Drogen im Cockpit: Weitere Piloten von Air India positiv getestet
Stand: 18.08.2026, 13:48 Uhr
Kommentare
Mehrere Piloten der indischen Nationalairline fielen durch Drogentests auf – ein Flug geriet bereits gefährlich ins Trudeln. Die Airline führt nun Reihenuntersuchungen durch, doch die Vorfälle offenbaren erhebliche Sicherheitslücken.
Delhi – Die Debatte um die Sicherheit im internationalen Luftverkehr erreicht einen neuen, besorgniserregenden Höhepunkt. Im Zentrum des Skandals steht die Fluggesellschaft Air India, nachdem innerhalb weniger Wochen mehrere Piloten bei Drogentests durchgefallen sind.

Auslöser für die umfangreichen Kontrollmaßnahmen war ein kritischer Zwischenfall auf einem Flug von Phuket nach Delhi am 4. August: Der verantwortliche Kapitän wurde positiv auf Marihuana getestet. Wie die Zeitung Pragativadi berichtet, weitete die Airline daraufhin ihre Tests aus – mit erschreckendem Ergebnis: Bei zwei weiteren Air-India-Piloten reagierten die vorläufigen Screenings auf psychoaktive Substanzen.
Beinahe-Katastrophe in 9000 Metern Höhe
Wie gefährlich der Konsum von Rauschmitteln im Cockpit ist, verdeutlicht der Fall eines Fluges von Phuket nach Delhi, der kürzlich vom indischen Bureau für Flugunfalluntersuchungen (AAIB) aufgedeckt wurde. Während des Fluges schaltete sich der Autopilot plötzlich ab, gefolgt von mehreren Warnmeldungen im System. Die Maschine fiel abrupt um etwa 90 Meter ab, was eine lebensgefährliche Situation für Passagiere und Besatzung darstellte. Spätere Ermittlungen bestätigten den Marihuana-Konsum des Piloten, wie das Portal Mako berichtete.
Als Reaktion auf das Debakel zogen Air India und ihre Tochtergesellschaft Air India Express Konsequenzen und ordneten für ihr gesamtes fliegendes Personal, etwa 5.000 Piloten, verpflichtende Tests an. Manish Uppal, Leiter der Flugoperationen, erklärte, dass die Kontrollen flächendeckend in Schulungszentren und Briefing-Stationen durchgeführt würden. Bisher seien rund 350 Piloten getestet worden. Nach Informationen von mako wurden die beiden neu positiv getesteten Piloten bis zum Vorliegen endgültiger Bestätigungstests vorübergehend vom Dienst suspendiert.
Druck auf die Fluggesellschaften steigt
Die Häufung der Vorfälle hat in der gesamten Luftfahrtbranche Alarm ausgelöst. Die New Straits Times fordert daher eine erhebliche Verschärfung der Kontrollprotokolle, einschließlich verdachtsunabhängiger Alkohol- und Drogentests für das gesamte Cockpit- und Kabinenpersonal, um das erschütterte Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.
Branchenkenner betonen, dass gerade in Asien das Risiko menschlichen Versagens lange Zeit stark unterschätzt wurde. Neben regelmäßigen Screenings fordern Experten zudem mehr Zeit für ausführliche Sicherheitsprüfungen vor dem Start, um sicherzustellen, dass die Besatzungen diensttauglich sind.
Wie gravierend Lücken im System sein können, zeigen frühere Vorfälle: Die New Straits Times erinnert an einen Fall, bei dem ein Pilot erst kurz vor dem Start durch einen zufälligen Alkoholtest auffiel. Der Druck auf die Fluggesellschaften, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen, steigt weltweit. Die drastischen Maßnahmen von Air India könnten nun zu einem Präzedenzfall für die globale Luftfahrtindustrie werden, so die New Straits Times.