Putins Energiesektor unter Dauerbeschuss: Mehrere Raffinerien außer Betrieb – Russland gerät unter Druck
Drohnen treffen Russlands Treibstoffversorgung: Mehrere Raffinerien außer Betrieb – Putin gerät unter Druck
Stand: 25.08.2026, 22:47 Uhr
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Fünf Raffinerien außer Betrieb, Kraftstoffengpässe in mehreren Regionen: Die Ukraine trifft Putins Kriegsmaschine dort, wo es wehtut.
Krasnodar Krai – Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag erneut die Afipsky-Ölraffinerie im russischen Krasnodar Krai angegriffen. Es ist bereits der fünfte Drohnenangriff auf die Anlage in diesem Jahr. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Einsatz und meldete einen Brand auf dem Gelände der Raffinerie.

Der Angriff traf eine der größten Raffinerien Südrusslands. Über die genaue Verarbeitungskapazität der Anlage machen ukrainische Quellen unterschiedliche Angaben: Die Kyiv Independent beziffert sie auf rund 6,25 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, die Kyiv Post zufolge liegt sie bei 7,2 Millionen Tonnen jährlich. Beide Angaben entsprechen einem erheblichen Anteil an Russlands gesamter Raffineriekapazität. Die Anlage produziert demnach Benzin, Diesel, Gaskondensatdestillate, schwere Erdölrückstände und Schwefel.
Angriffe der Ukraine: Gouverneur bestätigt Schäden – zwei Menschen getötet
Der Gouverneur des Krasnodar Krai, Weniamin Kondratjew, bestätigte den Angriff auf Telegram. „Mindestens 10 Privathäuser wurden beschädigt. In einem davon brach ein Feuer aus. Auch auf dem Gelände einer Ölraffinerie brach ein Feuer aus. Feuerwehr und Rettungsdienste sind derzeit im Einsatz“, schrieb Kondratjew. Drohnentrümmer fielen zudem auf das Gelände des Bahnhofs Afipskaya. Bei dem Angriff wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt, hieß es weiter.
Der ukrainische Generalstab bestätigte kurz darauf offiziell seinen Einsatz. „Ein Brand auf dem Gelände des Unternehmens wurde bestätigt. Das Ausmaß des Schadens wird ermittelt. Die Arbeit an wichtigen feindlichen Einrichtungen wird fortgesetzt“, teilte der Generalstab mit. Welche Waffensysteme genau eingesetzt wurden, blieb zunächst unklar. Die ukrainischen Streitkräfte greifen russische Raffinerien regelmäßig mit Langstreckendrohnen an.
Die Afipsky-Raffinerie war in diesem Jahr bereits am 21. Januar, 14. März, 11. Juni und 14. Juli Ziel ukrainischer Angriffe gewesen. Der Angriff vom 25. August ist damit der fünfte in diesem Jahr.
Weitere Angriffe auf russische Energieinfrastruktur
Parallel zum Angriff auf Afipsky griffen ukrainische Drohnen auch die Region Rostow an. Dabei wurde nach Angaben des ukrainischen Telegram-Kanals Supernova+ auch die Novoshakhtinsk-Ölraffinerie ins Visier genommen. Rostows Gouverneur Yuri Slyusar bestätigte Drohnenangriffe auf Nowoschachtinsk, Gukowo und Kamensk-Schachtinski. Todesopfer gab es nach Angaben des Gouverneurs nicht.
Das russische Verteidigungsministerium meldete derweil, dass die Luftabwehr in der Nacht insgesamt 148 Luftziele über mehreren russischen Regionen abgeschossen habe, darunter Belgorod, Brjansk, Woronesch, Kursk, Lipezk und Rostow sowie über der Krim und den Gewässern des Asowschen und Schwarzen Meeres.
Folgen des Ukraine-Kriegs: Putins Ölversorgung unter Druck
Die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe zeigen zunehmend Wirkung auf Russlands Energiesektor. Seit Beginn des Jahres 2026 haben ukrainische Drohnen russische Industrieanlagen nach Angaben der Moscow Times mehr als 70 Mal getroffen und Dutzende Einrichtungen außer Betrieb gesetzt. Seit Anfang August haben fünf russische Raffinerien den Betrieb vollständig eingestellt: Permnefteorgsintez, Orsknefteorgsintez, Zapsibneftekhim sowie die Raffinerien in Saratow und Wolgograd, berichtet die Kyiv Post.
Die Störungen haben die russische Ölverarbeitung auf das niedrigste Niveau seit Mai 2002 gedrückt. Zeitweise sank die Tagesproduktion laut Kyiv Post auf rund 3,6 Millionen Barrel, bevor sie sich im August auf etwa 4 Millionen Barrel pro Tag erholte. In Teilen Russlands kam es infolge der Raffinerieausfälle zu Kraftstoffengpässen, wobei einige Regionen über begrenzte Verfügbarkeit gängiger Benzinsorten berichteten.
Die Ukraine verfolgt mit den Angriffen auf Raffinerien und andere Energieanlagen das Ziel, die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte zu stören und die Einnahmen zu reduzieren, mit denen Putin seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert. In den vergangenen Monaten hatte die Ukraine ihren Fokus zeitweise auf russische E-Commerce-Unternehmen wie Wildberries und Ozon verlagert. (Quellen: Kyiv Independent, Kyiv Post, Moscow Times, Telegram) (nak)