Ein Zelt voller Erinnerungen: Wiesn-Wirte zeigen besondere Schnappschüsse aus Familienalbum


Stand: 05.09.2026, 07:30 Uhr

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Damals und heute: Steffi Spendler mit Johannes (l.) und Lukas in den Jahren 2000 und 2025.

Damals: Stephanie Spendler mit ihren Söhnen Johannes (l.) und Lukas im Jahr 2000. © Michaela Stache

Familie Spendler vom Löwenbräu-Zelt hat voriges Jahr auf der Wiesn sich zu einem lustigen Schnappschuss hinreißen lassen: Ein Vierteljahrhundert später posieren Mama Stephanie Spendler und ihre Buam Lukas und Johannes noch einmal genau wie im Jahr 2000.

Zwei Herzerl schweben durch die Menge. Mal hopsen sie, mal bleiben sie stehen. Schon von Weitem erkennt im Löwenbräu-Festzelt jede Bedienung, jeder Koch und jeder Security-Mann, wer da unterwegs ist: die Spendler-Buam! Vor allem Mama Stephanie nickt jedes Mal beruhigt, wenn sie aufschaut und die zwei roten Helium-Ballons entdeckt. „Die hatten wir den Kindern einfach an der Lederhose festgebunden, um immer zu wissen, wo sie sind“, erinnert sich die Wirtin und lacht.

Heute: Stephanie Spendler mit ihren Söhnen Johannes (l.) und Lukas im Jahr 2025.

Heute: Stephanie Spendler mit ihren Söhnen Johannes (l.) und Lukas im Jahr 2025. © Michaela Stache

Für Johannes und Lukas Spendler war das Festzelt einst ein großer Abenteuerspielplatz. Heute, gut ein Vierteljahrhundert später, arbeiten die Spendler-Buam hier freilich ohne Kontroll-Ballon.

Das Löwenbräu-Festzelt

Das Löwenbräu-Festzelt auf der Wiesn.

Das Löwenbräu-Festzelt auf der Wiesn. © Achim Schmidt

Bierpreis: 15,90 Euro

Brauerei: Löwenbräu

Halbes Hendl: 17,20 Euro

Schmankerl: Besonders zu empfehlen ist der Kaiserschmarrn aus der gusseisernen Riesenpfanne mit Rosinen und Apfelmus für 19,80 Euro.

Günstig essen: Von Montag bis Freitag (bis 15 Uhr) gibt’s drei verschiedene Mittagsgerichte zwischen 16,90 und 19,50 Euro, zum Beispiel ein Viertel niederbayerische Bauernente mit Kartoffelknödel für 19,50 Euro.

Sitzplätze: 5800 drinnen, 2700 im Biergarten

Musikalisches Highlight: Jeden Tag um etwa 14 und 18 Uhr spielen die Trompeter vom Balkon „Amazing Grace“.

Abenteuer Wiesn-Zelt: So sah einst das Programm für die Spendler-Buam aus

Der brüllende XXL-Löwe, die Bühne im Mittelschiff und ein wuseliger Küchenpass: Da machen Kinder große Augen. Kaiserschmarrn schnabuliert er dort bis heute gerne, erzählt Wirt Lukas Spendler und grinst. Das Kraxeln am Pass aber hat der 31-Jährige aufgegeben. Wenn die Spendlers ihr Familienalbum durchblättern, lachen sie immer wieder laut. Das Löwenbräu-Zelt betreiben sie in dritter Generation, es steckt voller Erinnerungen. Nicht nur Stammgäste kommen seit Jahrzehnten, auch Mitarbeiter.

Die Brüder Lukas (l.) und Johannes Spendler im Jahr 1999 an der Essensausgabe im Löwenbräu-Festzelt.

Die Brüder Lukas (l.) und Johannes Spendler im Jahr 1999 an der Essensausgabe im Löwenbräu-Festzelt. © Michaela Stache

Johannes (l.) und Lukas Spendler mit Stammbedienung Inge Felsky am Küchenpass im Löwenbräu-Festzelt.

Die Brüder Johannes (l.) und Lukas Spendler mit Stammbedienung Inge Felsky am Küchenpass im Löwenbräu-Festzelt. © Michaela Stache

Beim Foto-Vergleich von damals und heute fällt auf, dass eines unverändert ist: Die Spendlers lieben Tracht. Im Jahr 2000 tragen die Buam kecke Bundhosen, heute klassische Kurze. „Es gab nur einen Tag, an dem Johannes und ich in Jeans im Zelt aufgekreuzt sind“, erzählt Lukas Spendler. „Danach war das nie wieder Thema: Wir wurden nämlich zum Umziehen heimgeschickt und kamen in Lederhosen zurück.“

Der Traum vom Wiesn-Wirt: Drei Generationen Löwenbräu-Zelt

Jedes Jahr reiste Tante Edith aus Bautzen extra zur Wiesn an: Sie machte Lukas und Johannes daheim Mittagessen und schaute ihnen bei den Hausaufgaben auf die Finger. Am Wochenende ging‘s zu Tante Heidi nach Poing. „Das war jahrelang der fixe Zeitplan, wir hatten großen Spaß“, sagt Lukas Spendler. Das Wiesn-Fieber ist ja bekanntlich ansteckend. Mit drei Jahren äußerte Klein-Luki also erstmals seinen Berufswunsch: „Wiesn-Wirt wie Opa und Mama, und im Sommer Fußball-Profi.“ Einer dieser Träume ging in Erfüllung.

