen Harry und Meghan vor einer klaren Entscheidung: entweder die Titel fallenlassen oder die Beschwerden. Die Sussexes können nicht beides haben: Wenn die Krone das Problem ist, warum sind sie dann so entschlossen, weiterhin von ihrem Namen zu profitieren? (Dieser Artikel von Camilla Tominey entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)