EC Bad Nauheim: Nach Titelgewinn - warum Leon Bußmann zu den Teufeln kommt


Stand: 06.08.2026, 08:05 Uhr

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Leon Bußmann

Leon Bußmann, Neuzugang des EC Bad Nauheim, kommt als Titelträger aus der nordamerikanischen Nachwuchsliga BCHL. © pv

Der 20-jährige Stürmer Leon Bußmann hat mit den Brooks Bandits die kanadische BCHL gewonnen. Künftig spielt er für den EC Bad Nauheim.

Brooks stand Kopf – wieder einmal. Die 12000-Einwohner-Stadt in der kanadischen Provinz Alberta konnte in diesem Frühjahr ihre Eishockey-Helden, die Bandits, feiern; den Champion der British Columbia Hockey League (BCHL). Seit Januar im Kader der Junioren-Mannschaft der zweithöchsten Liga: Leon Bußmann. Der 20-Jährige war im November aus dem Nachwuchs des Iserlohner EC nach Vernon gewechselt und hatte rasch das Interesse der erfolgsverwöhnten Bandits geweckt. Zum Jahreswechsel war der liga-interne Transfer erfolgt. In insgesamt 47 BCHL-Spielen kam Bußmann auf neun Tore und elf Vorlagen. In der bevorstehenden Saison spielt der Stürmer für den EC Bad Nauheim, als U21-Fördervertragsspieler.

Leon Bußmann, wie haben Sie in Brooks die Tage nach dem Titelgewinn erlebt?

Eishockey ist in Brooks eine große Sache. Bei den Bandits sind die Erwartungen immer hoch. Der Titel ist das Ziel. Gefühlt sind wir hier in diesen Tagen die Helden der Stadt. Wir wurden gefeiert. Es hat Riesen-Spaß gemacht.

Sie sind im November aus Iserlohn nach Kanada? Wie kam es zu diesem Schritt?

Ich bekam die Chance, nach Vernon zu gehen. Und ich dachte mir, so eine Möglichkeit kriegst du vielleicht nur einmal im Leben, und habe so meine Entscheidung getroffen. Unterm Strich ist’s gut gelaufen, auch dank meines Wechsels nach Nordamerika hat sich mir die Tür in Bad Nauheim geöffnet, und ich habe jetzt einen Profivertrag im Herrenbereich unterschrieben.

Was waren Ihre Beweggründe im vergangenen Herbst? Wären Einsätze in der Oberliga keine Option gewesen?

Ich hatte meine persönliche Entwicklung im Sinn. Das Spiel hier in Kanada ist schneller und härter als in der DNL. Der Sport hat hier ein anderes Standing. Als junger Spieler habe ich hier meine Eiszeiten bekommen, habe quasi als Juniorenspieler unter Profibedingungen gespielt. Vormittags waren wir vier Stunden in der Eishalle, nachmittags standen noch Video-Meetings und Krafttraining auf dem Programm.

Sie dürften in Kanada noch ein Jahr im Junioren-Bereich spielen? War das für Sie keine Option?

Doch, das wäre eine Option gewesen. Als die Anfrage aus Bad Nauheim gekommen ist, stand für mich meine Entscheidung fest. Herren-Hockey ist dann doch noch mal etwas anders.

Wo steht die BCHL im Vergleich zur DNL?

Ich würde sagen, es gibt große Unterschiede zur DNL. Hier gibt es in jeder Mannschaft Topspieler auf höherem Niveau. Und ganz generell sind alle Mannschaften auf einem ähnlichen Level. Da gibt es keine so gravierenden Unterschiede wie beispielsweise in der DNL zwischen den Top-Klub und den hinteren Teams.

Sie haben einen Großteil Ihrer Nachwuchszeit in Iserlohn verbracht, standen auch viermal im DEL-Kader? Haben Sie sich auch mit einer Rückkehr ins Sauerland beschäftigt?

Bad Nauheim ist für mich die perfekte Lösung. Die Gespräche haben mich schnell überzeugt, und ich fühle mich sehr wohl mit dieser Entscheidung.

Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie in der kommenden Saison?

Weiterentwicklung. Es ist der erste Schritt in den Erwachsenenbereich. Ich möchte dem Team helfen, so gut es geht.

Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit in Kanada mit?

Ich habe die Zeit einfach genossen, es hat Spaß gemacht. Auch die Erfahrung, den Klub von einem auf den anderen Tag zu wechseln, war außergewöhnlich und zeigt, wie schnell es gehen kann. Ich hatte mich in Vernon wohl gefühlt. Ich wusste aber auch um die Ambitionen der Bandits und habe mich gefreut, zu einem Team zu wechseln, dass die Qualität hat, den Titel zu gewinnen.