„Ein Höllenritt“: Bayern-Ikone Müller blickt auf verrücktes Jahr in Kanada zurück


Ein Jahr nach Bayern-Abschied: Thomas Müller durchlebt „Höllenritt“ in Kanada

Stand: 07.08.2026, 14:02 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Thomas Müller feiert ein Jahr bei den Vancouver Whitecaps. Der Raumdeuter hat Kanada im Sturm erobert – und seine neue Liebe gefunden.

Vancouver – Es war ein Foto, das alles auf den Punkt brachte. Eine Frauenstimme hält Thomas Müller am Trainingsplatz der Vancouver Whitecaps ein Bild hin – sein Pressefoto vom ersten Tag in Kanada. „Ja, ich erinnere mich daran, aber ich denke, das hier ist ein paar Tage später. Aber es ist ein ‚hell of a ride‘ bislang“, sagt Müller, grinst breit und hält das Bild in die Kamera. Ein Höllenritt – treffender hätte der 36-Jährige sein erstes Jahr in der MLS kaum beschreiben können.

Thomas Müller blickt auf ein aufregendes erstes Jahr in Kanada zurück.

Thomas Müller blickt auf ein aufregendes erstes Jahr in Kanada zurück. © Vancouver Whitecaps/Instagram

Genau vor einem Jahr, am 6. August 2025, unterschrieb die Bayern-Legende bei den Whitecaps und begann damit einen neuen Lebensabschnitt – sportlich wie privat. Denn wie Anfang Juni offiziell bestätigt wurde, haben sich Thomas und Lisa Müller nach 17 gemeinsamen Jahren einvernehmlich getrennt. Ehefrau Lisa blieb in Bayern, Thomas Müller fand sein neues Leben in Kanada – und wohl sogar schon eine neue Freundin.

Bayern-Legende Thomas Müller in Vancouver: Titel, Tore und ein 300. Karrieretor

Zum Jahrestag teilte Müller auf Instagram einen Beitrag seines Klubs mit dem Titel „One year of Raumdeuter“ – dazu ein Ziegen-Emoji, das in der Sportsprache für den Größten aller Zeiten steht. Die Bilder darin erzählen eine Geschichte, die kaum jemand so erwartet hatte: ein 35-Jähriger, der nach 25 Jahren beim FC Bayern München nicht in die Rente schlendert, sondern in einer neuen Liga auftrumpft.

Müller ließ in Vancouver von Beginn an aufhorchen. Sein erstes Tor für die Whitecaps erzielte er per Elfmeter in der Nachspielzeit zum 3:2 gegen St. Louis City – typisch Müller. Den größten Moment seines ersten Jahres erlebte er am 1. Oktober 2025 im Finale der Canadian Championship gegen Vancouver FC: Er traf zum 300. Tor seiner Profikarriere und legte einen weiteren Treffer auf, Vancouver gewann 4:2. Mit seinem 35. Titel überholte er seinen langjährigen Teamkollegen Toni Kroos als meistdekorierten deutschen Fußballer aller Zeiten.

Auch abseits des Platzes lebte sich Müller in seiner neuen Heimat ein. Beim NHL-Vorbereitungsspiel der Edmonton Oilers bei den Vancouver Canucks schaute er sich das Spiel auf der Tribüne an und traf danach seinen deutschen Landsmann Leon Draisaitl. Die beiden tauschten ihre Trikots – Müllers signiertes Whitecaps-Jersey mit der Nummer 13 gegen Draisaitls Oilers-Shirt mit der Nummer 29. Bilder und Videos des Treffens gingen viral.

Der Höhepunkt der Saison war das MLS-Cup-Finale im Dezember 2025 – ein Traumduell, das die Sportwelt elektrisierte: Müller gegen Messi, Vancouver gegen Inter Miami. Die Whitecaps hatten sich durch die Playoffs gekämpft. Im Finale in Fort Lauderdale dominierten Müllers Whitecaps über weite Strecken, doch am Ende hieß es 1:3. Ein Eigentor, ein Treffer von Rodrigo de Paul und ein Abschluss von Tadeo Allende – allesamt nach Messi-Vorlagen – besiegelten die Niederlage.

Müller verpasste damit seinen 36. Titel. Vor dem Spiel hatte er noch selbstbewusst in Richtung Messi gestichelt: „Vielleicht verlassen sie sich ein bisschen mehr auf ihn als wir auf mich, weil wir so eine gute Gruppe sind.“ Trotz der Finalniederlage zogen die Whitecaps umgehend die Vertragsoption für 2026 – Müller bleibt, nun als Designated Player mit einem kolportierten Gehalt von rund sechs Millionen Euro. Der Raumdeuter ist in Vancouver angekommen. (ck)