DLRG-Bilanz: Fast 250 Menschen während der Badesaison in Deutschland ertrunken


In der gerade beendeten Badesaison sind mehr Menschen in Deutschland im und am Wasser ums Leben gekommen als im Sommer des Vorjahres. Zwischen Anfang Mai und dem Ende der Sommerferien ertranken 248 Menschen – zwölf mehr als im gleichen Zeitraum 2025, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft zum Stand 15. September mitteilte . Seit Jahresbeginn gab es demnach 320 tödliche Badeunfälle, während es im Vorjahreszeitraum mit 328 etwas mehr waren.

Der folgenschwerste Monat des Jahres mit seiner Hitzewelle, die viele Menschen ans Wasser zog, war der Juni mit mindestens 101 Todesfällen – nur 2003 gab es den Angaben zufolge in einem Juni noch mehr Badetote. Besonders gefährdet waren laut DLRG junge Menschen im Alter von 11 bis 30 Jahren: Seit Jahresbeginn ertranken 88 Menschen in dem Alter, 15 mehr als im gesamten Vorjahr, die meisten männlich.

Jugendliche und junge Männer oft leichtsinnig

»Jugendliche und junge Männer gehen häufig vermeidliche Risiken ein«, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Sie seien oft leichtsinnig, überschätzten sich selbst und könnten nicht oder nicht gut schwimmen. Der Anteil der Männer und männlichen Jugendlichen an den Opfern bekannten Alters betrage 85 Prozent.

Immerhin 84 Todesfälle entfielen den Angaben zufolge auf Menschen im Alter über 60, allerdings waren das 24 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Badetoten unter den Senioren sank also deutlich, ebenso wie die der Ertrunkenen im Alter zwischen 31 und 60 Jahren: In der Altersgruppe verloren 69 Menschen und damit sogar 25 weniger als im Vorjahr ihr Leben im Wasser.

Meiste Badetote in Seen und Flüssen

Besonders gefährlich sind laut DLRG-Bilanz Seen. Dort starben die meisten Menschen. Aber auch Flüsse gelten mit vielen Todesfällen als Gefahren für Badende. Leichte Anstiege gab es bei den Badetoten in Kanälen sowie in den Meeren und in Schwimmbädern.

Die meisten tödlichen Unfälle beim sommerlichen Baden gab es in Bayern: In dem Land mit seinen vielen Seen starben bis zum Ende der Sommerferien 61 Menschen (Vorjahreszeitraum: 73). Dahinter folgten Nordrhein-Westfalen mit 54 Badetoten (Vorjahreszeitraum: 38) und Baden-Württemberg mit 35 (Vorjahreszeitraum: 34).

Noch deutlich mehr Menschen wären wohl ertrunken, hätten nicht Rettungskräfte und auch Badegäste rechtzeitig geholfen, so Vogt. »Allein unsere Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer befreiten erneut Hunderte Personen aus Lebensgefahr im Wasser«, sagte sie.

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Entscheidend aus der Sicht der Wasserretter, um Badeunfälle möglichst zu verhindern: die Schulen. Dort solle nicht nur das Wissen über Gefahren im Wasser vermittelt, sondern auch fundierter Schwimmunterricht erteilt werden, forderte die DLRG.

Vor allem das Schwimmenlernen aber komme oft zu kurz, kritisierte Vogt. »Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen flächendeckend deutlich mehr in die marode Schwimmbadlandschaft und den schulischen Schwimmunterricht investieren. Andernfalls befürchten wir dauerhaft höhere Opferzahlen unter jungen Menschen.«