Einfallslose Strategen und freiheitliche Kopien im "Blattsalat"


Medienglosse

Einfallslose Strategen und freiheitliche Kopien im "Blattsalat"

Medienglosse mit Lugners "Tierchen", Bablers Plan B und Spannung mit einem hartnäckig ungefragten Zeiler

Glosse

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Günter Traxler

Kein Wunder, dass Wien als Weltkulturerbe in Gefahr ist. Kein Park für Lugner lautete Mittwoch der Aufmacher von "Heute", und zwar wegen "Tierchen". Schon vor zwei Jahren verstarb der legendäre Baumeister in seiner Villa in Grinzing, setzte das Blatt im Inneren seine Analyse fort. Döbling wollte daraufhin einen Park nach Richard Lugner benennen. In der Bezirksvertretung wurde das mehrheitlich beschlossen, im Rathaus blitzte das Vorhaben nun ab. Wie das? Die MA 9 hatte von der Benennung abgeraten. "Homophobe Äußerungen" und ein problematischer Umgang mit Frauen werden von der Stadt als Gründe für die Ablehnung genannt.

Klar, im Bezirk ist der Ärger groß, und da half es auch nichts, dass Lugners Witwe Simone es "schade" findet, sie versteht die Vorwürfe nicht: "Er ist immer sehr gut mit mir umgegangen!" Warum hört man im Rathaus nicht auf die Kronzeugin? Immerhin räumte man dort ein: "Richard Lugners Leistungen, insbesondere als Unternehmer, und sein wirtschaftliches Wirken werden dadurch nicht geschmälert." Womit für alle Zeiten offenbleiben wird, ob Lugners Leistungen nun trotz der Verweigerung eines Parks oder trotz der "Tierchen" ungeschmälert bleiben.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner.

Falsches politisches Personal

Eines der schwierigsten Probleme der gegenwärtigen Politik wurde am Wochenende in der "Kronen Zeitung" von einem akademischen Leser gelöst. Wir haben einfach das falsche politische Personal! Er begnügte sich aber nicht mit dieser Feststellung, sondern stellte nicht nur die kühne Frage: Was ist zu tun?, sondern beantwortete sie auch fachgerecht. Eigentlich wäre es einfach, eine Regierung müsste sich zwei übergeordneten Themen widmen: der Bewahrung des erreichten Wohlstandes und der Wiederherstellung unserer früheren Lebensumstände.

Einfach, wie es ist, brauchen wir bitte keine Mehrparteienkoalition, sondern dringend eine echte Wirtschaftspartei, eine, die die versteinerten und unsäglich teuren Strukturen auflöst, und eine Partei, die sich um die wirklichen Anliegen der Österreicher kümmert und nicht so tut, alswäre alles bestens. Wie lange eine solche Zweiparteienkoalition halten könnte, blieb leider unbeantwortet.

Bablers Plan B

Apropos politisches Personal, auch die heißeste Personalie des Landes blieb am Köcheln. Ein roter Insider berichtet "oe24", dass Babler offenbar bereits einen Plan B habe: Er habe ausgelotet, ob Finanzminister Markus Marterbauer nach seiner Genesung als Spitzenkandidat zur Verfügung stünde. Marterbauer dürfte mit Ja geantwortet haben, sagen zumindest mehrere Rote. Allerdings gibt ein anderer SPÖ-Mann zu bedenken, dass es jetzt – die planmäßige Nationalratswahl würde erst 2029 stattfinden – eigentlich keine Notwendigkeit gebe, Marterbauer bereits zu fragen.

Das enthebt natürlich andere nicht von der Notwendigkeit, Gerhard Zeiler zu fragen, der sich allerdings als hartnäckig ungefragt erwies. In der ORF-Sendung "Hinter den Schlagzeilen" wurde Gerhard Zeiler gefragt, ob er sich vorstellen könne, Andreas Babler als SPÖ-Vorsitzender abzulösen, berichtete die "Krone". "Solange ich nicht gefragt werde, braucht es auch keine Antwort", erwiderte der Präsident von Warner Media International. Kann nicht endlich irgendwer den Präsidenten fragen, ob er Andreas Babler als SPÖ-Vorsitzender ablösen möchte, die Spannung ist ja nicht auszuhalten.

Einfallsloses Kopieren freiheitlicher Inhalte

Endlich, und es war an der Zeit, hat jemand den ÖVP-Strategen die Maske vom Gesicht gerissen. Es war kein Geringerer als Andreas Mölzer. Samt und sonders vormalige Kurz-Leute, der Herr Gstöttner, der Herr Fleischmann und wie sie alle heißen, sind auch nicht sonderlich einfallsreich. In ihrer Not – verständlich bei den aktuellen ÖVP-Umfragewerten – fällt ihnen auch nichts anderes ein als auf die alten Konzepte aus der Ära ihres vormaligen Mentors zurückzugreifen: nämlich auf das Kopieren freiheitlicher Inhalte. Konkret ist es jetzt ein verfassungsrechtliches Verbot des politischen Islam, wie es die FPÖ bekanntlich seit Jahren erfolglos verlangt.

Nun hat Mölzer recht, wenn er sagt, dass den ÖVP-Strategen schon lange nichts Gescheites einfällt, wobei die "Chuzpe" dieser Argumentation darin besteht, dass sie vom Sympathisanten einer Partei vorgebracht wird, der schon seit Jahrzehnten nichts anderes einfällt, als auf Ausländer im Allgemeinen und den Islam im Besonderen hinzuhauen. Wenn Einfallslosigkeit auf Urheberrechtsschutz besteht, dann wird es freiheitlich. (Günter Traxler, 12.9.2026)

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