„Kein ‚Hallo‘, kein ‚Guten Morgen‘“: Österreicherin campt in Deutschland – und erlebt böse Überraschung
„Ein bisschen unsympathisch“: Camperin stört sich an deutscher Eigenart
Stand: 03.09.2026, 17:54 Uhr
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Camping boomt in Deutschland – doch eine Österreicherin erlebt auf einem deutschen Campingplatz eine herbe Enttäuschung.
Kassel – Bei der Planung einer Reise stellen sich so manche Fragen: Inland oder Ausland, Berge oder Meer, Hotel oder Camping? Seit einigen Jahren schon zeichnet sich ein Trend ab, der zeigt: Campen wird immer beliebter. Und die Mehrheit der Camping-Fans zieht es dabei nicht einmal über die deutschen Landesgrenzen hinaus.

Wer mit dem Camper oder Wohnmobil Urlaub macht, der verzichtet dabei im Vergleich zum Hotel- oder gar All-Inclusive-Urlaub auf so manchen Luxus. Aber Campingplätze bieten noch ein Potenzial für weitere Aspekte, die ein entspanntes Urlaubsflair hemmen können. Etwa die Nachbarschaft zu verschiedenen – zunächst fremden – anderen Urlaubern. Denn schnell gerät der Campingplatz ins Spannungsfeld zwischen öffentlichem Raum und Privatsphäre – und ist als solcher immer auch ein Spiegel eigener Erwartungen.
Mehr als die Hälfte aller Camper verbringt den Urlaub auf deutschen Campingplätzen
17 Millionen Menschen in Deutschland verreisen laut einer aktuellen ADAC-Umfrage gerne mit dem Camper: Im Vergleich zu einer vorherigen Studie des Automobilclubs aus dem Jahr 2023 sind das ganze 2 Millionen mehr. Und mit 55 Prozent bleiben die meisten von ihnen für den Camping-Urlaub sogar im Bundesgebiet. Dementsprechend ausgelastet sind die knapp 3000 Campingplätze, die es laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) in Deutschland gibt.
Doch die Ansprüche an einen gelungenen Camping-Urlaub unterscheiden sich ebenso immens wie die grundlegenden Wesensarten, die verschiedene Urlauber mit auf den Campingplatz bringen. Und gerade die deutsche Mentalität, die in manch anderen Kulturkreisen eher als unterkühlt gilt, kann da Stoff für Enttäuschungen bergen. Deutlich wurde dies nun auch an einem Fall, den eine Camperin online schilderte.
Österreicherin ist nach Camping-Urlaub in Deutschland schwer enttäuscht
Auf Facebook führte eine Camperin aus Österreich jüngst aus, dass sie das erste Mal überhaupt mit ihrem Lebensgefährten einen Urlaub auf einem deutschen Campingplatz verbrachte. Das blieb für sie jedoch nicht ohne Ernüchterung. So resümierte die Camperin: „Wir waren sehr verwundert, dass man sich da nicht grüßt“, bedauert die Camperin. Neun Tage lang habe sie „keinen Ton“ von den anderen Campern gehört: „Kein ‚Hallo‘, ‚Guten Morgen‘, ‚Mahlzeit‘“, führte die Camperin aus.
Auch auf eigenes Grüßen ihrer Mitmenschen sei die österreichische Camperin „teilweise ignoriert“ worden, wie sie auf Facebook weiter schrieb. Zwar sei ihr dies in Österreich auch „vereinzelt aufgefallen“, doch offenbar nicht in der Masse, wie bei ihrem jüngsten Urlaub auf einem deutschen Campingplatz. Das habe sie einerseits „nicht sehr wohl“ fühlen lassen, sondern mache deutsche Camper ihrer Ansicht nach auch „ein bisschen unsympathisch“. „Warum ist das so“, dass hierzulande offenbar kaum jemand seine Mitcamper grüßt, fragte sie die Facebook-Community weiter.
„Früher Gemeinschaft, heute nur noch Fremde“ auf deutschen Campingplätzen? Nicht alle teilen diese Meinung
An der Diskussion in der Facebook-Gruppe „Camping in Deutschland“ beteiligten sich gleich eine ganze Reihe von Camping-Fans. Ein erfahrener Camper, der eigenen Aussagen nach bereits seit knapp dreieinhalb Jahrzehnten campt, beschreibt ähnliche Erfahrungen. Gerade seit der Covid-Pandemie habe ihm zufolge die Zahl der Camper in Deutschland zugenommen. Sie wüssten seiner Ansicht nach jedoch nicht, „wie man sich beim Campen zu verhalten und zu benehmen hat.“
Auch eine andere Facebook-Nutzerin teilt ihre Ernüchterung über die Entwicklung des Campings in Deutschland: „Leider ist es in den letzten Jahren immer schlimmer geworden. Früher Gemeinschaft, heute nur noch Fremde“, schreibt sie. Aber es gibt auch genügend Camper, die Gegenteiliges berichten: „Wir waren jetzt zwei Wochen an der Ostsee. Die meisten haben zurück gegrüßt“, schreibt eine andere Kommentatorin des Beitrags. Und jemand anders hält fest: „Komisch, noch nicht erlebt, nach einem freundlichen moin kommt immer ein moin zurück.“
Ein übriger Nutzer bringt zu dem Phänomen gleich einmal seine eigene Theorie an, demnach es beim Grußverhalten der Camper auch auf den Campingplatz an sich ankommen könnte: „Kommt bei mir auch ein wenig auf die Größe und die Atmosphäre der Plätze an. Die unmittelbaren Nachbarn grüße ich immer und bei den kleineren Plätzen auch andere, aber bei ganz großen Plätzen grüße ich nicht jeden.“ (Verwendete Quellen: ADAC, Facebook) (fh)