Welchem Torwart gehört die Zukunft im DFB-Team?


Jonas Urbig ist neben Finn Dahmen Teil des XXL-Kaders von Bundestrainer Jürgen Klopp

Urbig und Dahmen mit besten Karten Der Poker um die Zukunft im DFB-Tor

Stand: 23.09.2026 • 07:34 Uhr

Am Donnerstag startet die deutsche Nationalmannschaft mit Jürgen Klopp in eine neue Ära - und einer großen Frage zwischen den Pfosten: Wer folgt auf Manuel Neuer? Jonas Urbig und Finn Dahmen befinden sich dahingehend in der Pole-Position.

Von Christoph Niederkofler

Jürgen Klopp hat seine Nummer eins gefunden - "für den Moment". Während Marc-André ter Stegen vom neuen Bundestrainer zumindest vorübergehend zum Nachfolger vom abermals zurückgetretenen Manuel Neuer ernannt wurde, bahnt sich zwischen den Pfosten der deutschen Nationalmannschaft ein heißer Konkurrenzkampf an. Mitunter die besten Karten in diesem Pokerspiel besitzen Jonas Urbig (FC Bayern) und Finn Dahmen (FC Augsburg).

Dahmen erhält Sonderrolle im DFB-Kader

Vier Spiele hat Klopp während der XXL-Länderspielpause Zeit, um seinen 44 Mann starken Kader zu sichten. Seine nominierten Schützlinge müssen jedoch in einem deutlich kürzeren Zeitraum auf sich aufmerksam machen. Der erste Teil des Kaders steht in der Nations League gegen die Niederlande (24. September, 20.45 Uhr) und Griechenland (27. September) im Scheinwerferlicht, die zweite Truppe erhält gegen Serbien (1. Oktober) sowie im Rückspiel in Griechenland (4. Oktober) ihre Chance. Dahmen kommt dahingehend eine Sonderrolle zu.

Neben Jamal Musiala, Serge Gnabry und Nico Schlotterbeck wird auch der 28-jährige Torhüter beide Wochen bei der Nationalmannschaft verbringen. Ein vielsagendes Zeichen seitens Klopp, der unterstrich: "Finn ist ein hochtalentierter Torwart, den ich auch super gerne einfach mal ein bisschen länger sehen möchte."

Dahmen gehört zur Generation der U21-Europameister

Aus dem Nichts kommt die Nominierung von Dahmen nicht. Am erfolgreichen Saisonstart des FC Augsburg, wo er seit Juli 2023 das Tor hütet, hat er großen Anteil. Selbst bei der jüngsten Niederlage gegen Werder Bremen stach er mit seinen Glanzparaden heraus. Mit großen Vereinstiteln oder Spielen auf europäischer Bühne kann Dahmen zwar nicht aufwarten, auch in die Nationalmannschaft war er bislang nicht eingebunden. Trotzdem ist der Keeper aus Bergisch Gladbach kein unbeschriebenes Blatt.

Im Sommer 2021 zählte Dahmen als damaliger Stammtorhüter etwa neben Schlotterbeck, Karim Adeyemi und Florian Wirtz zur goldenen Generation, die sich zum U21-Europameister krönte. Darüber hinaus stieß er in der Saison 2023/24 in einen elitären Kreis vor: 683 Minuten am Stück blieb er in jener Spielzeit ohne Gegentor. Längere Serien gelangen in der Bundesliga nur Manuel Neuer (688/770), Oliver Kahn (736/802) und Timo Hildebrand (884).

Klopp bieten sich demnach vielerlei interessante Gründe, um dem FCA-Keeper eine Chance beim DFB zu geben. Angesichts seiner Konkurrenz muss Dahmen diese aber nutzen - zumal anderswo die Neuer-Nachfolge ohnehin schon festzustehen scheint.

Kompany über Urbig: "Wenn einer glaubt, ..."

"Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer Eins von Deutschland wird, dann glaube ich, dass er einen großen Fehler macht", ließ Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern, vergangene Woche mit Blick auf Urbig verlauten, der im zweiten Teil von Klopps XXL-Kader auf seine Chance wartet. "Das wird natürlich Jürgen Klopp entscheiden, wann das ist, ob das jetzt in einem oder fünf Jahren ist. "

Beim deutschen Rekordmeister ist Urbig hinter Manuel Neuer die Nummer zwei und wird zu dessen Erben aufgebaut. "Die Torwartsituation ist manchmal ein bisschen anders, gerade wenn man Nummer zwei ist für einen der besten Torhüter aller Zeiten", sagte Kompany. "Man muss seine eigenen Talente als Land auch ein bisschen schützen und richtig weiterentwickeln. Jonas ist einer von diesen Jungs."

Urbigs Weg ist vorgezeichnet

Doch nicht nur an der Säbener Straße ist sein Weg bereits vorgezeichnet. Wohl als prominentester Trainingstorwart reiste Urbig mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM 2026, schnupperte dort wie schon während der Vorbereitung DFB-Luft und wurde bereits als Mann der Zukunft gehandelt. Bei den Spielen gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober) könnte der Bayern-Torwart nun erstmals in das DFB-Trikot schlüpfen.

Aber wie die Partien in der Nations League auch verlaufen mögen, der Erbe von Neuer wird in den kommenden zwei Wochen noch nicht endgültig auserkoren. Allein aufgrund der Strahlkraft des Weltmeisters von 2014 wäre das nicht möglich. Vielmehr weht unter Klopp ein frischer Wind zwischen den Pfosten - Dahmen und Urbig befinden sich beim Startschuss in die Zukunft auf der Pole-Position.

Quelle: BR24Sport 22.09.2026 - 12:00 Uhr