Bitte pflücken und essen: In den Wäldern im Sauerland gibt es ungewöhnlich viele Brombeeren


Für Kerstin Müller ist es ein Traum: Brombeeren, soweit das Auge reicht. Im eigenen Garten und im eigenen Wald in Altena leuchten die süßen Früchte um die Wette. Es sind ungewöhnlich viele in diesem Jahr. Eine gute Gelegenheit, sie nicht nur zu naschen, sondern zu Marmelade zu verarbeiten.

Kerstin Müller steht vor dem Hofladen.
„Die sind so süß, das ist großartig. Und für wilde Brombeeren sind die verhältnismäßig groß.“ Kerstin Müller

Pflücken erlaubt, aber auf den Wegen bleiben

Vor allem auf den Kahlflächen breiten sich die Sträucher aus. Im Wald Brombeeren zu pflücken, ist erlaubt. Solange es nur für den eigenen Bedarf ist. Und solange man beim Pflücken auf den Wegen bleibt. Das ist ohnehin sicherer, denn die großen Brombeergebüsche finden auch Wildschweine toll. Tagsüber liegen sie gerne unter den Ranken.

Brombeersträucher unterdrücken junge Bäume

Wer den Tieren zu nahe kommt, riskiert einen gehörigen Schrecken. Auch Förster Sebastian Blanke hat schon mehrfach erlebt, wie aufgescheuchte Wildschweine plötzlich davonrennen. Zu den Brombeeren hat er eine gespaltene Meinung. Einerseits verschaffen sie den jungen Bäumen den nötigen Schatten, andererseits bedrängen sie sie auch.

Der Förster Sebastian Blanke läuft entlang eines Waldstücks.

„Die Bäume wollen irgendwie nach oben wachsen, schaffen das aber mit der Brombeere nur schwer, und deswegen müssen die freigeschnitten werden.“ Sebastian Blanke, Regionalforstamt Märkisches Sauerland

Die Brombeersträucher auf den Kahlflächen machen also viel Arbeit. In einigen Jahren werden sie von allein verschwinden. Wenn die jungen Bäume wieder ein geschlossenen Blätterdach bilden und wenig Sonnenlicht an den Waldboden lassen. Doch bis dahin lassen sich die Brombeeren genießen.

Wer sie pflückt, riskiert immer auch ein paar Kratzer und Schrammen an Armen und Beinen. Denn die Sträucher mit ihren stacheligen Ranken machen einem das Beerensammeln wirklich nicht leicht. Ein Glas Marmelade will hart erarbeitet sein.

Brombeeren, Zucker, Zitronensaft

Kerstin Müller steht vor dem Hofladen.
„Ich bin super experimentierfreudig. Ich hatte auch schon Brombeer-Rotwein und Brombeer-Vanille.“ Kerstin Müller

Ihre Kreationen verkauft Kerstin Müller in einem kleinen Hoflädchen. Es ist ein liebevoll eingerichteter Selbstbedienungsladen in der Nähe des Flugplatzes Hegenscheid, den man nur zu Fuß erreichen kann. Die vielen Einträge im Gästebuch zeigen, wie erstaunt Wanderer sind, auf ihrem Weg auf diese süße Überraschung zu stoßen.

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