„Eines der bedeutendsten Hotels der Stadt“: Traditionshotel ist insolvent – so geht es weiter
Stand: 16.08.2026, 21:30 Uhr
Kommentare
Ein Traditionshotel in Krefeld hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen spricht über die Gründe. Wie geht es mit dem Hotel mit langer Geschichte weiter?
Krefeld – Ein traditionsreiches Hotel am Niederrhein steckt in der finanziellen Schieflage: Die Betreibergesellschaft des Hotels Krefelder Hof, die Krefelder Hof Hotel Operations GmbH, hat beim Amtsgericht Krefeld einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, wie aus der Insolvenzbekanntmachung hervorgeht.

„Der Geschäftsbetrieb des Hotels ist weiterhin aktiv und bestehende Buchungen und Veranstaltungen sollen zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter im Rahmen des laufenden Verfahrens weitestgehend durchgeführt werden“, teilt der Krefelder Hof am 11. August auf Nachfrage von wa.de mit. Nach der Bekanntgabe der bevorstehenden Betriebseinstellung, aufgrund erforderlicher Baumaßnahmen soll das Hotel erhebliche Buchungsrückgänge zu verzeichnen gehabt haben.
Traditionshotel ist insolvent: Wie geht es weiter?
„Nach der Entscheidung, den Hotelbetrieb Ende September einzustellen, war es unser oberstes Ziel, den verbleibenden Betrieb für unsere Gäste so verlässlich wie möglich fortzuführen und gleichzeitig für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gute berufliche Perspektiven zu schaffen“, erklärt Hoteldirektor Bart Vaessen. „Die Entwicklung der vergangenen Wochen hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch deutlich verschärft. Mit dem Insolvenzantrag schaffen wir nun die Grundlage dafür, die nächsten Schritte strukturiert und professionell zu begleiten.“
Demnach hatte das Hotel bereits am 21. Juli die geplante Schließung zum 30. September bekannt gegeben. Die Schließung sei „das Ergebnis mehrerer äußerer Rahmenbedingungen, die einen wirtschaftlichen und sicheren Weiterbetrieb unmöglich machen“ und eine Entscheidung gewesen, die nicht leicht gefallen sei.
„Eines der bedeutendsten Hotels der Stadt“: Traditionshotel schließt
„Der Krefelder Hof ist seit Jahrzehnten eines der bedeutendsten Hotels der Stadt und weit mehr als ein Ort zum Übernachten. Er ist Gastgeber für Generationen von Gästen, Treffpunkt für Unternehmen, Veranstaltungsort und ein Stück Krefelder Geschichte. Diese besondere Rolle soll der Krefelder Hof auch künftig wieder einnehmen“, hieß es noch in der Mitteilung von Juli, in der von einer Neueröffnung bis 2030 die Rede war.
Der Grundstückseigentümer habe den Pachtvertrag für den Krefelder Hof gekündigt, weil asbesthaltige Bauteile im Südturm einen Rückbau bei laufendem Hotelbetrieb aus Arbeitsschutzgründen unmöglich machen, heißt es. Zugleich sei im aktuellen Marktumfeld keine Finanzierung für das Hotelprojekt gefunden worden, obwohl die Wohnnutzungen am Standort finanziert sind. Das Hotelmanagement bewertet die wirtschaftliche Lage des Hauses trotz stabiler Buchungslage positiv, dennoch mache die fehlende Finanzierung die Betriebseinstellung laut Geschäftsführer Kip Sloane unumgänglich, was er ausdrücklich bedauert.
„Es war stets mein Ziel, einen nahtlosen Übergang zwischen dem traditionsreichen Hotel Krefelder Hof und der zukünftigen Entwicklung des Standorts hin zu den Krefelder Höfen zu schaffen. Diesen Übergang gemeinsam mit unserem Team zu gestalten, war und ist für mich eine persönliche Aufgabe. Umso schwerer fällt uns diese Entscheidung“, fügt Kip Sloane, Geschäftsführer des Krefelder Hofs, hinzu.
Krefelder Hof hat lange Geschichte
Das Hotel hat eine lange Geschichte und wechselte in der Vergangenheit den Standort. Es wurde bereits 1910 eröffnet, im Juli 1968 schloss das alte Haus und zog an den heutigen Standort an der Uerdinger Straße um, wo es im Juli 1968 neu errichtet und eröffnet wurde.
Auch eine Modekette aus NRW mit 59 Filialen ist insolvent – wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Einige Standorte werden geschlossen.