Die Nationalspieler treffen bei Freiburgs 2:2 in Frankfurt
Zum ersten Heimsieg und dem erhofften Stimmungshoch, das durch die dreiwöchige Länderspielpause trägt, hat es für die Frankfurter Eintracht nicht gereicht. Aber die Erkenntnis ist auch etwas wert: Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter hat sich gefangen. Die Hessen verstanden es erstmals in dieser Saison, Rückschläge in einem Bundesligaspiel erfolgreich zu verarbeiten.
Am Ende stand ein 2:2 gegen einen starken SC Freiburg, der zweimal eine Frankfurter Führung (Ebnoutalib/10. Spielminute, Burkhardt/36.) ausglich (Scherhant/34., Suzuki/48.), aber bis auf die erste zehn Spielminuten spielerische Vorteile hatte. „Wir schaffen es nicht, die Stabilität über 90 Minuten aufrechtzuerhalten, aber wir sind auch nicht eingebrochen. Das zählt“, fasste Sportvorstand Markus Krösche die Leistung der Eintracht zusammen. Laufbereitschaft und Kampfgeist stimmten das ganze Match über, aber es gab Phasen, in denen die Tugenden nicht ausreichten, sich die eingespielten Freiburger vom Leib zu halten.
Trainer Hütter gab an, mit dem Punkt zufrieden zu sein. „Um gegen starke Freiburger mehr mitzunehmen, hätten wir eine ganz andere Leistung zeigen müssen.“ Der Österreicher kritisierte vor allem taktische Mängel: „Was wir gegen Mainz gut gemacht haben, war heute nicht der Fall. Wir haben viel zu weit auseinander gestanden und hatten dadurch keinen Zugriff. Freiburg hat alle zweiten Bälle gewonnen. Zu einem Sieg gehört die Leistung.“
Im vierten Bundesligaspiel der Saison ging die Eintracht zum vierten Mal mit einer Pausenführung in die Kabine, zum ersten Mal war sie nicht die bessere Mannschaft gewesen. Der SC Freiburg wies eindrucksvoll nach, dass nicht nur der günstige Spielplan sie nach dem dritten Spieltag an die Tabellenspitze gespült hatte, sondern der Platz an der Sonne auch Resultat ihrer spielerischen Fähigkeiten war. Konstruktiv, strukturiert, zielstrebig, präzise und ballsicher trugen die Breisgauer ihre Angriffe vor, nachdem sie sich auf das frühzeitige aggressive Pressing der Frankfurter eingestellt hatten.
Da stand es allerdings schon 1:0 für die Eintracht. Ebnoutalib, von Bundestrainer Jürgen Klopp in dieser Woche überraschend für die Länderspiele gegen die Niederlande und Griechenland nominiert, musste nur noch den Ball über die Linie schieben, um einen wunderbaren Spielzug abzuschließen, an dem Brassier, Burkardt und Doan beteiligt waren. Brassier mit einem weiten Zuspiel auf Burkardt, der Mittelstürmer mit einer perfekten Ballannahme und einer zentimetergenauen Hereingabe auf Doan, der japanische Mittelfeldspieler mit einer Ballmitnahme aus vollem Lauf, die ihn an seinem Gegenspieler vorbeibrachte und mit dem tödlichen Querpass auf Ebnoutalib, der im Gegensatz zu seinen Kollegen keine Qualitätsarbeit leisten musste, um das 1:0 zu erzielen.
Für Freiburg war der Rückstand nur Anlass, richtig aufzudrehen. Eintracht-Trainer Hütter begann nach 20 Minuten am Spielfeldrand mit den Armen zu rudern, weil er sah, wie sein Team immer mehr den Zugriff verlor, obwohl es kämpferisch und läuferisch alles gab. Der Ausgleich in der 34. Minute durch Scherhant hatte sich abgezeichnet. Er wäre dennoch zu verhindern gewesen, wenn Atubolo im Frankfurter Tor beherzter zugepackt hätte. Der Ball rutschte ihm über die Hände.
Nur eine Minute später war das Malheur vergessen, weil Burkardt tat, was gute Mittelstürmer tun, wenn ihm nach einem Eckball der Ball vor den Fuß fällt – ihn umstandslos ins Netz zu schießen. Wie im ersten Heimspiel gegen Augsburg führte die Eintracht beim Halbzeitpfiff nach großer Anstrengung, wie gegen Augsburg dauerte es nach Wiederanpfiff nur ein paar Minuten, bis sie den hart erarbeiteten Vorteil verspielt hatte. Der gerade für Aseko frisch aufs Feld gebrachte Hojlund verlor an der Außenlinie den Ball und die Freiburger nutzten den unverhofften Raum am linken Flügel zu einem klinisch präzisen Konter, den Scherhant vortrug und Suzuki mit einem Volleyschuss veredelte.
Im Gegensatz zur 1:4-Niederlage gegen Augsburg fiel die Eintracht aber nicht auseinander. Sie schaffte es sogar, sich noch einmal aufzubäumen, Uzun (zweimal) und Burkardt hatten zwischen der 60. Und 70. Minute große Chancen zur dritten Führung, scheiterten jedoch. Dann war der Tank der Frankfurter leer, die an ihre läuferischen Reserven gegangen waren, um die spielerische Überlegenheit der Freiburger auszugleichen. Mit etwas Glück und viel Kampfgeist reichte es, den Punkt über die Zeit zu retten.
Was schon einmal ein Fortschritt war, aber dennoch noch Wünsche offenlässt bei Trainer Hütter. „Wir müssen uns steigern.“ Wo die Eintracht im Moment stehe, wurde der Österreicher nach dem Abpfiff gefragt. „Schwer zu sagen, aber ich würde erstmal kleinere Brötchen backen.“