Volles Haus im Löwenbräu-Festzelt.

Volles Haus im Löwenbräu-Festzelt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Die Wirtsfamilie

Steffi und Lukas Spendler.

Steffi und Lukas Spendler. © Privat

Stephanie Spendler (59) und ihr Sohn Lukas (31) sind die Festwirte des Löwenbräu-Festzeltes. Im Jahr 1979 übernahmen Steffis Eltern, Ludwig „Wiggerl“ und Christa Hagn, die prächtige Festhalle mit dem imposanten Löwen an der Fassade. 1987 stieg dann Steffi in den elterlichen Festzeltbetrieb ein und übernahm die Reservierungen und Gästebetreuung – was ihr auch bis heute noch am meisten Spaß macht. 1999 war ihr erstes Jahr als offizielle Wiesn-Wirtin. 2023 wurde ihr Sohn Wiesn-Wirt. Steffi und Lukas werden tatkräftig von Ehemann und Vater Michael Spendler (64) sowie von Sohn und Bruder Johannes (33) unterstützt.

40-jähriges Wiesn-Jubiläum: Das hat Wirtin Stephanie Spendler erlebt

Ihre erste Wiesn feierte Stephanie Spendler vor 40 Jahren. Da war sie 19 Jahre alt, und Papa Wiggerl Hagn hatte ihr kurzerhand die Koordination der Reservierungen übertragen. Bis heute ist dieser Job im Löwenbräu-Zelt Chefinnen-Sache. Wie ihre Söhne ist Stephanie Spendler mit der Wiesn großgeworden. Ihre Familie ist hier seit 1953 vertreten, führte zuerst das Schützen-Festzelt und zog 1979 ins Löwenbräu-Festzelt um. „Wir haben direkt am Bavariaring gewohnt und ich bin in die Stielerschule an der Theresienwiese gegangen“, erzählt die Wirtin. „Nach der Schule bin ich kurz heim und dann zum Papa zur Baustelle gesaust.“

Löwenbräu-Wirtin Stephanie Spendler und ihr Vater Ludwig Hagn beim Einzug der Wiesn-Wirte im Jahr 2018.

Löwenbräu-Wirtin Stephanie Spendler und ihr Vater Ludwig Hagn beim Einzug der Wiesn-Wirte im Jahr 2018. © Marcus Schlaf

Ihr ganzes Leben lang begleitet Stephanie Spendler auch den Einzug der Wiesn-Wirte. Mit drei durfte sie zum ersten Mal mitfahren. Drei Jahre lang, von 1984 bis 1986, führte sie ihn als Münchner Kindl sogar an.

Stephanie Spendler (damals hieß sie mit Nachnamen noch Hagn) war von 1984 bis 1986 Münchner Kindl.

Stephanie Spendler (damals hieß sie mit Nachnamen noch Hagn) war von 1984 bis 1986 Münchner Kindl. © MM

Als der Einzug im September 2001 wegen des Terrors ins New York nicht stattfand, sei die Stimmung „gespenstisch“ gewesen. Trotzdem: Was die Spendlers vor allem hochhalten, sind schöne Erinnerungen. Die Gaudi mit den Gästen und Mitarbeitern, die Duelle beim Dosenwerfen und die legendären Würstl-Essen mit der eigenen Kindergartengruppe im Festzelt. Echte Highlights. Im Fotoalbum der Mama – und auch in denen ihrer Söhne. (sco)

Gewinnen Sie!

In zwei Wochen beginnt das 191. Oktoberfest. Hier lassen wir ein Stückerl Wiesn-Glück für die Leserinnen und Leser von tz und Münchner Merkur springen: Wir spendieren Ihnen in Kooperation mit den Wirtinnen und Wirten des Oktoberfestes insgesamt 3200 Freimarken. Pro Festzelt sind das 100 Mass und 100 halbe Hendl! Täglich gewinnen 25 tz-Leser und 25 Merkur-Leser je zwei halbe Hendl und zwei Bier. Heute ist das Löwenbräu Festzelt mit der Verlosung an der Reihe.

So geht‘s: Rufen Sie dieses Wochenende, am 5. und 6. September, unter der Nummer 01378/ 80 66 42 (Telemedia Interactive GmbH, 50 Cent aus Mobil- und Festnetz) an und sprechen Sie das Kennwort „Löwenbräu“, Ihren vollen Namen und Ihre Adresse auf das Band. Den Gewinnern schicken wir die Freimarken dann natürlich gerne rechtzeitig zu. Viel Glück!