Geist steuert Körper direkter als gedacht: Neue Studie verblüfft Immunologen weltweit
Immunsystem per Gedanken steuern? Studie liefert überraschenden Beweis
Stand: 18.08.2026, 13:48 Uhr
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Eine neue Studie enthüllt überraschende Ergebnisse: Die Konzentration auf eine leichte Hautentzündung kann die Immunreaktion des Körpers verringern.
Ramat Gan – Die mentale Einstellung beeinflusst die körperliche Gesundheit stärker als bisher angenommen. Eine in der Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“ veröffentlichte Studie von Forschern der Bar-Ilan-Universität belegt erstmals einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen achtsamer Aufmerksamkeit und Immunregulation beim Menschen. Wenn die Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf die Empfindungen einer leichten Hautentzündung richteten, anstatt sich ablenken zu lassen, war die Entzündungsreaktion des Körpers schwächer und klang schneller ab.
An den Experimenten nahmen 57 gesunde Erwachsene teil. Fast 90 Prozent der Teilnehmer zeigten eine signifikant reduzierte Entzündungsreaktion, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf die leichte Entzündung richteten. Im Durchschnitt war die Reaktion 1,5-mal schwächer als bei Ablenkung durch ein Video.
Erste Veränderungen innerhalb von 30 Sekunden sichtbar
In der Studie lösten die Forscher mithilfe eines Histamin-Pricktests eine lokale Hautreaktion aus. Die Teilnehmer wurden gebeten, die Signale der gereizten Haut kontinuierlich zu beobachten oder sich durch ein Video ablenken zu lassen. Messbare Veränderungen der Hautrötung und -schwellung waren bereits nach weniger als 30 Sekunden sichtbar, wie das Portal iefimerida.gr berichtet. Dr. Liron Rozenkrantz, die Leiterin der Studie, betonte, dass die veränderte Aufmerksamkeit nicht nur die Wahrnehmung beeinflusst, sondern auch die Entzündungsreaktion selbst.
Der Einfluss des Nervensystems auf das Immunsystem
Die Daten deuten auf zwei Wege hin, wie das Gehirn die Immunantwort steuert. Erstens spielt direktes sensorisches Feedback aus dem Gewebe eine Rolle: Als die Forscher die Nervensignale in der Haut mit Lidocain dämpften, schwächte sich die Heilungsphase ab. Zweitens wurde eine erhöhte Herzfrequenzvariabilität beobachtet, wenn das Gehirn seine Aufmerksamkeit nach innen richtete. Dies deutet auf eine Aktivierung des parasympathischen Nervensystems hin, das für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt ist.
Bisher wurden die Experimente an gesunden Probanden mit kurzfristigen Hautentzündungen durchgeführt. In Folgestudien will das Forschungsteam untersuchen, ob diese Mechanismen auch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder der allgemeinen Wundheilung Anwendung finden. (Redaktion)