Drei Viertel weniger Tote als in den 90ern – doch Neuburg-Schrobenhausen liegt über dem Schnitt


Stand: 24.10.2026, 17:26 Uhr

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Über dem Schnitt: Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen starben zwischen 2021 und 2025 im Schnitt 4,7 Menschen je 100.000 Einwohner im Straßenverkehr, der Oberbayern-Schnitt liegt bei 3,2.

Über dem Schnitt: Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen starben zwischen 2021 und 2025 im Schnitt 4,7 Menschen je 100.000 Einwohner im Straßenverkehr, der Oberbayern-Schnitt liegt bei 3,2. © Klaus-Maria Mehr/Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder; Karte: GeoBasis-DE / BKG

Pro Kopf sterben im Landkreis drei Viertel weniger Menschen im Verkehr als Ende der 90er. Den Oberbayern-Schnitt erreicht er trotzdem nicht.

Neuburg an der Donau – Kurz nach der Ausfahrt Schrobenhausen-Süd gerät ein Auto in den Gegenverkehr und kracht frontal in ein anderes: Ein 71-Jähriger stirbt, vier Menschen werden verletzt. Der Unfall war im August 2024 auf der B300. Der 71-Jährige war einer von sechs Verkehrstoten im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen in jenem Jahr.

Fünf Menschen starben 2025 auf den Straßen im Landkreis. Über fünf Jahre gerechnet kamen 4,7 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner, deutlich mehr als im Oberbayern-Schnitt von 3,2. Das bedeutet Platz 11 in Oberbayern. Das zeigt eine Auswertung der amtlichen Unfallstatistik.

Von 24 auf fünf

Langfristig hat sich viel getan. 1996 starben im Landkreis 24 Menschen im Verkehr. Pro Kopf ist die Zahl seit Ende der 90er-Jahre um 77 Prozent gesunken, stärker als im Oberbayern-Schnitt von 72 Prozent. Nur sechs Kreise haben sich noch stärker verbessert.

Weil der Landkreis von einem sehr hohen Niveau kam, reicht das aber noch nicht für den Schnitt. Ende der 90er-Jahre lag er mit knapp 20 Verkehrstoten je 100.000 Einwohnern auf Platz 4 in Oberbayern.

Nicht häufiger, aber schwerer

Wichtige Achsen im Landkreis sind die B16 und die B300. Wenn es dort oder anderswo im Landkreis kracht, endet es öfter tödlich als im Schnitt: Auf 1000 Unfälle mit Verletzten kamen knapp zwölf Tote, Oberbayern gut acht.

Dazu kommt ein Risiko, das in ländlichen Kreisen besonders zählt: Fast jeder vierte Unfall im Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord war 2025 ein Wildunfall, insgesamt 11.344, sieben Prozent mehr als im Vorjahr (Sicherheitsbilanz 2025).

Unfälle selbst passieren dagegen kaum häufiger als anderswo: 3,9 je 1000 Einwohner, Oberbayern 3,8. Das Problem ist nicht, wie oft es kracht. Sondern wie schwer.

Wie alle Kreise Oberbayerns abschneiden, lesen Sie in unserer Übersicht: Verkehrstote in Oberbayern: Alle Landkreise im Vergleich.

Was die Statistik nicht hergibt – alle Infos zu unserer Auswertung

Quelle sind die Unfall- und Bevölkerungszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von 1995 bis 2025. Gezählt wird am Unfallort, nicht am Wohnort: Auch Unfälle von Durchreisenden auf den Bundesstraßen gehen in die Zahlen des Landkreises ein. Kleine Zahlen schwanken stark, deshalb vergleichen wir den Schnitt der Jahre 2021 bis 2025. Als Verkehrstoter zählt, wer innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen stirbt. Ursachen und Straßen weist die Statistik auf Kreisebene nicht aus.

Neuburg-Schrobenhausen im Vergleich

KennzahlNeuburg-SchrobenhausenOberbayernRang*
Verkehrstote je 100.000 Einwohner (Ø 2021–2025)4,73,211
Verkehrstote je 100.000 Einwohner (Ø 1995–1999)19,911,34
Rückgang Verkehrstote je 100.000 Einwohner seit 1995–1999−77 %−72 %–
Tote je 1000 Unfälle mit Verletzten (Ø 2021–2025)11,98,49
Verkehrstote 20255153–

*Rang unter den 23 Landkreisen und kreisfreien Städten Oberbayerns, 1 = höchster Wert.

(Quellen: Straßenverkehrsunfallstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Berichtsjahr 2025; Merkur.de; Sicherheitsbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord; eigene Recherche)