Butzbach kauft Eckhaus für 660.000 Euro – und reißt es sofort ab
Stand: 05.09.2026, 07:30 Uhr
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Die Stadt erwirbt ein Gebäude an der Ecke Griedeler Straße/Küchengartenweg. Nach dem Abriss soll die Einmündung verbreitert werden, unter anderem damit Schüler sicherer zur Sporthalle gelangen.
Butzbach – Für die Butzbacher Innenstadt besteht ein Entwicklungskonzept, das über mehrere Jahre mit öffentlicher finanzieller Förderung umgesetzt wird. Es wird in Teilbereichen umgesetzt, unter anderem in der „nördlichen Innenstadt“. Nun soll in die dort vorgesehene „städtebauliche Neuordnung“ Bewegung kommen, indem die Stadt ein Grundstück erwirbt.

Unter nördliche Innenstadt fallen unter anderem neben der August-Storch-Straße auch die Alte Mälzerei mit Stadtmauer und der Küchengartenweg. Für das Areal hat die Stadtverordnetenversammlung bereits einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Ziel ist es, den Verkehr neu zu ordnen und entlang der Stadtmauer für eine gewisse Aufenthaltsqualität zu sorgen.
Bodenproben
Entlang des Küchengartenwegs ist ein Teilbereich der ehemaligen Druckereifläche abgesperrt. Dort wurden Bodenproben entnommen. Wie Bürgermeister Sascha Huber in der Finanzausschusssitzung sagte, hat das Regierungspräsidium aufgrund der Ergebnisse entschieden, dass das Material vor Ort bleiben kann. Die Schaffung des Stadtgartens sei dort möglich. Bestehende „unterirdische Einbauten“ hätten keine Funktion mehr. Sollten sie zurückgebaut werden, wären erneute Bodenproben erforderlich. Der BZ sagte Huber kürzlich, für die Fläche sei eine Pflegemaßnahme vorgesehen.
Einbindung in Gesamtprojekt
Das Grundstücksgeschäft bezieht sich auf die Ecke Griedeler Straße/Küchengartenweg. Dort befindet sich ein Eckhaus, in dem derzeit der Internationale Bund Kurse gibt. Zuvor war im Erdgeschoss ein Textilhändler untergebracht. Die Stadt würde das Grundstück samt Gebäude erwerben.
Das Haus und die Garagen sollen aber nicht genutzt, sondern abgebrochen werden. In der Folge soll der Küchengartenweg verbreitert und die Einmündung in die Griedeler Straße damit einfacher passierbar werden.
Der Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag dem Vorhaben einhellig zugestimmt. Das Geschäft würde für 611.000 Euro zuzüglich 48.900 Euro Nebenkosten abgewickelt. Im Rahmen des Förderprogramms würden 442.300 Euro nach Butzbach fließen. Der städtische Eigenanteil beliefe sich auf knapp 218.000 Euro. Das berichtete Melanie Geier von der Stadtverwaltung.
Würde die Förderung beim Kauf angenommen, würde auch die weitere Umgestaltung entlang des Küchengartenwegs und der Stadtmauer verpflichtend. Dafür liegen bereits Studien vor. Die Förderbehörde sieht die Maßnahme als Gesamtprojekt. Der Straßenbau würde mit etwa einer Million Euro zu Buche schlagen. Auch dafür würde es Fördermittel in Höhe von zwei Dritteln der Kosten geben, wie Geier ausführte.
Durchbruch zum Hexenplatz
Wenn das Gebäude abgerissen wird, soll die Straße in Richtung Stadtschule und Parkdeck Marktplatz verbreitert werden. Fahrradverkehr und Fußgänger erhalten ebenfalls mehr Platz. Das ist unter anderem deswegen geraten, weil Schüler entlang der Straße zum Sportunterricht in die Schlosssporthalle gehen. Außerdem würde noch historische Bausubstanz freigelegt. Denn das Gebäude nutzt Stadtmauerreste als Fundament. Aus Richtung Saint-Cyr-l’École-Platz kommend, würde der Blick auf das Ensemble von Stadtmauer und Markuskirche freigegeben.

Entlang dieser Stadtmauer könnten zunächst Stellplätze unter anderem für Wohnmobile entstehen und im weiteren Verlauf ein „Stadtgarten“, wie es ein Konzept vorsieht. Die Alte Mälzerei könnte etwa als Busparkplatz dienen. Die beiden Bushaltestellen würden zusammengelegt. Ferner besteht die Idee, eine Querung des Küchengartenwegs von der Friedhofseite aus zur Stadtmauer zu führen und mit einem Durchbruch in den historischen Bau den Hexenplatz anzubinden.
Im Ausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass die Gelegenheit ergriffen werden sollte. Von einer „einmaligen Chance“ war die Rede. Bedauert wurde dabei aber, dass die Stadt ein Grundstück mit Gebäude kauft und der Preis damit höher ist, als wenn nur eine Fläche angekauft würde, auch wenn das Haus abgerissen wird.