Familie im Campingurlaub erschossen: Urlauber macht Fund in Alpen-See – könnte mysteriösen Fall lösen


Durchbruch im mysteriösen Alpen-Mord? Urlauber macht vor Campingplatz brisanten Fund im See

Stand: 06.09.2026, 12:35 Uhr

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Ein Urlauber findet beim Schnorcheln im Lac d‘Annecy eine alte Pistole – könnte die Waffe einen der rätselhaftesten Mordfälle Frankreichs lösen?

Annecy – Ein 41-jähriger Bauarbeiter aus der englischen Grafschaft Wiltshire schnorchelte am 20. August mit einem Bekannten im Lac d‘Annecy in den französischen Alpen, als er im Sand des Seebodens einen Pistolengriff entdeckte. „Ich tauchte runter, griff nach dem Griff – und dachte: Das ist verdammt noch mal ein Luger“, sagt der Familienvater der Daily Mail. Die schwere, stark korrodierte Waffe lag demnach in rund 1,60 Meter Tiefe – direkt vor dem Campingplatz, auf dem die britisch-irakische Familie al-Hilli im Sommer 2012 ihre letzten Ferientage verbracht hatte.

Im See von Annecy in Frankreich stieß ein britischer Tourist womöglich auf eine Mordwaffe.

Im See von Annecy in Frankreich stieß ein britischer Tourist womöglich auf eine Mordwaffe. © Lisa Ducret/picture alliance/dpa

Am 5. September 2012 wurden Saad al-Hilli (50), seine Frau Iqbal (47) und ihre Mutter Suhaila al-Allaf (74) auf einer einsamen Forststraße nahe dem Dorf Chevaline erschossen – zusammen mit dem wohl zufällig vorbeifahrenden französischen Radfahrer Sylvain Mollier (45). Die beiden kleinen Töchter des Paares überlebten schwer verletzt. Der Täter wurde bis heute nicht gefasst. Eine Festnahme im Jahr 2022 hatte keine Spur ergeben. Französische Ermittler gehen davon aus, dass die Tatwaffe ein antiker Luger P06 war – eine Armeepistole aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Fragmente der Waffe wurden damals laut den französischen CNEWS am Tatort gefunden.

Urlauber findet Pistole in Alpensee: Französische Polizei startet neue Entwicklung zu Mordfall

Die Staatsanwaltschaft Nanterre, die den Cold Case seit 2022 führt, bestätigte der französischen Presse, dass die Pistole ballistisch untersucht wird. Die stellvertretende Staatsanwältin Marie-Céline Lawrysz erklärte, die Waffe scheine eine P06 zu sein. Der Brite übergab den Fund am 21. August der örtlichen Gendarmerie.

Wird der rätselhafte Mordfall dank des Zufallsfundes eines Touristen nach 14 Jahren gelöst? Nicht alle sind da offenbar zuversichtlich. Eine Quelle nahe den Ermittlungen bezeichnete die Entdeckung gegenüber dem französischen Sender RTL eher als Zufall denn als Durchbruch bei den Ermittlungen. Ein ehemaliger Ballistik-Experte der Metropolitan Police bezweifelt zudem, dass es sich um einen P06 handelt – er hält die Waffe für ein größerkalibriges Modell. Die lange Zeit im Wasser erschwert die Analyse erheblich. Offiziell ist bislang kein Zusammenhang belegt.

Tourist hofft, zur Aufklärung des Mordfalls beizutragen

Der britische Familienvater selbst hofft trotzdem auf das Beste. „Es war ein schreckliches Verbrechen – wenn ich dazu beitragen konnte, den Täter zu finden, wäre das fantastisch“, sagt er. Und: „Hoffentlich hilft das, ein schreckliches Kapitel ihres Lebens zu schließen“ – gemeint sind die heute erwachsenen Töchter von Saad al-Hilli, die das Massaker als Kleinkinder überlebten. (Quellen: Daily Mail, CNEWS, RTL