Eintracht-Bahn fährt durch Frankfurt – mit Turner und Handballerin


Stand: 11.08.2026, 06:00 Uhr

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FRANKFURT/MAIN -HESSEN- DEUTSCHLAND: 10. August 2026, Blick auf die neue Eintracht Frankfurt U-Bahn. Foto Bernd Kammerer

Zwei der Protagonisten auf der neu designten Eintracht-Bahn: Handballerin Kara Wintermeier und Turner Niklas Neuhäusel. © Bernd Kammerer

Die VGF stellt eine U-Bahn mit Eintracht-Motiv vor. Darauf zu sehen sind ein Tischtennisspieler, ein Turner im Handstand und eine Handballerin mitten im Sprung.

Frankfurt – Sie ist auf jeden Fall klimatisiert, die neue Eintracht-Bahn. An einem Hochsommertag mit Temperaturen von 35 Grad nicht unerheblich. Aber deshalb stellt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sie an diesem Montagmittag nicht vor. Sondern wegen ihres Motivs: Ein Tischtennisspieler mitten im Schlag, ein Turner im Handstand, eine Handballerin mitten im Sprung.

Die Handballerin ist Kara Wintermeier, der Turner Nikolas Neuhäusel. Beide kommen aus Frankfurt, beide sind schon seit vielen Jahren in ihren Sportarten aktiv. Und für beide ist es eine Ehre, ihren Sport und ihre Eintracht von nun an auf einer U-Bahn zu repräsentieren.

Der Sportverein will mit der Bahn zeigen, dass er Teil der Stadt ist – und zwar nicht nur im Profisport, sondern auch im Breitensport. „Wir sind mehr als nur Fußball“, sagt Vizepräsident Moritz Theimann. „Von klein bis groß und von jung bis alt ist alles in der Eintracht vertreten.“ Das alles mit der Bahn sichtbar zu machen und den Frankfurtern vor Augen zu führen, sei für ihn etwas ganz Besonderes.

Nikolas freut sich besonders, dass die Bahn vor allem auf den Strecken der Linien U4 und U7 fahren wird. Weil der 25-Jährige an der Bockenheimer Warte arbeitet, wird er sich künftig wohl öfter selbst vorbeifahren sehen. „Das macht mich schon stolz“, sagt auch Kara. Vor allem findet die 21-Jährige es „mega cool“, dass sie als Frau einen noch immer männerdominierten Sport repräsentieren darf. So ist es bei Niklas ja auch. Und sie freut sich, dass die Bahn eher Sportarten zeigt, die manchmal untergehen. Eben nicht Fußball.

Eintracht-Vize im Fahrerhaus

Trotzdem ist Theimann nicht nur voller Freude ob des neuen Gefährts, er ist auch ein bisschen nervös. Denn er darf die U-Bahn auf ihrer Jungfernfahrt vom VGF-Betriebshof bis zur Bockenheimer Warte und wieder zurück steuern. Macht er souverän, auch dank seiner geduldigen Lehrerin. Wer nicht weiß, dass da kein Profi vorn sitzt, könnte glatt denken, alles wäre wie immer. Wären da nicht die enttäuschten Gesichter der Leute, die in den Stationen auf die Bahn zuhetzen, um dann zu merken, dass man gar nicht einsteigen darf. Sonderfahrt eben.

Die Bahn ist die dritte Vereinsbahn, erklärt VGF-Geschäftsführer Thomas Raasch. Bisher gibt es Bahnen der Turngemeinde Bornheim und des Turn- und Sportvereins Makkabi Frankfurt. Auch andere Themenbahnen fahren durch Frankfurt, zum Beispiel mit den Partnerstädten, oder auch eine Jubiläumsbahn zum 30. Geburtstag der VGF, den sie in diesem Jahr feiert. Auch Werbung kann draufgeschaltet werden – das ist dann aber was anderes als eine Kooperation, wie die VGF sie seit vielen Jahren stolz mit der Eintracht pflegt.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Eintracht sich im Frankfurter Verkehrsnetz verewigt. Erst im Februar ist eine U-Bahn zum Eintracht-Theaterstück „Adlerherzen“ eingeweiht worden, und auch die C-Ebene in der Station „Willy-Brandt-Platz“ erstrahlt seit vergangenem Jahr in neuem SGE-Glanz. Hier trifft künftig Eintracht auf Eintracht.

Nun ist der Sportverein also noch präsenter in der Stadt. „Vielleicht wird ein kleines Kind durch die Bahn inspiriert“, sagt Nikolas Neuhäusel. Und auch Kara Wintermeier wünscht sich, dass sie so „ein weiteres Familienmitglied für die Eintracht“ gewinnen.