Fast jeder lagert Kartoffeln falsch – dabei können die Knollen monatelang halten


Omas Kartoffel-Geheimnis: Dieser Trick hält die Knollen monatelang frisch

Stand: 25.08.2026, 22:50 Uhr

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Dunkel, trocken, frostfrei: Wer Kartoffeln richtig lagert, kann sie deutlich länger aufbewahren. Omas Methode zeigt, worauf es bei der Ernte ankommt.

Kassel – Kartoffeln gehören zu den Vorräten, die in vielen Haushalten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Wer größere Mengen kauft oder die Knollen aus dem eigenen Garten erntet, möchte sie möglichst lange aufbewahren. Doch Licht, Wärme und Feuchtigkeit können den Vorrat schnell verderben.

Kartoffeln werden gelagert (Symbolbild)

Ein Keller ist praktisch, aber nicht zwingend nötig: So funktioniert die traditionelle Erdmiete – und was Kartoffeln bei der Lagerung gar nicht mögen (Symbolbild). © Andia/Imago

Ein traditioneller Lagertrick aus Großmutters Zeiten bietet dafür eine ungewöhnliche Lösung: die sogenannte Erdmiete. Dabei liegen Kartoffeln geschützt im Boden – und können unter passenden Bedingungen deutlich länger frisch bleiben. Für eine lange Lagerung kommt es aber nicht nur auf das Loch im Garten an, sondern auch auf die richtige Auswahl und Pflege der Knollen.

Der Oma-Trick heißt Erdmiete

Eine Erdmiete ist ein einfaches Lager im Boden. Kartoffeln und anderes lagerfähiges Gemüse werden in eine ausreichend tiefe Grube gelegt und anschließend mit mehreren Schichten abgedeckt. Der Boden hält die Temperatur vergleichsweise konstant, während die Abdeckung vor Licht schützt.

Geeignet ist ein halbschattiger Platz in Hausnähe, der vor Starkregen geschützt ist. Die Grube muss tief genug sein, damit Bodenfrost die Ernte nicht erreicht. Das Lager darf außerdem nicht zu feucht werden: Sonst können die Kartoffeln faulen; bei zu trockenen Bedingungen verlieren sie Wasser und schrumpeln.

So wird die Erdmiete aufgebaut

An warmen Tagen sollte die Erdmiete gelüftet werden. So lässt sich verhindern, dass sich im Inneren zu viel Feuchtigkeit staut oder die Knollen austrocknen. Beim Kontrollieren können außerdem beschädigte, schimmelige oder angefaulte Kartoffeln aussortiert werden.

Nicht jede Kartoffel ist für monatelange Lagerung geeignet

Frühkartoffeln halten sich laut NDR bei guter Lagerung nicht länger als etwa zwei Wochen. Spätere Sorten können unter passenden Bedingungen mehrere Monate aufbewahrt werden. Wer Kartoffeln aus dem eigenen Garten einlagern möchte, sollte deshalb auf eine entsprechend lagerfähige Sorte achten.

Beschädigte Knollen gehören nicht in den Vorrat. Druckstellen, Risse oder feuchte Stellen können den Verderb beschleunigen. Die Kartoffeln sollten trocken sein und vor dem Einlagern nicht gewaschen werden. Anhaftende Erde kann die Knollen zusätzlich vor Beschädigungen und Licht schützen.

Die wichtigsten Regeln für die Lagerung zu Hause

Kartoffeln brauchen es dunkel, trocken und luftig. Der ideale Ort ist ein unbeheizter, frostfreier Keller. Für die Lagerung zu Hause nennt der Bayerische Rundfunk Temperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius. T-online empfiehlt für die Erdmiete beziehungsweise den Lagerort etwa vier bis sechs Grad.

Zu viel Wärme beschleunigt das Keimen. Temperaturen unter etwa drei bis vier Grad sind ebenfalls ungünstig: Dann kann sich ein Teil der Stärke in Zucker umwandeln, wodurch die Kartoffeln süßlicher schmecken. In den Kühlschrank gehören rohe Kartoffeln nach den Angaben des BR nicht.

Plastikverpackungen sind für die Lagerung ungeeignet, weil die Knollen ausreichend Luft benötigen. Besser sind eine flache Holzkiste, eine offene Papiertüte oder ein luftiger Behälter. Kartoffeln sollten dabei nicht hoch gestapelt werden. Außerdem ist es sinnvoll, sie getrennt von anderem Obst und Gemüse aufzubewahren: Einige Früchte geben das Reifegas Ethylen ab, das den Reifeprozess und damit auch das Keimen beschleunigen kann. Dieser Trick kann gegen keimende Kartoffeln helfen.

Kein Garten? Dieser Ersatz funktioniert kurzfristig

Wer keine Erdmiete anlegen kann, kann den Grundgedanken in der Wohnung übernehmen. Eine offene Papiertüte in einem Pappkarton schützt die Kartoffeln vor Licht. Der Karton sollte an einem möglichst kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort stehen.

Auch ein überdachter Balkon kommt infrage, sofern die Kartoffeln in der Kiste vor Nässe und Frost geschützt sind. Für längere Zeit lässt sich eine warme Wohnung jedoch nicht vollständig durch eine solche Notlösung ersetzen. Wer keinen geeigneten kühlen Lagerplatz hat, sollte deshalb besser kleinere Mengen kaufen und sie zeitnah verbrauchen.

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Kartoffeln: Grüne Stellen und Keime nicht einfach ignorieren

Licht kann dazu führen, dass Kartoffeln grüne Stellen bekommen. Nach Angaben des NDR deutet das auf die Bildung von Solanin hin. Grüne oder gekeimte Stellen sollten deshalb großzügig entfernt werden. Stark veränderte, feuchte, glitschige oder schimmelige Knollen gehören nicht mehr auf den Teller.

Die einfache Grundregel bleibt damit dieselbe, die schon Großmütter kannten: Kartoffeln dunkel, trocken, luftig und frostfrei lagern – und den Vorrat regelmäßig kontrollieren. Die Erdmiete kann bei geeigneten späten Sorten eine besonders langfristige Lösung sein; für den Alltag reicht oft schon eine luftige, abgedunkelte Kiste am kühlsten geeigneten Ort. (Quellen: br.de, ndr.de, t-online.de, eigene Recherche) (str)